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Praxen bekommen erneut weniger Impfstoff als bestellt

Von dpa
03.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Corona-Impfstoff
Ein Helfer zieht eine Spritze mit dem Impfstoff von Moderna auf. (Quelle: Jörg Sarbach/dpa/Archivbild/dpa-bilder)
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Viele niedersächsische Arztpraxen werden auch in der kommende Woche weniger Corona-Impfstoff bekommen als erwartet. Nach Schätzungen der Kassenärztlichen Vereinigung (KVN) haben die Praxen eine Million Dosen der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna angefordert. "Etwas mehr als die Hälfte der von Ärzten bestellten Dosen des Biontech/Pfizer-Impfstoffs kann durch den Bund nicht bedient werden, so dass viele Praxen erneut von Kürzungen betroffen sein werden", teilte der KVN-Sprecher am Freitag mit.

Es sei unverständlich, dass die Ärztinnen und Ärzte erneut weniger Impfstoff erhalten, als sie verimpfen könnten. "Gerade jetzt, wo das Impftempo rapide angestiegen ist, darf es zu solchen Engpässen einfach nicht kommen." Wegen der Knappheit verschiebt sich dem Sprecher zufolge auch der Start sogenannter Schwerpunktpraxen, die pro Woche acht zusätzliche Impfstunden anbieten sollen. Über die Verzögerung hatte zunächst der NDR berichtet. Demnach kritisiert auch der Landesapothekerverband, dass die vom Bund ausgelieferten Dosen die gestiegene Nachfrage bei weitem nicht decken.

Das niedersächsische Gesundheitsministerium nannte den von Ärzten und Apotheken beklagten Mangel an Corona-Impfstoffen "extrem unbefriedigend". Aber: Das Land sei seit Schließung der großen kommunalen Impfzentren im September an der Verteilung nicht mehr beteiligt. Alles laufe über den Großhandel. Auf der einen Seite versichere der Bund, es gebe genügend Impfstoff, sagte der Sprecher. Auf der anderen Seite sei die Erfahrung der Gesundheitsämter, Arztpraxen und Apotheken, dass zu wenig geliefert werde. Es sei offenbar kein Problem der Verteilung im Land: "Sie erhalten nicht nichts, sie erhalten nur weniger als bestellt." Schon in der vergangenen Woche hatten Ärztinnen, Ärzte und Verbände kritisiert, dass weniger Corona-Impfstoff geliefert werde als bestellt.

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Das Land Bremen ist ebenfalls von der Einschränkung der Lieferungen des Impfstoffs von Biontech betroffen, wie der Sprecher des Gesundheitsressorts mitteilte. Demnach wurden in dieser Woche nur 17 Prozent der von der Stadtgemeinde Bremen bestellten Mengen geliefert. "Aufgrund der Drosselung ist eine Umstellung auf Moderna für die über 30-Jährigen erforderlich", so der Sprecher. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Biontech-Mengen begrenzt, damit das Präparat von Moderna vermehrt zum Einsatz kommt. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was vermieden werden müsse.

Auch in Bremen ist die Nachfrage nach Impfungen derzeit größer als das Angebot. Dem Sprecher zufolge gibt es einen hohen Andrang bei den Erstimpfungen. "Dies ist voraussichtlich auf die Einführung der 2-G-Regelung im öffentlichen Leben bzw. der 3-G-Regelung am Arbeitsplatz zurückzuführen", teilte er mit. Auffrischungsimpfungen sind demnach ebenfalls stark gefragt. "Aktuell werden die Kapazitäten erweitert, um allen die Impfungen zu ermöglichen", hieß es.

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