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Nach 15 Jahren: Kölner gedenken Opfern des Stadtarchiv-Einsturzes


Gedenkfeier am ehemaligen Stadtarchiv
"Dieser Ort darf nicht zugeschüttet werden"


Aktualisiert am 04.03.2024Lesedauer: 2 Min.
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Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs jährt sich heute zum 15. Mal. Anlässlich dieses traurigenJubiläums fand eine Gedenkveranstaltung am Waidmarkt statt, wo nach wie vor eine Baustelle andas Unglück, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und wichtige Dokumente derStadtgeschichte verschüttet wurden, erinnert.Vergrößern des Bildes
Zwei Kränze erinnern an das Unglück, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen und wichtige Dokumente der Stadtgeschichte verschüttet wurden. (Quelle: Yannik Stracke)

Bei der Gedenkfeier für die Opfer des Einsturzes gibt es Kritik am Management der Stadt.

Auch 15 Jahre nach dem Einsturz des Stadtarchivs beschäftigt das Thema viele Menschen in der Kölner Südstadt. Das zeigte sich auch am Besucherandrang bei der diesjährigen Gedenkveranstaltung. Zunächst hielt Oberbürgermeisterin Henriette Reker eine Rede, bevor um 13:58 Uhr alle Kirchglocken in der Südstadt läuteten und die anwesenden Personen in einer Schweigeminute an Khalil G. und Kevin K. gedachten.

Der Stadtarchiv-Einsturz markiere einen "großen Einschnitt in der jüngsten Kölner Stadtgeschichte", so Reker. Den anwesenden Anwohnern, Betroffenen und Vertretern von Bürgerinitiativen versprach sie: "Wir hören Ihre Meinung und lassen Sie an den Planungen teilhaben." Es sei ein Anliegen der Stadt, den Waidmarkt wieder lebenswerter zu machen und die Belastungen für das direkte Baustellenumfeld zu vermindern.

Einsturz des Kölner Stadtarchivs: Kritik gegen OB-Rede

Rekers Rede kam jedoch nicht bei allen Anwesenden gut an. Dorothee Joachim von der Initiative "Archivkomplex" sprach von einem "relativ dünnen Statement" der Oberbürgermeisterin. Die 74-jährige Malerin hielt ein Schild mit einem Fragezeichen in der Hand. "Das Fragezeichen ist das Zeichen der Stunde", erklärte sie ihren Protest. Zu den ungeklärten Fragen zählt für sie persönlich beispielsweise, ob der Nachlass ihrer Mutter, der im Stadtarchiv aufbewahrt worden war, erhalten ist oder nicht.

Auch der Nachlass ihres langjährigen Lebenspartners Jens Hagen, einem Kölner Schriftsteller und Journalisten, sei unter den Dokumenten gewesen, die beim Einsturz des Stadtarchivs zunächst verschollen waren. Erst fünf Jahre später waren Teile von Hagens Nachlass wieder aufgetaucht.

"Wir müssen diesen Ort beschützen"

Auch Hans Mörtter, der sich in Köln als "Südstadt-Pfarrer" einen Namen gemacht hat und für das Amt des Kölner Oberbürgermeisters kandidieren will, war bei der Gedenkveranstaltung anwesend. Am Tag des Einsturzes war Mörtter als Notfallseelsorger im Einsatz gewesen. "Es gab viele Anwohner hier, die traumatisiert waren", erzählte er. "Wir haben innerhalb kürzester Zeit gesagt, wir müssen diesen Ort beschützen. Das hier ist ein ganz besonderer Ort und der darf nicht einfach wieder zugeschüttet werden", so Mörtter.

Die Kommunikation mit der Stadt und vor allem der Politik sei aufgrund der offenen Schuldfrage lange Zeit sehr schwer gewesen. "Henriette Reker ist die erste OB, die gesagt hat, ich komme zu diesem Ort, und zwar jedes Jahr und wir machen da zusammen ein Gedenken", fand er lobende Worte für die amtierende Oberbürgermeisterin.

Mörtter forderte aber auch, dass man eine "Interimslösung" für den Platz, der von der Baustelle beansprucht wird, findet. So könne man einen Teil des Platzes für kulturelle Veranstaltungen nutzbar machen. Das Thema wird die Anwohner am Waidmarkt noch eine Weile beschäftigen: Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich noch acht Jahre hinziehen.

Verwendete Quellen
  • Reporter vor Ort
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