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Anthony Modeste verlässt den 1. FC Köln: Das sind die Gründe


Darum verlässt Anthony Modeste den 1. FC Köln

Von Marc Merten

09.08.2022Lesedauer: 4 Min.
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Anthony Modeste steht vor einem Wechsel zum BVB.
Modestes Wechsel zum BVB ist perfekt: Die Gründe für seinen Abschied in Köln sind vielfältig. (Quelle: IMAGO/Laci Perenyi)
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Anthony Modeste ist beim 1. FC Köln Geschichte. Der Mittelstürmer geht künftig für Borussia Dortmund auf Torejagd. Aber wie kam es zu dem Transfer?

Um 19.30 Uhr am Montagabend verschickten die Vereine die Pressemitteilung: Anthony Modeste wechselt zum BVB, hat einen Vertrag bis Juni 2023 unterschrieben und ersetzt bei den Schwarz-Gelben den Tumor-erkrankten Sebastien Haller. Damit geht zum zweiten Mal beim 1. FC Köln eine Modeste-Ära zu Ende.

2017 war der Franzose nach 40 Bundesliga-Toren in zwei Spielzeiten für 28 Millionen Euro nach China gewechselt. 2022 verließ Modeste den FC erneut, allerdings nicht nach Saudi-Arabien, wo er im Winter hätte hin wechseln können, sondern innerhalb der Bundesliga zum Vizemeister der Vorsaison. Wie kam es zu diesem Transfer?


1. FC Köln: Das machen die ehemaligen Spieler heute

Lukas Podolski (35) ist eines der Gesichter der jüngeren Vergangenheit beim 1. FC Köln. Das Kölner Eigengewächs wurde in der Domstadt Nationalspieler, wechselte über Stationen beim FC Bayern München, FC Arsenal, Inter Mailand, Galatasaray Istanbul und Vissel Kobe im Januar 2020 erneut in die Türkei nach Antalyaspor. Sein Vertrag läuft dort Ende Juni aus. Seine Karriere möchte er allerdings noch nicht an den Nagel hängen.
2009 kam Maniche (43) mit vielen Vorschusslorbeeren nach Köln. Viel mehr als ein großes Missverständnis war der Portugiese beim FC allerdings nicht. Nach einer Saison mit 30 Spielen und zwei Toren war das Kapitel in der Domstadt schon beendet. In seiner Biografie "Maniche 18" rechnete er mit dem 1. FC Köln ab. Heute ist er FIFA-Botschafter.
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Der Auswahlprozess

Der BVB brauchte nach dem Abgang von Erling Haaland und der Erkrankung von Sebastien Haller kurzfristig einen neuen Mittelstürmer. Genannt wurden alternde Superstars wie Luis Suarez oder Edinson Cavani. Doch Anthony Modeste hatte sich nicht nur mit 20 Toren in der Saison 2021/22 in das Dortmunder Notizbuch geschossen.

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Weil der Franzose die Bundesliga kennt, keine Anlaufzeit benötigt und körperlich "im Saft" steht, entschied sich Dortmund für den kantigen 34-Jährigen und gegen ablösefreie Altstars, die teils seit Monaten kein Mannschaftstraining mehr absolviert haben.

Das Versprechen

Der 1. FC Köln hatte Modeste im Winter ein Versprechen gegeben. Ein Verein aus Saudi-Arabien hatte dem FC fünf Millionen Euro Ablöse und dem Spieler ein zweistelliges Millionengehalt netto für einen sofortigen Transfer geboten. Die Geißböcke hatten abgelehnt, obwohl Modeste des Geldes wegen gerne gewechselt wäre.

"Der Spieler hat im Winter die klare Zusage erhalten, dass man bei Angeboten im Sommer gesprächsbereit sei", sagte Sportchef Christian Keller. Und so stand der FC zu seinem Wort. Auch wenn Keller sagte: "Wir hatten die Hand auf dem Deal. Der Spieler hatte hier einen Vertrag, und wenn wir dem Transfer nicht zugestimmt hätten, hätte es auch keinen Transfer gegeben."

Die Finanzen

Warum aber gab der FC dann seinen besten Torjäger ab? Weil der 1. FC Köln in großen finanziellen Nöten ist. Modeste bringt eine Ablöse von fünf Millionen Euro ein. Darüber hinaus sparen sich die Geißböcke ab sofort rund 3,5 Mio. Euro Gehalt bis Ende Juni 2023. Für den FC bedeutet das Paket somit eine finanzielle Entlastung von über acht Millionen Euro.

Auch wenn Köln für einen potenziellen Nachfolger noch einmal Geld in die Hand nehmen dürfte, kommen die Geißböcke durch diesen Deal ihrem wirtschaftlichen Ziel der schwarzen Null für diese Saison sehr nahe. Dank des Modeste-Verkaufs könnten womöglich andere und deutlich jüngere Leistungsträger wie Ellyes Skhiri gehalten werden.

Das Sportliche

Ob Modeste bei Borussia Dortmund wirklich den erkrankten Haller wird ersetzen und auch den Abgang von Haaland kompensieren können, muss sich erst noch zeigen. Klar ist aber: Der 34-Jährige kann nun erstmals in seiner Karriere um nationale und internationale Titel kämpfen und in der Champions League spielen. Beim FC hinterlässt der Mittelstürmer dagegen eine riesige Lücke.

Zwar hat sich Köln mit Steffen Tigges und Sargis Adamyan im Angriff breiter aufgestellt. Doch kein einziger Stürmer der Geißböcke kann in seiner Karriere auf eine ähnliche Quote wie Modeste zurückblicken. Daher überlegt Köln nun, noch einmal auf dem Transfermarkt tätig zu werden. Denn klar ist: Ohne einen weiteren Stürmer würden die Geißböcke ein großes sportliches Risiko eingehen.

Anthony Modeste feiert seine Tore auch in China mit seinem Brillen-Jubel.
Anthony Modeste feiert seine mit seinem Brillen-Jubel: Künftig trägt er schwarz-gelb. (Quelle: Imaginechina/imago-images-bilder)

Die Fragezeichen

Anthony Modeste hatte beim FC immer wieder betont, er überlege zu wechseln, weil der FC ihm keinen Vertrag über 2023 hinaus anbiete. Nun hat er in Dortmund für genau denselben Zeitraum bis 2023 unterschrieben. Der Knackpunkt: In diesem Zeitraum verdient Modeste beim BVB dem Vernehmen nach sechs Millionen Euro statt der 3,5 Millionen Euro beim FC.

Selbst, wenn die Geißböcke ihrem Mittelstürmer noch einmal einen neuen Vertrag für die Saison 2023/24 zu dann deutlich reduzierten Bezügen angeboten hätten, hätte Modeste in Köln über zwei Jahre das verdient, was er in Dortmund nun in einem bekommt. Dennoch bleibt: Die Sicherheit über 2023 hinaus, die Modeste vom FC gefordert hatte, hat er auch in Dortmund nicht bekommen.

Fazit

Der FC hätte Modeste nicht halten können, weil der Spieler unbedingt deutlich mehr Geld verdienen wollte und in Dortmund zudem eine deutlich bessere sportliche Perspektive bekommt. Zudem hilft der Transfer den Geißböcken bei der Sanierung des Klubs. Allerdings reißt der Abgang eine riesige Lücke in die Kölner Offensive, die nun geschlossen werden muss. Abzuwarten bleibt, wie die Fans reagieren werden.

Einige sind froh, dass die Posse um den eigenwilligen Stürmer zu Ende ist. Andere sorgen sich, ob der FC aus sportlichen Gründen nicht hätte auf den Vertrag bis 2023 pochen sollen. Die Antworten auf die vielen offenen Fragen nach diesem Deal werden Modeste, Dortmund und der FC in den kommenden Monaten auf dem Rasen geben müssen.

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Verwendete Quellen
  • Beobachtungen und Analysen vom GEISSBLOG
Hintergrund zum Beitrag

Marc L. Merten gründete 2015 den GEISSBLOG.KOELN. Die unabhängige Onlinezeitung informiert die Fans des 1. FC Köln über alles rund um die Geißböcke. Merten studierte Journalismus in Fribourg und arbeitete anschließend als Sportredakteur für t-online.de. Später berichtete er für die Abendzeitung München über den TSV 1860, ehe er für den GEISSBLOG in seine Heimatstadt Köln zurückkehrte.

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