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Eigelstein in Köln: Traditions-Straße wird bald autofrei


Traditionsstraße in Köln wird autofrei


12.03.2020Lesedauer: 3 Min.
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Blick auf den heutigen Eigelstein: Der Platz für die Autofahrer und anderen Verkehrsteilnehmer ist begrenzt.Vergrößern des Bildes
Blick auf den heutigen Eigelstein: Der Platz für die Autofahrer und anderen Verkehrsteilnehmer ist begrenzt. (Quelle: Himstedt)

Es ist eng und unübersichtlich auf dem Eigelstein in Köln. Nun wird die Traditionsstraße südlich des Eigelsteintores neu organisiert: Die Autos müssen draußen bleiben.

Die Straße Eigelstein in Köln wird bald autofrei. Das hat die Bezirksvertretung Innenstadt mit knapper Mehrheit gegen die Stimmen von SPD, CDU und FDP beschlossen. Der Eigelstein soll zur Fußgängerzone umgestaltet werden. Auch Anwohnerverkehr soll nicht mehr erlaubt sein. Damit fallen alle Parkplätze weg. Der Lieferverkehr soll zudem nur bis 11 Uhr erlaubt sein.

"Wir begrüßen die getroffene Entscheidung der Politik, die sogar noch über unseren Bürgerantrag hinausgeht", freut sich Ruth-Lucia Wennemar, Sprecherin des Bürgervereins Eigelstein. Das sei das richtige Signal für eine lebenswertere Zukunft für die Menschen in der Innenstadt.

Auch der verkehrspolitische Sprecher der Grünen im Kölner Stadtrat, Lino Hammer, begrüßt die Entscheidung der BV für einen autofreien Eigelstein: "Dies ist aber vor allem ein Erfolg von großem bürgerschaftlichen Engagement. Der Eigelstein hat als Durchgangsstraße für den Autoverkehr sowieso keinerlei Bedeutung mehr." Hammer und Wennemar betonen, dass die Mehrheit der Ladeninhaber die Entscheidung mittrage. "Wir haben viele positive Rückmeldungen. Einige wollen sogar Patenschaften für die geplanten Bäume entlang der Straße übernehmen", so Wennemar.

Auch Geschäftsinhaber zufrieden

Lino Hammer entgegnet den vereinzelt geäußerten Sorgen, dass mit dem Wegfall der Autostraße Kundschaft wegbleibe: "Studien zeigen, dass Kunden zu Fuß oder mit dem Fahrrad zwar pro Besuch weniger einkaufen, dafür aber öfter kommen." Der Inhaber der Rewe-Filiale am Eigelstein, Udo Ridders, stimmt dem grundsätzlich zu: "Wir sind dafür. Unsere Kunden kommen jetzt schon überwiegend ohne Auto zu uns zum Einkaufen. Und zudem wird die Straße aufgewertet."

Ganz so positiv sieht die SPD-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksvertretung Innenstadt, Regina Börschel, den Beschluss nicht. Sie lehne einen autofreien Eigelstein zwar nicht ab, ihr fehle es aber an einem Konzept, wie sich Fußgänger und Radfahrer die Straße aufteilen sollen. "Und wie sollen die Autos aus den Seitenstraßen sicher queren?", so Börschel weiter. "Ich hätte mir auch vor allem eine intensivere Bürgerbeteiligung gewünscht, wo über mehrere Alternativen hätte diskutiert werden können. Anwohner und Geschäftsinhaber, die Bedenken haben, sind nicht ausreichend zu Wort gekommen."

Auf der jüngsten Bürgerversammlung im Lokal "Em Kölsche Boor" Mitte Februar gab es einzelne Stimmen, wo Sorgen über den Wegfall der Parkplätze und den möglichen Rückgang von Kunden geäußert wurden.

Ruth-Lucia Wennemar entgegnet der SPD-Politikerin, dass der Bürgerverein seit gut drei Jahren regelmäßig mit den Anwohnern des Eigelsteins redet und zudem mehrere Bürgerveranstaltungen organisiert habe. "Frau Börschel kritisiert die Verwaltung regelmäßig, dass sie Prozesse verzögere. Ausgerechnet bei der autofreien Lösung am Eigelstein will sie nun den monate- oder jahrelang dauernden Verwaltungsprozess anstoßen", schüttelt sie den Kopf. Der Bürgerverein habe zudem die SPD, CDU und FDP in der BV Innenstadt angeschrieben und um Kooperation gebeten, doch "da kam nie etwas Konstruktives zurück", so Wennemar weiter.

Lino Hammer von den Grünen im Stadtrat geht noch einen Schritt weiter. Er sehe weitere Möglichkeiten für autofreie, beziehungsweise autoarme Zonen – wie zum Beispiel die Severinstraße, eine Einkaufsmeile in der Kölner Südstadt. Auch hier ist es eng, vor allem Autos und Radfahrer behindern sich gegenseitig. Erste Forderungen aus der dortigen Gaststätten-Szene in diese Richtung sind bereits geäußert worden.

Verwendete Quellen
  • Gespräche mit Ruth-Lucia Wennemar, Sprecherin des Bürgervereins Eigelstein
  • Lino Hammer, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat
  • Regina Börschel, SPD-Fraktionschefin in der Bezirksvertretung Innenstadt
  • Rewe-Filial-Inhaber Udo Ridders am Eigelstein
  • Bürgerversammlung am 17. Feb im "Em Kölsche Boor"
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