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Köln: App "Darf ich das?" entwirrt das Chaos der Corona-Regeln

Bundesweite Infos  

Kölner App entwirrt das Chaos der Corona-Regeln

02.04.2021, 15:29 Uhr | LKA, t-online

Köln: App "Darf ich das?" entwirrt das Chaos der Corona-Regeln. Eine Frau mit Maske und Smartphone (Symbolbild): Die Kölner App "Darf ich das?" will einen bundesweiten Überblick zu den aktuellen Corona-Regeln bieten. (Quelle: imago images/Westend61)

Eine Frau mit Maske und Smartphone (Symbolbild): Die Kölner App "Darf ich das?" will einen bundesweiten Überblick zu den aktuellen Corona-Regeln bieten. (Quelle: Westend61/imago images)

Die kostenlose App "Darf ich das?" aus Köln sammelt die aktuellen Corona-Regeln bundesweit zusammen und verschafft einen besseren Überblick. Stadt und Bund wollen sich allerdings nicht an der Förderung beteiligen.

Während der Pandemie gelten in allen Bundesländern unterschiedliche Gesetze und Verordnungen zur Eindämmung des Coronavirus, sodass die Bürger zunehmend die Übersicht verlieren. Manches gilt bundesweit, andere Regeln unterscheiden sich von Landkreis zu Landkreis. Die App "Darf ich das?" einer Kölner Software-Firma will da Abhilfe verschaffen und mehr Durchblick bieten. Sie zeigt neben aktuellen Sieben-Tage-Inzidenzwerten an, was an einem bestimmten Ort gerade an Corona-Regeln gilt. Die Nutzerinnen und Nutzer können nach Wohnort und Themen filtern.

Seit Oktober vergangenen Jahres ist die App nutzbar. Bis jetzt wurde sie laut eigenen Angaben 320.000 Mal im Play- und Apple-App Store heruntergeladen. Bislang ist sie kostenlos und werbefrei, was laut Unternehmen auch so bleiben soll. "Es handelt sich um ein sozial innovatives Pro bono Projekt. Wir sind dankbar, in der Björn Steiger Stiftung einen starken Partner gefunden zu haben, der uns sowohl inhaltlich als auch finanziell unterstützt", erklärt Pressesprecherin Lisa Hees die Finanzierung gegenüber t-online. "Natürlich wäre es schön, wenn die bereits geleistete Arbeit rückwirkend anerkannt würde. Leider besteht in der Politik kein Förderinteresse."

Das Team, das die App mit den tagesaktuellen Informationen füttert, besteht derzeit aus sieben Leuten. Wie behalten sie da bundesweit den Überblick über die Corona-Regeln? "Wir können natürlich nicht immer alles erwischen. Dafür ist unsere Redaktion zu klein", so Hees. "Wir aktualisieren aber auf Bundeslandebene immer pünktlich zum Erscheinen der neuen Verordnungen und ziehen dann Stück für Stück die Allgemeinverfügungen der Kreise nach. Das ist viel Arbeit und im Moment ein echter Kraftakt. Da ist es gut, dass wir die Inzidenzwerte automatisch durch eine Schnittstelle des Robert Koch-Instituts übermittelt bekommen."

Köln und Bund wollen der App keine offizielle Unterstützung geben

Die Informationen kommen hauptsächlich vom Kompetenzzentrum Tourismus, einer Initiative des Bundes. Warum Stadt und Bund sich nicht an der App beteiligen, erklärt die Stadt Köln auf WDR-Nachfrage schriftlich: "Die Stadt Köln kann die Inhalte einer externen App nicht überprüfen [...]. Der Stadt Köln steht kein Fördertopf für solche Entwicklungsvorhaben zur Verfügung."

Wegen der fehlenden offiziellen Unterstützung dürfen die App-Entwickler laut WDR bestimmte Suchbegriffe zu Corona, wie "Covid" oder "Pandemie", nicht benutzen. Appstores verbieten den Entwicklern von Apps zum Themenkomplex nämlich grundsätzlich Corona-Keywords zu verwenden, wenn die Apps nicht offiziell gefördert wurden. Für Nutzer ist es daher schwierig, die App zu finden, wenn sie deren Titel "Darf ich das?" nicht kennen.

Nachbarländer und englischsprachige Version als Ideen

In welche Richtung soll sich die App nun weiterentwickeln? "Wir wollen noch kleinteiliger und regionaler informieren. Solange es Corona-Verordnungen gibt, werden wir agil reagieren", sagt Hees. "Inzidenwert-abhängige Regeln führen zur Entwicklung der Inzidenzwerthistorie. Ob wir Pläne wie das Ausspielen der Regeln unserer Nachbarländer oder eine englischsprachige Version realisieren, steht gerade zum Gespräch." Konkurrenzgedanken sind eher nebensächlich, wie Hees schildert. "Das Wissen über die Verordnungen und das Befolgen der Regeln ist die Basis eines verantwortungsvollen Handelns in der Pandemie. Andere Projekte wie CoroBuddy oder die Informationen in der Nina Warn-App sehen wir als bereichernd."

Auch die Stadt Köln hat bei der Entwicklung der App eine gewisse Rolle gespielt. Hees: "In Köln gab es früh für bestimmte Orte Alkohol- und zeitlich gebundene Aufenthaltsverbote. Das hat unser Bewusstsein für die Lage geschärft. Leider haben wir aus der regionalen Politik keine Förderung für unser Projekt erhalten."

Suchen die Kölner eigentlich häufiger nach den Regeln als die Berliner beispielsweise? "Das wäre natürlich total spannend!", findet Hees. "Wir sind aber zu Hundert Prozent datenschutzkonform und unsere Userinnen und User bleiben absolut anonym. Wir gehen davon aus, dass die meisten unserer Nutzerinnen und Nutzer in NRW beheimatet sind. Wir hatten hier das größte mediale Echo."

Verwendete Quellen:

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