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Köln: Lokale öffnen – "Gefühl, wie vor den Schulferien"

"Schön, die Leute wiederzusehen"  

Endlich wieder Kölsch in der Sonne: Andrang bei Lokalen

Von Florian Eßer

01.06.2021, 07:25 Uhr
Köln: Lokale öffnen – "Gefühl, wie vor den Schulferien". Blick in den Biergarten "Hellers" im Volksgarten: 280 Gäste haben hier aktuell Platz. (Quelle: Anna Heller)

Blick in den Biergarten "Hellers" im Volksgarten: 280 Gäste haben hier aktuell Platz. (Quelle: Anna Heller)

Nach sieben Monaten Shutdown durften am Montag in Köln Gastronomen wieder ihre Außenbereiche für Gäste öffnen. Die Freude darüber ist groß  t-online hat sich vor Ort umgesehen und umgehört. 

Anna Heller betreibt das traditionsreiche "Hellers" im Volksgarten – und freut sich über die Öffnung der Außengastronomie in Köln. "Dass wir wieder aufmachen können, ist super – ich bin allerdings auch etwas aufgeregt", so die Brauerei-Chefin. Menschen hätten bereits in einer Schlange vor dem Biergarten gewartet, bis dieser um 14 Uhr endlich wieder seine Pforten öffnete.

Die Öffnung des Biergartens sei laut Heller nach sieben Monaten nun so etwas wie ein kompletter Neuanfang. "Den ganzen Tag über klingelt bei uns das Telefon und die Leute fragen, ob bei uns noch ein Platz für sie frei ist."

Vor der Pandemie konnten im Biergarten der Familie Heller bis zu 650 Menschen gleichzeitig bewirtet werden. Durch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus dürfen nun nur noch 280 Gäste zur selben Zeit Platz nehmen. Das ist zwar ein großer Unterschied, mindert die gute Laune der Gastronomin aber keineswegs: "Auch die Mitarbeiter sind alle super glücklich."

"Man weiß nicht, wie lange es gut geht”

Ein paar Fußminuten vom Volksgarten entfernt betreibt Kyria Möbius das Café Hubert in der Südstadt. Möbius eröffnete ihr kleines Lokal auf der Merowingerstraße im Februar 2020, also kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Seit der Eröffnung des Cafés war die Zeit für Möbius von den wiederkehrenden Lockdowns geprägt. "Dieses Hin und Her war wirklich das Schlimmste", erklärt die Café-Betreiberin. "Jetzt obsiegt natürlich die Freude darüber, dass wir unseren Außenbereich wieder öffnen dürfen, aber man weiß natürlich auch nicht, wie lange es gut gehen wird."

Das Café Hubert auf der Merowingerstraße: "Der Optimismus kommt wieder", sagt die Betreiberin. (Quelle: Florian Eßer)Das Café Hubert auf der Merowingerstraße: "Der Optimismus kommt wieder", sagt die Betreiberin. (Quelle: Florian Eßer)

Wie Möbius erzählt, sind die letzten Monate für sie und ihre Kollegen aus der Gastronomie sehr hart gewesen. "Viele Gastronomen haben Personal verloren, es fehlt an Service- und Küchenkräften. Aber jetzt ist der Optimismus langsam wieder da."

"Wir hatten große Vorfreude"

Optimistisch geht es auch in Gilberts Pinte am Zülpicher Platz zu: "Wir haben tausend Liter Bier gekauft, der Tank ist also voll", verkündet Mitarbeiter Thomas Buch und fügt dann mit einem Lachen hinzu: "Wir hoffen aber, dass er zum nächsten Montag hin wieder leer ist." Wie Buch weiter erzählt, würden sich vor allem die Stammgäste über die Öffnung der Außengastronomie freuen, denen der Laden und die familiäre Atmosphäre gefehlt habe.

Nun hoffen Buch und seine Kollegen, dass sie in der nächsten Woche auch wieder den Schrankraum der Pinte für Gäste öffnen dürfen. "Bei der anstehenden Europameisterschaft wäre das schon eine gute Sache, aber jetzt kann es nur noch besser werden."

Auch die Gäste, die es sich am Montagnachmittag mit einem kalten Bier vor dem Lokal gemütlich gemacht haben, blicken hoffnungsvoll in die Zukunft: "Wir sind auf jeden Fall mit viel Vorfreude hierher gekommen", erzählen beispielsweise drei gut gelaunte junge Männer. "Ein bisschen ungewohnt ist es aber auch", gesteht einer von ihnen: "In einem rappelvollen Biergarten wäre ich wohl etwas überfordert."

"Ich freu mich wie ein Schneekönig"

Aufgeregt, aber keinesfalls überfordert hingegen ist Lutz Nagrotzki, der seit 1992 Mitinhaber der Piranha-Bar auf der Kyffhäuserstraße ist. "Ich freu mich wie ein Schneekönig. Es ist einfach wunderschön, wieder seine Leute hier zu haben." In der Vergangenheit hatte sich Nagrotzki zusammen mit seinen Kollegen des Gastro Kwartier Latäng e.V. immer wieder für die Situation der Kölner Gastronomen stark gemacht.

So hat er zum Beispiel die Aktion "Wirte putzmunter" ins Leben gerufen, in deren Rahmen er mit seinen Kollegen Grünflächen im Veedel von Müll befreite. Entsprechend groß ist nun die Freude darüber, dass es in der Gastronomie Schritt für Schritt weitergehen kann: "Ich denke, das wird eine gute Zeit."

"Vorfreude wie damals vor den Schulferien"

Daniela und Markus genießen Kölsch und Sonne: Auch die Piranha-Bar hat ihren Außenbereich wieder geöffnet. (Quelle: Florian Eßer)Daniela und Markus genießen Kölsch und Sonne: Auch die Piranha-Bar hat ihren Außenbereich wieder geöffnet. (Quelle: Florian Eßer)

Auch die Stammgäste Markus und Daniela freuen sich darüber, bei der Piranha-Bar wieder leckeres Kölsch gezapft zu kriegen: "Wieder Bier trinken gehen zu können ist ja das eine", erzählen die beiden, "aber genauso schön ist es, all die Leute hier wiedersehen zu können."

Auch wenn jeder der Gäste an seinem zugewiesenen Platz sitzen bleiben muss, kann man sich so zumindest wieder Hallo sagen und über den Tisch hinweg zuprosten: "Der Wettergott spielt auch mit, es ist super. Wir haben uns ein bisschen so gefühlt, wie früher vor den Schulferien."

Gilberts Pinte am Zülpicher Platz: Die ersten Gäste genießen ein Getränk am Platz. (Quelle: Florian Eßer)Gilberts Pinte am Zülpicher Platz: Die ersten Gäste genießen ein Getränk am Platz. (Quelle: Florian Eßer)

Was gilt in der Außengastronomie?

Bei all der guten Laune müssen die Kölnerinnen und Kölner aber auch ein paar Dinge beachten, bevor es in den Biergarten gehen kann: So ist die Vorlage eines negativen Corona-Tests notwendig, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Genesene und vollständig Geimpfte müssen keinen negativen Test vorweisen.

Außerdem gilt in den Außenbereichen der Lokale die Platzpflicht. Die Maske darf am Platz ausgezogen werden, muss auf dem Gang zur Toilette jedoch wieder aufgesetzt werden.

Verwendete Quellen:
  • Gespräche und Beobachtungen vor Ort
  • Eigene Recherche

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