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Köln: Geldfälscher soll hunderttausende Euro gedruckt haben – Festnahmen

Hunderttausende Euro Falschgeld  

Polizei schnappt mutmaßlichen Geldfälscher

30.07.2021, 15:24 Uhr | fas, fe, dpa

Köln: Geldfälscher soll hunderttausende Euro gedruckt haben – Festnahmen. Eine Auswahl des sichergestellten Falschgeldes: Auf den ersten Blick lässt es sich kaum von echtem Geld unterscheiden. (Quelle: Florian Eßer)

Eine Auswahl des sichergestellten Falschgeldes: Auf den ersten Blick lässt es sich kaum von echtem Geld unterscheiden. (Quelle: Florian Eßer)

Der womöglich fleißigste Geldfälscher der vergangenen Jahre ist der Polizei ins Netz gegangen. Seinen Kunden machte der Mann im Darknet ein verlockendes Angebot.

Bei einem groß angelegten Polizeieinsatz haben mehr als 90 Ermittler der Kölner Polizei, der Landeskriminalämter Bayern und Baden-Württemberg und des Bundeskriminalamtes deutschlandweit Häuser durchsucht und zwei Haftbefehle vollstreckt. Einem 33-Jährigen werfen die Beamten das Betreiben einer Fälscherwerkstatt in Köln vor: Von dort soll er im großen Stil Geldscheine ausgedruckt und dann im Darknet verkauft haben.

Ein 40-jähriger Käufer aus Baden-Württemberg wurde ebenfalls im Zuge der Ermittlungen festgenommen. Die Durchsuchungen hätten bereits am 14. und 15. Juli in Köln, dem Rhein-Erft-Kreis, Kempten im Allgäu und im baden-württembergischen Breisach am Rhein stattgefunden. Bereits zuvor, am 12. Juli, war ein weiterer Käufer des Falschgeldes in Berlin verhaftet worden. Mittlerweile befindet sich der 26-Jährige aber wieder auf freiem Fuß.

Falschgeld aus Köln: Mit Laptop und Drucker

Der Kölner Geldfälscher bediente sich laut Polizei recht einfachen Mitteln: Mit Laptop und Drucker erstellte er die Blüten, die er anschließend mit Skalpell und Lineal ausschnitt. In seiner Werkstatt in der Innenstadt fanden die Beamten 20.000 Euro in Falschgeld sowie 15.000 Euro echtes Geld.

Man gehe davon aus, dass er Falschgeld im mittleren sechsstelligen Bereich in den Verkehr gebracht habe, sagte die Ermittler am Freitag auf einer Pressekonferenz.

Einfaches Werkzeug: Der Geldfälscher soll die Blüten mit Laptop und Drucker angefertigt haben. (Quelle: Florian Eßer)Einfaches Werkzeug: Der Geldfälscher soll die Blüten mit Laptop und Drucker angefertigt haben. (Quelle: Florian Eßer)

"Der Hauptverdächtige ist womöglich der größte Hersteller und Verbreiter von Falschgeld der letzten Jahre", so Klaus Stephan Becker, Direktionsleiter Kriminalität der Kölner Polizei. Die von ihm gedruckten Scheine seien unter anderem auch in Belgien, Italien und Polen aufgetaucht.

Die Qualität der Blüten sei nicht überragend gewesen, aber ausreichend – "etwa wenn man schnell am Kiosk einkaufen will". Gefälscht wurden 20-, 50- und 100-Euro-Scheine.

Fehler überführte den Verdächtigen

Die Blüten habe der 33-Jährige über das Darknet verkauft, bezahlt wurde in Kryptowährung. Im Internet machte der Fälscher seinen Kunden ein durchaus verlockendes Angebot: Für etwa 200 Euro bekamen die Kunden rund 1.000 Euro in Falschgeld. Auf die Schliche gekommen war die Polizei dem Mann, weil er als Versandadresse die Daten eines Geschäftsmannes nutzte.

Sein Pech: Eine Sendung kam nicht beim Kunden an, sondern wurde an die Adresse des Geschäftsmannes zurückgeschickt – dieser öffnete das Paket, fand die Blüten und meldete sich daraufhin bei der Polizei. Der Beginn einer lang andauernden Ermittlungsarbeit: Im November des vergangenen Jahres hatten die Behörden begonnen, gegen den Geldfälscher zu ermitteln.

Klaus Stephan Becker, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kölner Polizei (rechts): "Der Hauptverdächtige ist womöglich der größte Hersteller und Verbreiter von Falschgeld der letzten Jahre." (Quelle: Florian Eßer)Klaus Stephan Becker, Leiter der Direktion Kriminalität bei der Kölner Polizei (rechts): "Der Hauptverdächtige ist womöglich der größte Hersteller und Verbreiter von Falschgeld der letzten Jahre." (Quelle: Florian Eßer)

Die beiden gefassten Verdächtigen, die von dem Geldfälscher die Scheine bezogen haben sollen, sollen wiederum selbst versucht haben, das Geld weiterzuverkaufen, ebenfalls über das Darknet beziehungsweise einen Messenger-Dienst. "Wir hoffen nun, dass wir weitere Reseller identifizieren können", sagte Direktionsleiter Becker. Laut den Ermittlern betrage das Mindestmaß bei gewerblicher Geldfälschung zwei Jahre Haft.

Verwendete Quellen:
  • Besuch der Pressekonferenz der Polizei Köln
  • Mit Material der Nachrichtenagentur dpa

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