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WDR in Köln: Nemi El-Hassan nennt Teilnahme an Al-Kuds-Demo "Fehler"

Neue WDR-Moderatorin  

Nemi El-Hassan bedauert Teilnahme an Al-Kuds-Demo

13.09.2021, 18:26 Uhr | dpa

WDR in Köln: Nemi El-Hassan nennt Teilnahme an Al-Kuds-Demo "Fehler". Nemi El-Hassan spricht mit Journalisten (Archivbild): Keinesfalls habe sie antisemitische Parolen von sich gegeben oder Menschen jüdischen Glaubens angegriffen, so die 28-Jährige.  (Quelle: imago images/Jens Jeske)

Nemi El-Hassan spricht mit Journalisten (Archivbild): Keinesfalls habe sie antisemitische Parolen von sich gegeben oder Menschen jüdischen Glaubens angegriffen, so die 28-Jährige. (Quelle: Jens Jeske/imago images)

Ab November soll Nemi El-Hassan zum Moderatoren-Team des WDR gehören. Ihre Teilnahme an einer israelfeindlichen Demo sorgt jedoch für Aufregung. Nun melden sich El-Hassan und der WDR zu Wort. 

Die neue Moderatorin der WDR-Wissenschaftssendung "Quarks", Nemi El-Hassan, hat sich von ihrer Teilnahme an einer Al-Kuds-Demo vor Jahren nachträglich distanziert. Ihre Management-Agentur teilte am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur ein Statement El-Hassans mit: "An den Al-Kuds-Demos vor sieben Jahren in Berlin teilzunehmen, war ein Fehler." Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor im Kontext der neuen Aufgabe El-Hassans für den öffentlich-rechtlichen Sender unter anderem von ihrer Demo-Teilnahme in Berlin berichtet.

Bei den alljährlichen Al-Kuds-Demonstrationen in Berlin waren in der Vergangenheit immer wieder antisemitische Parolen gerufen und Symbole der pro-iranischen libanesischen Hisbollah-Bewegung gezeigt worden. Gegen die Hisbollah hat Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) ein Betätigungsverbot erlassen. Am Al-Kuds-Tag, der am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan liegt, ruft der Iran jedes Jahr zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel während des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem.

"Distanziere mich klar und ausdrücklich"

In dem Statement der 28-Jährigen hieß es weiter zu ihrer damaligen Teilnahme: "Keinesfalls habe ich während der Demo antisemitische Parolen von mir gegeben, noch Menschen jüdischen Glaubens körperlich angegriffen." Während Ausschreitungen sei sie nicht zugegen gewesen. Ihr sei es wichtig, sich gegen Hass und Gewalt zu positionieren. Ihr Anliegen sei gewesen, Solidarität mit Palästinenserinnen und Palästinensern auszudrücken.

"Die Mittel waren die falschen, das sage ich heute mit Nachdruck. Ich distanziere mich daher klar und ausdrücklich von den Al-Quds Demos, sowie weiteren Demonstrationen in einem ähnlichen Kontext. Ich verurteile jegliche antisemitischen Äußerungen und Aktionen, sämtliche Arten von Gewalt und insbesondere die Gewalt, die auf diesen Demos stattgefunden hat", hieß es weiter in dem Statement.

El-Hassan und WDR "im Austausch"

Vor mehreren Tagen hatte der Westdeutsche Rundfunk (WDR) El-Hassan als neue Moderatorin für die Wissenschaftssendung "Quarks" angekündigt. Ihre erste Sendung ist für November geplant. El-Hassan ist Journalistin, Medienmacherin und Ärztin. Ihr Medizinstudium absolvierte sie an der Berliner Charité.

Sie gehört auch zum Gründungsteam des YouTube-Kanals "Datteltäter", der sich zur Aufgabe gemacht habe, in satirischen Videos mit Vorurteilen gegenüber Musliminnen und Muslimen aufzuräumen. Die Clips sind Teil des Angebotes Funk von ARD und ZDF für jüngere Leute.

Der WDR teilte auf dpa-Anfrage mit: "Nemi El-Hassan ist uns als engagierte Journalistin bei Funk und ZDF aufgefallen. Aufgrund ihrer Tätigkeit als Medizinjournalistin haben wir ihr die Moderation von Quarks angeboten." Sie habe den WDR jetzt über ihre Teilnahme an der Al-Kuds-Demonstration im Jahr 2014 informiert. Vom Sender hieß es weiter: "Wir sind mit Nemi El-Hassan weiter im Austausch. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu weiteren Fragen erst äußern können, wenn diese Gespräche abgeschlossen sind."

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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