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Firma leitete nach Explosion Giftstoffe in Rhein

Von t-online, ads

Aktualisiert am 17.12.2021Lesedauer: 2 Min.
Eine riesige dunkle Wolke erstreckte sich ĂŒber Leverkusen (Archivbild): Bei der Explosion waren mehrere Menschen gestorben.
Eine riesige dunkle Wolke erstreckte sich ĂŒber Leverkusen (Archivbild): Bei der Explosion waren mehrere Menschen gestorben. (Quelle: Xinhua/imago-images-bilder)
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Nach der Explosion in einem Chemiepark in Leverkusen, bei der mehrere Menschen starben, hat der Betreiber SonderabfÀlle in den Rhein geleitet. Das zeigte sich im niederlÀndischen Trinkwasser.

Die Firma Currenta hat SonderabfĂ€lle und Löschwasser ĂŒber ein KlĂ€rwerk in den Rhein geleitet. Das geht aus Recherchen des WDR hervor. Die Auswirkungen reichen bis ins Trinkwasser der Niederlanden. Das Unternehmen betreibt den Chemiepark, auf dem im Juli eine Explosion mehrere Tote gefordert hatte.

Nach der Explosion waren demnach im Abwasser des KlĂ€rwerks deutlich erhöhte Werte des in Deutschland verbotenen Insektengifts Clothianidin sowie eines "extrem gewĂ€sserschĂ€dlichen" Stoffes namens PFOS gemessen worden. Letzterer kommt in Löschschaum vor. GegenĂŒber dem WDR gibt der Chemiepark-Betreiber zu: Das Insektengift stammt aus einem der Tanks, die bei dem UnglĂŒck explodiert waren.

BUND-Experte: "Currenta musste wissen, dass gefÀhrliche Stoffe in den Rhein gelangen"

Die niederlĂ€ndischen Wasserwerke gaben auf Nachfrage des WDR an, dass auch dort in Messprotokollen von Juli und August erstmals Clothianidin gefunden wurde – also im zeitlichen Zusammenhang mit der Explosion. Auch PFOS tauchte in Mengen ĂŒber dem Grenzwert auf. Gerard Stroomberg, Direktor des Verbandes der niederlĂ€ndischen Rhein-Wasserwerke, kritisiert, dass Currenta niemanden ĂŒber die Einleitung der Giftstoffe informiert hat: "Wir hĂ€tten die Aufnahme von Rheinwasser stoppen können, um unsere Verbraucher zu schĂŒtzen".

Currenta zufolge seien die restlichen FlĂŒssigkeiten und das belastete Löschwasser aufgefangen und in die KlĂ€ranlage auf dem WerksgelĂ€nde abgelassen worden. Das Problem: Laut BUND-Wasserexperte Paul Kröfges können die genannten Schadstoffe in einer solchen KlĂ€ranlage gar nicht abgebaut werden: "Currenta musste wissen, dass gefĂ€hrliche Stoffe mit dem Abwasser in den Rhein gelangen", sagt er dem WDR.

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Nach Chemie-Explosion nahe Köln: 60 bis 70 Liter Insektengift fließen bis in die Niederlande

In einer Stellungnahme betont die Firma zwar, dass der Stoff tatsĂ€chlich nicht vollstĂ€ndig habe abgebaut werden können – dennoch seien bei der Aktion "zu keiner Zeit" die geltenden Grenzwerte ĂŒberschritten worden. Kröfges zufolge gibt es fĂŒr das Insektengift keinen Grenzwert, jedoch werden Ă€hnliche Gifte extrem streng reglementiert. "Insgesamt sind etwa 60 bis 70 Liter des Insektengiftes in den Rhein gelangt", so Wasserexperte Kröfge. Die gemessene Menge betrage demnach das 60.000-fache der UmweltqualitĂ€tsnorm fĂŒr einen vergleichbaren Stoff.

Der Chemiepark-Betreiber beruft sich in einer Stellungnahme gegenĂŒber dem WDR unterdessen auf einen Notstand: Die Ersatztanks hĂ€tten nicht ausgereicht, die ChemieabfĂ€lle drohten, direkt in die KlĂ€ranlage zu gelangen, was wiederum der Umwelt hĂ€tte schaden können. Der BUND und die niederlĂ€ndischen Wasserwerke fordern dennoch AufklĂ€rung darĂŒber, warum keine sichere Entsorgung möglich war – und warum niemand ĂŒber die giftigen Chemikalien im Rhein informiert wurde.

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Im Juli war es in der SondermĂŒllverbrennungsanlage in Leverkusen nach einem ersten Vorfall im Jahr 1980 ein zweites Mal zu einer Explosion gekommen. Zahlreiche Menschen wurden verletzt, sieben kamen ums Leben. Gegen drei Mitarbeiter wurden Ermittlungen aufgenommen und auch den Behörden wurden nach dem Vorfall VorwĂŒrfe gemacht.

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Von Carlotta Cornelius
DeutschlandExplosionNiederlande

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