• Home
  • Regional
  • Köln
  • Missbrauch in der Katholischen Kirche: Bischof fordert Schuldeingeständnis von Benedikt XVI


Schlagzeilen
AlleAlle anzeigen

Symbolbild für einen TextPapst will nach Moskau und KiewSymbolbild für einen TextGasspeicher reichen "ein bis zwei Monate"Symbolbild für einen TextTürkei: Inflation steigt auf 78,6 ProzentSymbolbild für einen TextFleisch wird immer teurerSymbolbild für einen TextFC Bayern bietet für SturmtalentSymbolbild für ein Video40 Fahrgäste aus Sessellift gerettetSymbolbild für einen Text76-Jähriger masturbiert vor KindernSymbolbild für einen TextHier droht ein Mangel von RettungskräftenSymbolbild für einen TextDeutscher Trainer geht nach RusslandSymbolbild für einen TextPeer Kusmagk spricht über AlkoholsuchtSymbolbild für einen TextTeenager stirbt bei Kayak-UnfallSymbolbild für einen Watson TeaserPocher plaudert intimes Geheimnis ausSymbolbild für einen TextSo beugen Sie Geheimratsecken vor

Bischof fordert öffentliches Schuldeingeständnis von Benedikt XVI

Von dpa
Aktualisiert am 23.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Bischof von Aachen Helmut Dieser (Archivbild): In einer Predigt forderte er indirekt ein Geständnis des emeritierten Papstes.
Bischof von Aachen Helmut Dieser (Archivbild): In einer Predigt forderte er indirekt ein Geständnis des emeritierten Papstes. (Quelle: Rudolf Gigler)
Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo

Die Rolle des emeritierten Papstes Benedikt XVI beim Vertuschen von Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche ist brisant. Kritik kommt nun auch von deutsche Bischöfen.

Der Aachener Bischof Helmut Dieser fordert angesichts des Münchner Missbrauchsgutachtens ein öffentliches Schuldeingeständnis des emeritierten Papstes Benedikt XVI.

In seiner Predigt im Aachener Dom sagte Dieser am Sonntag: "Es kann nicht dabei bleiben, dass Verantwortliche sich flüchten in Hinweise auf ihr Nichtwissen oder auf damalige andere Verhältnisse oder andere Vorgehensweisen. Denn deswegen wurden doch damals Täter nicht gestoppt und Kinder weiter von ihnen missbraucht!"

"Verdeckt und vertuscht wurde lange genug"

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, beklagte "desaströses Verhalten" auch von den Spitzen der Kirche und mahnte: "Verdeckt und vertuscht wurde lange genug, jetzt ist die Zeit der Wahrheit."

Benedikt, der frühere Kardinal Joseph Ratzinger, hatte das Erzbistum München und Freising von 1977 bis 1982 geführt. Ein vom Erzbistum selbst in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass Fälle von sexuellem Missbrauch in der Diözese über Jahrzehnte nicht angemessen behandelt wurden.

Benedikts Rolle ist besonders brisant. Ihm werden vier Fälle von Fehlverhalten angelastet. Er hat die Vorwürfe in einer Verteidigungsschrift zurückgewiesen. Die Gutachter gehen davon aus, dass er aller Wahrscheinlichkeit nach nicht die Wahrheit gesagt hat.

Fehler müssen öffentlich bekannt werden – nicht nur im Gebet

"Auch Bischöfe, auch ein ehemaliger Papst, können schuldig werden, und in bestimmten Situationen müssen sie das auch öffentlich bekennen, nicht nur im Gebet vor Gott oder im Sakrament in der Beichte", mahnte Dieser, der in der Bischofskonferenz dem Lager der Reformer zugerechnet wird, in einer Predigt im Aachener Dom.

ANZEIGEN
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Meistgelesen
Die Lage in Deutschland ist ein Skandal
Obdachloser in DĂĽsseldorf: Immer mehr Menschen leben in Armut.


Die Unfähigkeit, eigene Verantwortung zu spüren, Schuld einzugestehen, um Vergebung zu bitten oder wenigstens Bedauern und Schmerz über den eigenen Anteil an der Tragödie auszudrücken, mache ihn traurig und wütend. "Dass auch der frühere Papst Benedikt das noch nicht getan hat, darf nicht sein letztes Wort dazu sein!"

Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Archivbild): Er spricht von einem desaströsen Verhalten.
Dr. Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (Archivbild): Er spricht von einem desaströsen Verhalten. (Quelle: Future Image/imago-images-bilder)

"Desaströses Verhalten" in allen Positionen der Kirche

Der Limburger Bischof Bätzing rief dazu auf, sich der Wahrheit zu stellen, so schmerzlich das auch sei. Man müsse klar sehen, was an "desaströsem Verhalten" auch von der Führung und den Spitzen der Kirche "bis hin zu einem emeritierten Papst angerichtet" worden sei, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz am Freitagabend in einem Gottesdienst im Bezirk Trier.

Er wisse, dass auf vielen Gläubigen diese Situation ungeheuerlich laste. Sie müssten sich bei Freunden und Familie dafür rechtfertigen, dass sie noch "zu diesem Verein gehören". Er appellierte an die Gläubigen: "Verlieren Sie nicht den Mut. Wir tun, was wir in dieser Zeit tun müssen."

42 Vorfälle werden derzeit gerpüft

Der neugewählte CDU-Chef Friedrich Merz rechnet als Konsequenz aus dem Missbrauchsgutachten auch mit Gerichtsverfahren. Auf die Frage, ob Kardinäle zurücktreten müssten, sagte Merz am Samstagabend im ZDF: "Das muss zunächst in den Kirchen entschieden werden. Aber ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft Gegenstand von Verfahren der ordentlichen Gerichte sein wird."

Die Justiz prüft derzeit, ob die Ergebnisse des Gutachtens strafrechtlich relevant sind. Die Münchner Staatsanwaltschaft untersucht nach eigenen Angaben derzeit 42 Fälle von mutmaßlichem Fehlverhalten kirchlicher Verantwortungsträger.

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD und westfälische Präses Annette Kurschus (Archivbild): "Es gibt kirchliche Muster und Strukturen, die sexualisierte Gewalt begünstigen."
Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland EKD und westfälische Präses Annette Kurschus (Archivbild): "Es gibt kirchliche Muster und Strukturen, die sexualisierte Gewalt begünstigen." (Quelle: epd/imago-images-bilder)

Sexueller Missbrauch in der Kirche hat systemische GrĂĽnde

Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, sieht systemische Gründe für die vielen Fälle sexuellen Missbrauchs in der Kirche. "Es gibt kirchliche Muster und Strukturen, die sexualisierte Gewalt begünstigen", sagte Kurschus der "Rheinischen Post" (Samstag).

"Das sind in der evangelischen Kirche andere als in der katholischen Kirche." Auch in evangelischen Gemeinden und Einrichtungen gebe es sexualisierte Gewalt: "Dadurch wurde und wird Vertrauen zerstört." Dieses zurückzugewinnen, sei ein langer Prozess.

Facebook LogoTwitter LogoPinterest LogoWhatsApp Logo
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...

ShoppingANZEIGEN

Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Loading...
Von Michael Hartke
AachenBenedikt XVI.

t-online - Nachrichten fĂĽr Deutschland
t-online folgen
FacebookTwitterInstagram

Das Unternehmen
Ströer Digital PublishingJobs & KarrierePresseWerbenKontaktImpressumDatenschutzhinweiseDatenschutzhinweise (PUR)Jugendschutz



Telekom
Telekom Produkte & Services
KundencenterFreemailSicherheitspaketVertragsverlängerung FestnetzVertragsverlängerung MobilfunkHilfeFrag Magenta


TelekomCo2 Neutrale Website