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Nürnberg: Referentin Heilmaier sollte sich wegen Hauptmarkt entschuldigen


Hauptmarkt-Debatte
Eine Entschuldigung muss her

MeinungVon Daniel Salg

14.06.2024Lesedauer: 2 Min.
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Nürnbergs Wirtschaftsreferentin und die Händler auf dem Hauptmarkt: Hinter den Kulissen scheint die Stimmung zu kochen (Archivbilder).Vergrößern des Bildes
Nürnbergs Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier löste mit ihren Zukunftsplänen für den Hauptmarkt Diskussionen aus (Archivbilder). (Quelle: imago / Daniel Salg /imago-images-bilder)

Der umstrittene Vorschlag der Wirtschaftsreferentin, den Nürnberger Hauptmarkt zu verlegen, schürt Unruhe in der Stadt. Es ist Zeit für eine Kurskorrektur.

Ein Hauptmarkt ohne Markt. Mit diesem Vorschlag hat Wirtschaftsreferentin Andrea Heilmaier (CSU) halb Nürnberg gegen sich aufgebracht. Erst spricht sie mal eben davon, den 600 Jahre alten Markt zu verlegen, dann soll plötzlich ein Pop-up-Biergarten der Heilsbringer für die Markthändler sein. Beides mag gut gemeint gewesen sein. Gut gemeint ist aber nicht gut gemacht. Modernes Stadtmanagement geht anders.

Heilmaier hat es verpasst, Händler wie Anwohner ins Boot zu holen. Noch nicht einmal den Stadtrat hat sie miteinbezogen. In der Stadt wird gemunkelt, dass selbst die Räte ihrer eigenen Partei – der CSU – nichts von ihren Planungen wussten. Deshalb braucht sie sich auch nicht zu wundern, dass sich weite Teile des Stadtrats vor den Kopf gestoßen fühlen. Das ist nachvollziehbar, weil es beim Hauptmarkt um das Herz der Stadt geht. Dass Heilmaier ihnen nun Denkverbote vorwirft, macht die Sache nicht besser.

Klar, die Wirtschaftsreferentin muss anpacken. Die Probleme in der Innenstadt sind drängend. Stichwort: Leerstand. Verständlich also, dass Heilmaier versucht, jeden Stein umzudrehen – zumal sie noch nicht einmal ein volles Jahr im Amt ist. Da mögen ellenlange Diskussionen für sie lähmend wirken – die müssen aber geführt werden, wenn es um den Hauptmarkt geht.

Menschen in der Altstadt würden Einkaufsmöglichkeit verlieren

Wohl an keinem anderen Ort in Nürnberg prallen so viele Interessen aufeinander wie auf dem Platz vor der Frauenkirche. Da wären zum Beispiel noch die Anwohner. Ja, richtig, neben den Scharen an Touristen und Stadtbummlern leben in der Altstadt auch Menschen. Mehrere Tausend, um genau zu sein. Und die haben ein Recht, angehört zu werden – wenn jemand den Markt abschaffen und "ihren Hauptmarkt" zu einer Eventlocation umkrempeln will.

Und dann wären da – nicht zuletzt – die Markthändler. Für die Touristen sind ihre Stände eine Sehenswürdigkeit, zugleich kommen die Nürnberger dort an frisches Gemüse und Obst von Bauern direkt vor der Haustür. Und ganz nebenbei sind die Marktbeschicker auch Unternehmer, die auf dem Hauptmarkt ein gutes Geschäft machen.

Heilmaier verursacht blanke Existenzangst

Aber bei ihnen geht gerade die blanke Existenzangst um. Wenn sie tatsächlich in den Schatten der Lorenzkirche ziehen müssen, seien ihre Stände unmöglich wirtschaftlich zu betreiben, fürchten die Händler. 35 Betrieben aus der Region die Lebensgrundlage nehmen – das kann doch keine Wirtschaftsreferentin wollen.

Eines ist klar: Die Zukunft des Marktes kann nur mit den Händlern gestaltet werden und nicht im Alleingang am Schreibtisch im Wirtschaftsreferat. Am Freitag sitzen Heilmaier und die Marktsprecher zusammen. Dies wäre ein guter Anlass, um sich zu entschuldigen, die Pläne ein für alle Mal zu den Akten zu legen und zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zurückzukehren.

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