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Nürnberger Tierheim sucht zu Hause für Schmuggel-Welpen


Tierheim sucht Besitzer für geschmuggelte Hundebabys

Von t-online, ads

31.08.2021Lesedauer: 2 Min.
Geschmuggelte Welpen nach einer Polizeikontrolle (Symbolbild): Auch die vier Hundebabys im Nürnberger Tierheim, die momentan ein neues zu Hause zu suchen, stammen aus einem illegalen Welpen-Transport.Vergrößern des BildesGeschmuggelte Welpen nach einer Polizeikontrolle (Symbolbild): Auch die vier Hundebabys im Nürnberger Tierheim, die momentan ein neues zu Hause zu suchen, stammen aus einem illegalen Welpen-Transport. (Quelle: lausitznews.de/imago-images-bilder)
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Wieder suchen vier Hundebabys liebende Besitzer. Sie stammen aus einem illegalen Welpentransport. Das Nürnberger Tierheim appelliert an die Interessenten – denn die wissen allzu oft nicht, worauf sie sich einlassen.

Das Problem des illegalen Welpenhandels spürt das Tierheim Nürnberg direkt: Vier Hundebabys suchen hier ein neues Zuhause. Das Tierheim betont dabei, dass mit den geschmuggelten Welpen ganz besondere Verantwortung einhergeht.

Über die sozialen Medien sucht das Nürnberger Tierheim nach Besitzern für zwei Shi Tzu-, ein Yorkshire Terrier- und ein Malteser-Baby. Die erst vier Monate alten Welpen sind sicherlich begehrt – die Verlockung mal eben den Bewerbungsbogen auszufüllen ist groß. Doch die Tierpfleger warnen mögliche Interessenten: Sie müssen sich der besonderen Situation der Tiere bewusst sein.

"Transportwelpen" benötigen besondere Betreuung

Eine Bewerbung für ein neues tierisches Familienmitglied sollte gut überlegt sein, insbesondere wenn es sich dabei um einen illegal eingeführten Welpen handelt. Auf der Suche nach einem guten Zuhause betonen die Tierschützer, was leider oft nicht beachtet wird: Menschen bewerben sich vorschnell auf einen Welpen – fragen dabei aber nicht den Rest der Familie, sodass vielversprechende Bewerbungen doch noch ausfallen. Auch die Zeit und Geduld, die jedes Hundebaby für Erziehung und Pflege benötigen, werden oft unterschätzt.

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Denn die gerade abzugebenden Hundebabys wurden viel zu jung aus Ungarn nach Deutschland eingeführt. Sie "kennen [also] nichts außer das Tierheim" und sind nicht stubenrein. Zukünftigen Halterinnen und Haltern kann außerdem keine Einschätzung zur Gesundheit der Hunde abgegeben werden, da ihre genaue Herkunft ungewiss ist. "Oftmals braucht man für die sogenannten Transportwelpen einen größeren Geldbeutel als für andere", mahnen die Pflegekräfte.

Das erlebt auch Anette Rost vom Tierheim Berlin: Die Krankheiten solcher Hunde seien oftmals eine finanzielle Belastung, zudem hätten zu früh abgegebene Hunde aufgrund der fehlenden Prägephase häufig Auffälligkeiten in ihrem Sozialverhalten.

Illegaler Welpenhandel floriert: Auf einen Schlag 101 neue Hundebabys

Erst im März wurden über hundert kranke Hundewelpen "dank aufmerksamer Polizisten" ans Tierheim übergeben, was die Zahl der Hunde in Tollwut-Quarantäne auf 126 hochschnellen ließ. Sie waren in der Nacht des 13. März mitten in Nürnberg auf einem illegalen Welpentransport gefunden worden. Der hatte die 101 sechs bis elf Wochen alten Tiere von Ungarn nach Belgien fahren sollen.

Die Welpen hätten eigentlich erst mit 15 Wochen von der Mutter getrennt werden und nur mit Tollwutimpfung ausgeführt werden dürfen. "Wie so oft sind die Papiere vermutlich gefälscht", beklagt das Nürnberger Tierheim auf Instagram. Schuld an den zahlreichen illegalen Tiertransporten ist auch die Corona-Pandemie: Besonders im Lockdown haben sich Menschen aus Einsamkeit oder Langeweile Haustiere zugelegt. Die starke Nachfrage kam auch bei den illegalen Welpen-Händlern an: Der Schmuggel florierte.

Jetzt nach der Lockdown-Zeit stehen Tierheime vor der Überlastung, teilweise müssen Aufnahmestopps verhängt werden. Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund beobachtet, dass viele "Lockdown-Haustiere" wieder abgegeben werden. Sie haben demnach nicht die gewünschte Funktion erfüllt, überfordern ihre Halter oder passen nicht in den regulären Alltag. Ein solches Schicksal wird den Welpen aus dem Nürnberger Tierheim durch den mehrstufigen Bewerbungsprozess hoffentlich erspart bleiben.

Verwendete Quellen
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