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Land will Corona-Stufensystem wegen Omikron anpassen

Von dpa
18.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Intensivstation
Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station. (Quelle: Robert Michael/dpa-Zentralbild/Symbolbild/dpa-bilder)
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Das Land Baden-W├╝rttemberg will sein Stufensystem der Anti-Corona-Ma├čnahmen wegen der Omikron-Variante ├╝berarbeiten. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen in Stuttgart erfuhr, will das Sozialministerium die Regeln in der neuen Corona-Verordnung Ende Januar anpassen. Dann k├Ânnte es dem Vernehmen nach voraussichtlich in einigen Bereichen auch leichte Lockerungen geben. Minister Manne Lucha (Gr├╝ne) wolle an diesem Dienstag im Kabinett erste Vorschl├Ąge dazu machen, hie├č es.

Zurzeit gilt im S├╝dwesten weiter die Alarmstufe II mit zahlreichen Einschr├Ąnkungen vor allem f├╝r Ungeimpfte, obwohl auf den Intensivstationen der Krankenh├Ąuser l├Ąngst nicht mehr so viele Covid-19-Patienten liegen wie noch vor Weihnachten. Experten gehen davon aus, dass die ├Ąu├čerst ansteckende Omikron-Variante deutlich mildere Verl├Ąufe hat als Delta und deswegen weniger Menschen schwer erkranken. Allerdings sind die Sieben-Tages-Inzidenzen zuletzt wieder stark gestiegen.

Im vergangenen Sommer hatte die gr├╝n-schwarze Landesregierung ein System mit Basis-, Warn- und Alarmstufe I und II eingef├╝hrt. Um eine ├ťberlastung der Kliniken zu verhindern, wurde die Belegung der Intensivbetten und die sogenannte Hospitalisierungsrate als entscheidende Kriterien eingef├╝hrt. Letztere gibt an, wie viele Corona-Infizierte innerhalb einer Woche und pro 100.000 Einwohner in eine Klinik gebracht werden.

Eigentlich h├Ątte die Regierung die Corona-Regeln gem├Ą├č seinem Stufensystem l├Ąngst lockern m├╝ssen, da die Grenzwerte vor allem bei den belegten Intensivbetten unterschritten wurden. Doch wegen der wieder steigenden Inzidenzen hatte das Land vergangene Woche entschieden, bis Ende Januar in der Alarmstufe II mit zahlreichen Einschr├Ąnkungen zu bleiben. Das sei auf Dauer aber nicht zu halten, hie├č es in Regierungs- und Koalitionskreisen.

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Nach der urspr├╝nglichen Regelung m├╝sste das Land voraussichtlich Mitte der Woche sogar zur├╝ck in die sogenannte Warnstufe gehen, da der Grenzwert von 390 belegten Intensivbetten dann f├╝nf Tage nacheinander unterschritten werden d├╝rfte. In der Warnstufe w├╝rde dann wieder weitgehend 3G gelten und zum Beispiel Fu├čballstadien k├Ânnten wieder ganz ├Âffnen, w├Ąhrend es derzeit nur Geisterspiele gibt. Auch Clubs und Diskotheken k├Ânnten wieder ├Âffnen, Ungeimpfte h├Ątten mit einem aktuellen PCR-Test Zugang.

Solche weitgehenden ├ľffnungen gingen angesichts der steigenden Inzidenzen durch Omikron aber zu weit, deshalb m├╝ssten die Regeln, die in den einzelnen Stufen gelten, nochmal angepasst werden, hie├č es in Koalitions- und Regierungskreisen.

Zuletzt hatte der Virologe und Berater der Bundesregierung, Christian Drosten, erkl├Ąrt, er sehe in der milder verlaufenden Omikron-Variante eine "Chance". Fr├╝her oder sp├Ąter m├╝ssten sich alle Menschen mit Sars-Cov-2 infizieren. "Wir k├Ânnen nicht auf Dauer alle paar Monate ├╝ber eine Booster-Impfung den Immunschutz der ganzen Bev├Âlkerung erhalten." Das m├╝sse das Virus machen, erkl├Ąrte Drosten.

Bayerns Ministerpr├Ąsident Markus S├Âder will wegen Omikron k├╝nftig einen "breiteren Ansatz" in der Corona-Politik verfolgen. "Es wird nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. Wir m├╝ssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente st├Ąrker achten", sagte der CSU-Chef. Anfang kommender Woche beraten die Ministerpr├Ąsidenten wieder mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) ├╝ber die weitere Strategie im Kampf gegen Corona.

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