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VW und Bosch: Projekt könnte Gemeinschaftsfirma vorbereiten

Von dpa
18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
VW und Bosch
Ein VW Logo wird vor den Bosch Stammsitz gehalten. (Quelle: picture alliance / Franziska Kraufmann/dpa/Illustration/dpa-bilder)
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Volkswagen und sein Gro√ülieferant Bosch wollen mit einem neuen Projekt ihre Kompetenzen im Bau von E-Autos und Fertigungstechnik f√ľr Batteriezellen in Europa b√ľndeln. Daraus k√∂nnte ein Gemeinschaftsunternehmen zur Ausr√ľstung kompletter Zellfabriken f√ľr die Fahrzeugbranche werden, wie die Partner am Dienstag erkl√§rten. Bis zum Jahresende wollen sie dies vorbereiten. Niedersachsens Ministerpr√§sident und VW-Aufseher Stephan Weil erhofft sich zudem vom Bund mehr Engagement im Wettbewerb um die Standorte.

Bosch und VW schlossen bereits eine Absichtserkl√§rung zu ihrem Vorhaben. Die Kooperation sei bisher noch in einem recht fr√ľhen Stadium, hie√ü es aus Firmenkreisen. Als Ziel peilen der gr√∂√üte europ√§ische Autobauer und der weltgr√∂√üte Autozulieferer eine "Kosten- und Technologief√ľhrerschaft bei der Industrialisierung von Batterietechnologie und Serienproduktion nachhaltiger Batterien" an.

Zum Aufbau von Zellfabriken und Hochlauf der E-Mobilit√§t sind enorme Investitionen n√∂tig. Kleinere oder mittelgro√üe Unternehmen k√∂nnten daher Bedarf an Gesamtsystemen und zugeh√∂rigen Dienstleistungen wie Einrichtung und Wartung haben. Das "Batteriehaus"-Projekt soll zun√§chst teils in Salzgitter, teils in Stuttgart-Feuerbach angesiedelt werden. Eine gro√üe N√§he zu den Produktionsorten sei wegen m√∂glichst kurzer Wege wichtig. Es gehe um das "gesamte Spektrum an Prozessen und Komponenten, die f√ľr die Herstellung von Batteriezellen und -systemen im gro√üen Ma√üstab erforderlich sind".

Volkswagen will in Europa zun√§chst sechs eigene Zellfabriken bauen. Neben Salzgitter ist Skellefte√• in Nordschweden daf√ľr schon gesetzt. Ein dritter Standort in Spanien gilt als ausgemacht, sofern die Politik dort entsprechende Bedingungen bietet. Au√üerdem sollen m√∂gliche Kandidaten unter Regionen in Osteuropa gepr√ľft werden.

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Der Wolfsburger Konzern hat schon eine eigene europ√§ische Aktiengesellschaft (SE) f√ľr das Batteriegesch√§ft gegr√ľndet. Nun geht es um die Suche nach zus√§tzlichen Investoren. Denkbar ist auch ein B√∂rsengang. VW-Technikvorstand Thomas Schmall erkl√§rte: "Es gibt eine starke und wachsende Nachfrage nach allen Aspekten der Batterieproduktion, einschlie√ülich der Ausr√ľstung neuer Gigafactories. Volkswagen und Bosch loten die Chancen aus, diese kommende Multi-Milliarden-Industrie zu entwickeln und zu gestalten."

Regierungschef Weil, der im Pr√§sidium des VW-Aufsichtsrats sitzt, forderte den Bund abermals auf, im europaweiten Wettlauf um neue Standorte f√ľr Batteriezellwerke Initiative zu zeigen. In Anbetracht der F√∂rderprogramme anderer L√§nder m√ľsse Berlin nachziehen. "Mein dringender Rat an die Bundespolitik ist, dass Deutschland mithalten sollte", sagte Weil der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Dienstag).

Der SPD-Politiker wirbt seit l√§ngerem f√ľr eine weitere Zellfabrik in der N√§he des VW-Werks im ostfriesischen Emden. Die Nordseek√ľste w√§re aus Weils Sicht passend, weil die Fertigung dort mit √Ėkostrom aus Windkraft versorgt werden k√∂nnte: "Viel erneuerbare Energie direkt vor Ort, das w√ľrde gut zur Batterieproduktion passen, die √§u√üerst
energieintensiv ist." Der Konzern hatte in seiner Investitionsrunde Anfang Dezember noch keine Standortentscheidungen mitgeteilt. Dem Vernehmen nach könnte in Deutschland auch die Umgebung der sächsischen VW-Werke Zwickau oder Chemnitz Chancen haben.

Weil hatte der Deutschen Presse-Agentur k√ľrzlich gesagt, eine erg√§nzende Fabrik in Deutschland m√ľsse international wettbewerbsf√§hig sein. "Da ist der Bund gefragt, denn andere L√§nder in Europa locken mit hohen Subventionen, die die M√∂glichkeiten des Landes Niedersachsen deutlich √ľberschreiten. Deutschland muss sich fragen, ob es sich leisten kann, dass die wichtigste Komponente am Auto k√ľnftig nicht mehr aus Deutschland kommt. Insbesondere an der K√ľste sind die Bedingungen mit der Windenergie vor Ort kaum zu toppen."

Im rheinland-pf√§lzischen Kaiserslautern wird die geplante Batteriezellfertigung von Opel mit der Konzernmutter Stellantis und der franz√∂sischen Total-Tochter Saft mit 437 Millionen Euro Steuergeld unterst√ľtzt. Anfang September √ľbergaben der damalige Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und Ministerpr√§sidentin Malu Dreyer (SPD) den F√∂rderbescheid.

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