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VW will E-Plattformen nach Indien liefern

Von dpa
19.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Volkswagen
Das Logo des Automobilherstellers Volkswagen ist am VW-Tower in Hannover zu sehen. (Quelle: Moritz Frankenberg/dpa/Symbolbild/dpa-bilder)
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Der VW-Konzern will seine Technikplattformen f├╝r Elektroautos k├╝nftig auch auf dem Wachstumsmarkt Indien anbieten und hat ein eigenes Vorstandsteam f├╝r sein Batteriegesch├Ąft berufen.

Zusammen mit dem Hersteller Mahindra streben die Wolfsburger bis zum Ende dieses Jahres einen "verbindlichen Vertrag" an, wie beide Partner am Donnerstag ank├╝ndigten. Ein Kooperationsabkommen wurde bereits geschlossen. Es geht um Baugruppen wie Elektroantriebe, Batteriesysteme und bald auch eigene Batteriezellen, die Volkswagen in seinen Komponentenwerken produziert. Ihre Batteriesparte hat die VW-Gruppe schon als Europ├Ąische Aktiengesellschaft (SE) organisiert, sp├Ąter einmal k├Ânnte wom├Âglich deren B├Ârsengang anstehen.

F├╝r die F├╝hrung des Bereichs, der die gesamte Wertsch├Âpfungskette vom Rohstoffeinkauf ├╝ber Forschung, Entwicklung und Produktion bis zum Recycling abdecken soll, ist ab Juli ein sechsk├Âpfiger Vorstand zust├Ąndig. Geleitet wird er von Frank Blome, der seit 2020 das Gesch├Ąftsfeld Batterie im Technikressort verantwortet. Mit dabei ist auch der fr├╝here Batterie-Entwicklungschef von Apple, Soonho Ahn. Der S├╝dkoreaner arbeitete zudem bei den Elektronikriesen LG und Samsung.

Die Planung und der zuk├╝nftige Betrieb der eigenen europ├Ąischen Zellfabriken soll von Sebastian Wolf gesteuert werden. Der Ingenieur war zuvor unter anderem f├╝r Bosch t├Ątig - VW will mit dem Zulieferer aus Stuttgart auch die technische Ausstattung der Zellwerke angehen. Die Batteriegesellschaft von Volkswagen selbst wird in Salzgitter angesiedelt, wo eine der sechs Batteriezellfabriken in Europa entsteht. Weitere Standorte sind Skellefte├ą in Nordschweden und Valencia in Spanien. Entscheidungen zu den ├╝brigen drei stehen noch nicht fest, es gibt Bewerber etwa aus Deutschland und aus Osteuropa.

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Mahindra w├Ąre der erste indische Autobauer, der Systeme f├╝r die E-Mobilit├Ąt bei VW zukauft. Ein gro├čer externer Kunde ist bisher Ford. Die Amerikaner wollen auf der Basis von Volkswagens Modularem Elektrobaukasten (MEB) mindestens zwei eigene Autos bauen, dabei ist das deutsche Ford-Werk in K├Âln eingebunden. VW-Technik- und -Komponentenvorstand Thomas Schmall sagte, die Gespr├Ąche mit Mahindra seien nun einer der n├Ąchsten Schritte, um den MEB zu ├Âffnen. Diese Plattform kommt in mehreren Modellen der VW-Konzernmarken zum Einsatz, sie ist aber als offenes Konzept angelegt. Hauptziele sind, Gr├Â├čenvorteile besser auszunutzen und Standards zu vereinheitlichen.

Mahindra und Volkswagen wollen ihre Zusammenarbeit laufend bewerten. Kommt es zu der angepeilten festen Kooperation, h├Ątten die Inder zun├Ąchst wohl vor allem Interesse an einzelnen Kernmodulen des MEB. Die Rede ist von einem m├Âglichen Vertrag mit sechs bis sieben Jahren Laufzeit. Die Teile und Systeme d├╝rften vorerst aus VW-Fabriken in Europa und Asien zugeliefert werden. Sp├Ąter - sofern alles wie geplant verl├Ąuft und es mittelfristig hinreichende Nachfrage gibt - k├Ânnte eventuell eine lokale Fertigung in S├╝dasien denkbar sein.

Indien gilt als einer der Autom├Ąrkte mit dem gr├Â├čten Wachstumspotenzial, bislang sind dort allerdings vor allem Verbrenner unterwegs. In dem Schwellenland mit rund 1,4 Milliarden Einwohnern sollen ab Mitte der 2030er Jahre nur noch emissionsfreie Fahrzeuge neu zugelassen werden. Die Industrie dort wolle sich insgesamt unabh├Ąngiger von Rohstoffen aus dem Ausland machen, sagte Schmall. An zugelieferten Elektrokomponenten bestehe jedoch gro├čes Interesse.

Im Fall von Mahindra geht es um gr├Â├čere SUVs, die der Hersteller mit seiner "Born Electric Platform" best├╝cken will. Schmall gab sich ├╝berzeugt, dass der indische Markt f├╝r dieses Segment gen├╝gend K├Ąufer hat. VW hatte zun├Ąchst lange versucht, erst ein gr├Â├čeres Angebot f├╝r Kleinwagen in dem Land sowie in China aufzubauen - mit bestenfalls m├Ą├čigem Erfolg. Gespr├Ąche mit dem indischen Hersteller Tata ├╝ber ein gemeinsames "Budget Car" waren vor einigen Jahren noch geplatzt. Mittlerweile hat die Konzerntochter Skoda die Verantwortung f├╝r den wachstumstr├Ąchtigen Subkontinent. Die Tschechen bekamen zum Beispiel den Auftrag, eine Entwicklungsabteilung f├╝r Fahrzeuge aufzubauen.

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