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Mercedes-Chef Toto Wolff: "Als sei Bürgerkrieg ausgebrochen"

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Massives Polizeiaufgebot nach Raubüberfall  

Mercedes-Chef Wolff: "Als sei Bürgerkrieg ausgebrochen"

12.11.2017, 13:19 Uhr | dpa

Mercedes-Chef Toto Wolff: "Als sei Bürgerkrieg ausgebrochen". Mercedes-Teamchef Toto Wolff äußert sich nach dem Überfall auf den Teambus und das massive Polizeiaufgebot.. (Quelle: Shaun Botterill/Getty Images)

Mercedes-Teamchef Toto Wolff äußert sich nach dem Überfall auf den Teambus und das massive Polizeiaufgebot.. (Quelle: Shaun Botterill/Getty Images)

Nach dem Überfall auf einen Mercedes-Teambus beim Formel-1-Rennen in Brasilien wurden die Polizeikräfte massiv verstärkt. Teamchef Toto Wolff vergleicht die Maßnahmen mit Szenen aus einem Bürgerkrieg.

Nach dem bewaffneten Raubüberfall auf Mechaniker eines Mercedes-Teambusses verwandelten die Behörden von São Paulo das Gebiet um das Autódromo José Carlos Pace in eine gefühlte Hochsicherheitszone. Motorrad-Polizisten patrouillierten auf der Avenida Interlagos, Wachen standen vor den Zufahrtsstraßen der Favelas. "Es sah aus, als sei Bürgerkrieg ausgebrochen, so viel Polizei war unterwegs, als wir zu Strecke kamen", berichtete Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Mercedes-Mechaniker mit Waffen bedroht

Der gesamte Rennstall stand noch unter dem Eindruck des Überfalls, der sich gegen 22 Uhr Ortszeit am Freitagabend ereignet hatte. Nachdem zuvor ein gepanzerter Wagen mit Mitgliedern des Internationalen Automobilverbandes (FIA) einem Überfall noch hatte entkommen können, wurden die acht Insassen des Mercedes-Teambusses gestoppt und mit Waffen bedroht.

Einige mussten aussteigen und sich auf den Boden legen. "Es müssen wirklich beängstigende Momente gewesen sein", sagte Wolff. "Ich bin seit zehn Jahren in der Formel 1, und das Frustrierendste ist, dass es jedes Jahr irgendeinem im Fahrerlager passiert", betonte Mercedes-Star und Vierfach-Weltmeister Lewis Hamilton. Nicht minder erschüttert war sein Teamkollege Valtteri Bottas - im Wagen saßen Mechaniker des Finnen. Die Pole holte er anschließend für sie.

Button wurde 2010 überfallen

Bereits vom Samstag an hatte sich die Zahl der Beamten rund um die Strecke spür- und sichtbar massiv erhöht. "Die Polizei wird mit schwerer Verstärkung für den Rest im Einsatz sein", teilte der Automobil-Weltverband (FIA) mit. Schwarze Einsatzfahrzeuge der Zivilpolizei fuhren Streife. Gegenüber des Eingangs, den die Teams benutzen, parkten zwei Busse der "Guardia civil". Praktisch allgegenwärtig waren Sicherheitsbeamte im unmittelbaren Bereich um den Kurs.

Die Formel 1 kennt das Problem. Zu den heftigsten Erlebnissen bis zum Übergriff am Freitag zählte ein Überfallversuch auf Jenson Button 2010. Im typischen dichten Verkehr passierte es ebenfalls auf der Rückfahrt von der Strecke zum Hotel. "Dann hab ich einen Hund gesehen, der sehr putzig war. Das nächste, was ich gesehen habe, war ein Mann mit einer Waffe", hatte Button damals erzählt. Verletzt worden war auch damals glücklicherweise niemand.

Der Fahrer des Wagens mit dem Weltmeister von 2009 hatte schnell reagiert. In den Jahren danach wurden Button und sein damaliger McLaren-Teamkollege Hamilton unter anderem in gepanzerten Wagen und mit Polizeieskorte gefahren.

Schwiegermutter von Ecclestone entführt

Vor einem Jahr hatte der damalige Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auf zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen verzichtet – trotz der vorherigen Entführung seiner Schwiegermutter. "Nein, es gibt keinen Grund ängstlich zu sein oder sich Sorgen zu machen", hatte Ecclestone gesagt. Brasilien sei nicht so gefährlich, wie die Leute dächten. Ecclestones dritte Ehefrau ist Brasilianerin.

"Vielleicht war unsere Herangehensweise in den vergangenen Jahren ein bisschen leichtfertig, weil Brasilien einfach ein cooles Land ist", sagte Wolff. Auch Hamilton, der via Twitter am Samstag auch von Schüssen geschrieben hatte, lobte die Energie, die Brasilien versprüht. Er machte sich für das Rennen stark, das zweifelsohne zu den Klassikern im Rennkalender zählt. Hamilton, der nach eigenen Angaben noch nie eine gefährliche Situation in Brasilien erlebt hat, forderte aber auch die Sicherheit für alle im Fahrerlager.

Nur wie? "Es sollte eigentlich nicht so sein, dass wir gepanzerte Autos, Waffen und Beamte brauchen, um sicher von der Strecke zum Hotel zu kommen. So sind aber die Umstände", sagte Wolff.

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