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Formel-1-Gastgeberland Deutschland: Eine Frage des Geldes

Von dpa
Aktualisiert am 08.02.2022Lesedauer: 3 Min.
Es ist weiterhin offen, ob k├╝nftig Formel-1-Rennen in Deutschland auf dem Hockenheimring stattfinden werden.
Es ist weiterhin offen, ob k├╝nftig Formel-1-Rennen in Deutschland auf dem Hockenheimring stattfinden werden. (Quelle: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Hockenheim (dpa) - Das mit der Autobauer-Nation Deutschland und der Formel 1 ist mittlerweile so eine Sache. Als die Rennkalender-Not gro├č war, sprang der N├╝rburgring kurzfristig ein.

Ein ├╝berraschendes Comeback war es, nachdem die Motorsport-K├Ânigsklasse in der Eifel davor zuletzt 2013 angetreten war. Der Hockenheimring galt ├╝ber Jahrzehnte ohnehin als zuverl├Ąssiger Partner. 2019 gab es auf dem Kurs in Nordbaden aber den bis dato letzten Grand Prix. 2022 sind im Kalender 23 Rennen geplant - Deutschland ist selbst im Rekordjahr nicht dabei. Um die Aussicht auf eine R├╝ckkehr danach ist es auch nicht gerade bestens bestellt.

Solange es viele L├Ąnder gebe, die bereit seien, "Summen f├╝r ein Formel-1-Rennen zu bezahlen, die sich ├╝berhaupt nicht refinanzieren lassen, solange ist es schwierig, in diesem Konzert mitzuspielen", sagt Jorn Teske, einer von zwei Gesch├Ąftsf├╝hrern der Hockenheimring GmbH, in einem Gespr├Ąch der Deutschen Presse-Agentur. Es ist nicht so, dass eine oder geschweige denn alle Seiten nicht wollen, es geht ums K├Ânnen, ums sich Leisten k├Ânnen. Es geht darum, in einem Bieten mit L├Ąndern mitzuhalten, bei denen die Geb├╝hren auch mal aus Staatst├Âpfen oder von privaten Investoren kommen.

Grunds├Ątzliches Interesse besteht

"Dass wir seitens des Hockenheimrings ein Interesse haben, dass die Formel 1 hier stattfindet, ist nicht neu", sagt Teske. "Wir w├╝rden uns freuen, die Formel 1 auf dem N├╝rburgring zu begr├╝├čen", betont N├╝rburgring-Sprecher Alexander Gerhard. "Wir kennen auch alle die H├╝rden, die es daf├╝r gibt", sagte Teske. Aber: "Die finanzielle H├╝rde mit den Antrittsgeldern steht zwischen uns." Es m├╝sse wirtschaftlich tragbar sein, formuliert es Gerhard.

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Die Verantwortlichen beider Strecken fahren denselben Kurs, es herrscht Einigkeit. Auch eine alternierende L├Âsung, wie es sie schon mal gab, an der N├╝rburg und in Hockenheim sei sehr gut vorstellbar. "F├╝r mich ist das nicht mal ein Kompromiss, sondern sogar eine Ideall├Âsung. Ich w├╝rde das anstreben", sagt Teske.

Kein Interesse am wirtschaftlichen Risiko

Wirtschaftlich tragbar bedeutet f├╝r beide deutsche Rennstrecken, die sich auch ohne die Formel 1 nach eigenen Angaben ├╝ber mangelnde Auslastung nicht beklagen k├Ânnen, dass sie nicht das Risiko eines Millionenverlustes eingehen wollen. Weiterhin k├Ânnen die Rennstrecken die Ausgaben nur mit den Einnahmen aus dem Ticketverkauf decken, ein ├ťberbleibsel aus den Zeiten von Bernie Ecclestone.

"Es ist eine Abw├Ągung der Formel 1, wie wichtig ihnen der Markt ist", betonte Teske mit Blick auf Deutschland als Gastgeber. "Dass das Ganze nicht auf dem R├╝cken der Rennstrecken ausgetragen werden kann, ist klar. Dazu haben wir nicht die Kraft, es ist auch nicht unsere Aufgabe."

Es braucht Geldgeber. Daran hat sich auch nichts nach einem Videocall im vergangenen Monat zwischen Verantwortlichen des Hockenheim- und des N├╝rburgring und Vertretern der Formel 1 ge├Ąndert. Er wolle sich bem├╝hen, den deutschen Markt wachzur├╝tteln, hatte j├╝ngst Formel-1-Boss Stefano Domenicali in einem Interview dem RedaktionsNetzerk Deutschland gesagt. Der Italiener, einst Teamchef bei Ferrari und auch daher mit den deutschen Rennstrecken bestens betraut, beklagt ein fehlendes Interesse aus und in Deutschland.

K├╝nftige Kandidaten gesucht

Zugleich sprach der Gesch├Ąftsf├╝hrer der Rennserie auch ├╝ber weitere k├╝nftige Kandidaten, wie weitere Rennen in China, jetzt, wo es in Guanyu Zhou bei Alfa Romeo den ersten Stammpiloten aus dem umstrittenen Reich des aktuellen Olympia-Gastgebers gibt. "Ein Comeback in Afrika - egal, ob im Norden oder S├╝den - w├Ąre toll", hatte Domenicali auch betont. Und ab n├Ąchstem Jahr geh├Ârt auch Katar f├╝r zun├Ąchst zehn Jahre zu den Gastgebern, in der vergangenen Saison sprang das reiche Emirat bereits f├╝r Australien ein.

Das mit der Autobauer-Nation Deutschland und der Formel 1 k├Ânnte also so eine Sache bleiben.

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