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FC Bayern: "Trainer Niko Kovac? Das Problem des Klubs liegt woanders"


"Kovac? Das Problem des FC Bayern liegt woanders"

  • Florian Wichert
Von Florian Wichert, Heiko Ostendorp

20.05.2019Lesedauer: 2 Min.
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Niko Kovac: Der Bayern-Trainer ist trotz des Meistertitels umstritten.
Niko Kovac: Der Bayern-Trainer ist trotz des Meistertitels umstritten. (Quelle: imago-images-bilder)
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Niko Kovac hat mit der Meisterschaft seinen ersten großen Titel beim FC Bayern gewonnen. Doch die Diskussionen über die Arbeit des Trainers reißen nicht ab. Sollten sich die Münchner wirklich von ihm trennen?

An dieser Stelle kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Heiko Ostendorp vom Sportbuzzer aktuelle Fußball-Themen. Diese Woche geht es um die Zukunft von Trainer Niko Kovac beim FC Bayern.

Niko Kovac geht fest davon aus, auch in der kommenden Saison Coach des FC Bayern München zu sein. Er habe Informationen "aus erster Hand", sagte er und sei "davon überzeugt, dass es weitergeht". Eine faktische Sicherheit vermochte er jedoch nicht zu bestätigen. "In der Schule war es auch so: der eine interpretiert es so, der andere so. Ich weiß, wie meine Chefs denken", sagte er.

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Aber: Selbst im Überschwang der Gefühle und nach lauten Sprechchören der Fans für den Trainer beim 5:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt blieb ein unumstößliches Bekenntnis der Bosse aus. Von dem in den vergangenen Wochen ohnehin kritischen Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge war das sowieso nicht zu erwarten. Doch auch Uli Hoeneß, der als klarer Befürworter des Coaches gilt, drückte sich um einen eindeutigen Satz. "Er hat bei uns einen Vertrag und meine Meinung kennt er", sagte der mächtige Präsident. Er werde sich nicht an der Diskussion beteiligen.

Trotz des großen sportlichen Erfolgs bleibt also die große Frage:

Sollte sich Bayern auch beim Gewinn des Doubles von Kovac trennen?

Pro
Heiko Ostendorp

Ja, denn die Überzeugung fehlt

Die entscheidenden Fragen in Bezug auf Niko Kovac sind nicht, ob er ein anständiger Kerl, ein guter Trainer ist und ob das mögliche Double nicht das Maximum wäre, was er in dieser schwierigen Saison rausholen konnte. Sondern einzig und allein, ob die Bayern-Bosse davon überzeugt sind, dass er der richtige Mann für die Zukunft ist – und dies ist offenbar nicht der Fall.

Über den Umgang von Hoeneß, Rummenigge und Salihamidzic mit ihrem wichtigsten Angestellten lässt sich definitiv streiten, eine schonungslose Analyse muss ihnen aber erlaubt sein. Die Bosse reden natürlich auch mit ihren Führungsspielern. Und auch aus der Mannschaft ist immer wieder zu hören, dass es zumindest Restzweifel an Kovac´ Qualitäten gibt.

Der FC Bayern steht vor der wichtigsten Phase seit Jahren, der Umbruch muss weiter forciert, neue Stars eingebaut werden, ein internationaler Titel soll bald wieder her. Wenn man sich nicht einig ist, ob Kovac das alles hinbekommt, sollte man sich von ihm trennen – völlig unabhängig von ein oder zwei Titeln.

Kontra
Florian Wichert
Florian Wichert

Nein, denn Kovac ist nicht das Problem

Mit Hummels, Boateng, Müller und Neuer steckten in der Hinrunde vier Weltmeister lange im Formtief. Tolisso, Robben und Coman fielen monatelang verletzt aus. Und die Vereinsspitze brachte mit Eitelkeiten und Genörgel permanent Unruhe rein. Üble Bedingungen – denen Niko Kovac bei seiner erst zweiten Station als Vereinstrainer trotzte, um Bayern letztlich souverän zur Deutschen Meisterschaft zu führen. Am Wochenende kann er im Pokalfinale gegen Leipzig das Double perfekt machen. Was für eine Leistung.

Beim 5:1 gegen Frankfurt haben die Fans Kovac mit Standing Ovations gefeiert und getan, was die Bayern-Bosse zuvor nicht geschafft haben. Sie haben sich klar zum Trainer bekannt – und damit gezeigt, wo das wahre Problem des Vereins liegt: In der Uneinigkeit von Präsident Hoeneß, Vorstandschef Rummenigge und Sportdirektor Salihamidzic. Die haben Kovac so weit demontiert, dass es kaum noch eine Basis für eine weitere Zusammenarbeit gibt. Aber bevor Kovac geht, sollte lieber einer der Drei gehen.

Was denken Sie, wer hat recht?

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