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Meinung
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"Ein Teufelskreis! Warum der HSV wohl nie mehr zurückkommt"

  • Florian Wichert
  • Robert Hiersemann
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 29.06.2020Lesedauer: 1 Min.
Fassungslos: HSV-Stürmer Joel Pohjanpalo (l.) und Aaron Hunt.
Fassungslos: HSV-Stürmer Joel Pohjanpalo (l.) und Aaron Hunt. (Quelle: Tim Groothuis/Witters/Pool/imago-images-bilder)
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Erneutes Drama um den verpatzten HSV-Aufstieg! Selbst die eigenen Fans fragen sich: Wird der HSV jemals wieder in die Bundesliga zurückkehren? | Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Ein einziges Tor hatte Dennis Diekmeier bis zum vergangenen Wochenende geschossen – in elf Jahren als Profifußballer, von denen er acht beim Hamburger SV verbrachte. Nun spielt Diekmeier für den SV Sandhausen. Ausgerechnet Diekmeier versaute am Sonntag mit seinem neuen Verein dem ehemaligen einen möglichen Aufstieg und erzielte den Treffer zum 5:1-Endstand. Sein zweites Profitor und eine Geschichte, die symptomatisch ist für die Entwicklung des HSV in den vergangenen Jahren.

Der einstige Bundesliga-Dino hat zum zweiten Mal in Folge den sicher geglaubten Aufstieg in den letzten Zweitliga-Spielen noch in den Sand gesetzt – und wird nun mal wieder bundesweit mit Hohn und Spott überschüttet. Oben im Video oder hier sehen Sie, wie Dieter Hecking den verpassten Aufstieg analysiert. Währenddessen fragen sich auch die treuen und leidgeprüften Fans des HSV:

Wird der HSV jemals wieder in die Bundesliga aufsteigen?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, der HSV wird schon nächste Saison aufsteigen

Fußball-Deutschland zerreißt sich mal wieder das Maul über den HSV. Das macht Spaß – und ist einfach. Aber es wird den Protagonisten in Hamburg nicht gerecht. Ja, Sportchef, Trainer und Mannschaft haben den sicher geglaubten Aufstieg noch verpatzt und müssen sich dies ankreiden lassen – aber weder Jonas Boldt oder Dieter Hecking noch das Gros der Mannschaft kann etwas für die Selbst-Demontage des Vereins in der Vergangenheit.

Hecking beispielsweise kam erst 2019, musste 21 neue Spieler und einen sehr jungen Kader mit einem Durchschnittsalter von 25,7 Jahren zu einem Team formen, das dem extremen Druck in Hamburg gewachsen ist. Natürlich ist es brutal und ernüchternd, dass das (noch) nicht zum Aufstieg gereicht hat. Aber: Schon in der kommenden Saison werden die talentierten jungen Spieler viel weiter sein. Hecking und Sportchef Jonas Boldt haben Ruhe in den Verein gebracht und selbst bei heiklen Fällen wie dem Aufruhr um die angeblich falsche Identität Bakery Jattas eine hervorragende Figur abgegeben.

Wenn Hecking als Trainer bleibt, gemeinsam mit Boldt die richtigen Schlüsse zieht und den Kader punktuell verstärkt, wird der HSV zurückkommen, den Fluch besiegen – und schon in der kommenden Saison aufsteigen.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, denn der HSV hat ein gewaltiges Problem

Der Hamburger SV hat sich mit der Pleite gegen Sandhausen selbst einen Gefallen getan – schließlich umgeht man so nun die zwei Nordderby-Niederlagen in der Relegation gegen Bremen. Denn wenn man eines in den letzten Jahren als Fußballfan gelernt hat, dann das: Hat der HSV die Chance, sich auf großer Bühne zu blamieren, dann nutzt er diese auch.

Keine Führung, kein Biss, keine Durchschlagskraft. HSV-Fans sollten sich damit anfreunden, dass ihr Verein ein Zweitligist bleibt. Zweimal in Folge kratzte man inzwischen am Aufstieg. Wenn es nach Etat und Klasse der Spieler geht, hätte man in dieser Saison aufsteigen müssen. Doch der HSV hat ein gewaltiges Problem, welches die Rückkehr in die Bundesliga fast unmöglich macht:

Das Image des Chaos-Klubs scheint die eigenen Profis zu hemmen. Seit Jahren wirken HSV-Spieler nach Siegen vielmehr erleichtert als wirklich erfreut. Erleichtert, weil sie die nächste Blamage verhindert haben? Diese Grundhaltung ist das Problem. Die Angst vor der Folge des Misserfolgs: Spot, Häme, Anfeindungen. Unnötiger Druck.

Und selbst wenn man als Fußballer neu zum HSV kommt, muss man damit leben. Denn man ist automatisch Teil davon. Ein Teufelskreis, der kaum zu durchbrechen ist – und die Bundesliga-Rückkehr verhindern wird. Der HSV wird wohl nie zurückkommen.

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online.de) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen auch als Podcast zum Hören und kostenlosen Abonnieren bei t-online.de, Apple, Spotify, Google, Deezer, Podigee und in jeder Podcast-App.

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