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Schalke 04: Ist eine Rettung noch möglich? "Den letzten Trumpf verspielt"

PRO & KONTRAZukunft des Traditionsvereins  

"Nur zwei Trainer können Schalke jetzt noch retten"

Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

28.09.2020, 16:18 Uhr
Schalke 04: Ist eine Rettung noch möglich? "Den letzten Trumpf verspielt". Wer kann sie wieder aufbauen? Schalkes Profis Omar Mascarell (l.) und Salif Sané.  (Quelle: imago images/Moritz Müller)

Wer kann sie wieder aufbauen? Schalkes Profis Omar Mascarell (l.) und Salif Sané. (Quelle: Moritz Müller/imago images)

Sportlich läuft es katastrophal, auch die finanzielle Situation ist schwierig. Und zudem sind die eigenen Fans unzufrieden. Was kann dem Verein überhaupt noch helfen?

Der schlechteste Start einer Mannschaft in der Bundesliga-Geschichte mit null Punkten und 1:11 Toren aus zwei Spielen, die mit Abstand längste Negativserie der Vereinsgeschichte mit insgesamt 18 Spielen ohne Sieg und die zweithöchste Niederlage der Klubhistorie mit dem 0:8 bei Bayern in der Vorwoche: Die Lage beim FC Schalke ist dramatisch und kostete gestern Vormittag Trainer David Wagner den Job.

Die Probleme auf Schalke sind allerdings nicht nur sportlicher Natur. Zuletzt sorgte Ex-Aufsichtsratschef Clemens Tönnies mit einem Stadionbesuch in München für Aufruhr bei den Fans. Und immer wieder steht Schalke aufgrund der finanziell prekären Situation in den Schlagzeilen. Das führt zur Frage:

Ist der FC Schalke 04 noch zu retten? 

Robert Hiersemann

Head of Fußball und Sport

Pro

Ja, doch es muss sich einiges ändern

Die Entlassung von Wagner lässt vor allem einen Mann schlecht aussehen: Sportvorstand Schneider. Denn er hielt am Trainer fest, obwohl dieser schon in der vergangenen Saison 16 Spiele in Folge sieglos blieb. Er ist schuld daran, dass der Verein nun noch tiefer ins Chaos stürzt. Und trotzdem hat er weiter die Chance, mit Schalke eine gute Saison zu spielen – nur muss sich dafür einiges ändern.

Man sollte endlich auf die Talente setzen. Viel zu oft wurden zuletzt Fußballer wie Bozdogan (19) oder Becker (23) von S04-Verantwortlichen gelobt, ohne sie anschließend mit Spielzeit zu belohnen. Ein Fehler! Denn die S04-Fans würden die eine oder andere schlechte Platzierung sicher akzeptieren, wenn man dafür versucht, neue Topspieler wie einst Höwedes oder Sané zu entwickeln.

Doch um die Talente im Profikader richtig zu fördern, braucht man einen Toptrainer. Manuel Baum wird Schalke nicht retten. Zwei Namen sind in diesem Zusammenhang viel interessanter: Rangnick hatte mit Schalke schon mal Erfolg, zudem setzt er konsequent auf junge Fußballer. Auch van Bommel kann das und ist ein Mann der klaren Worte. Beide sind ohne Verein, beide könnten Schalke retten.

Das Problem: Sie müssten sich selbst auch ein Engagement auf Schalke vorstellen können, und das ist beim arg ramponierten Image des Klubs aktuell eher unwahrscheinlich.

Florian Wichert

Stellvertretender Chefredakteur

Kontra

Nein, Schalke hat den letzten Trumpf verspielt

Null Punkte, 1:11 Tore – und ein Blick auf die Aufstellung genügt, um zu erkennen: dieser Start ist kein Wunder. Fährmann, Rudy, Bentaleb und Uth, also gleich vier Spieler sind auf Schlüsselpositionen gesetzt und sollen Schalke führen – nachdem sie noch vor einem Jahr vom Hof gejagt wurden und am liebsten gar nicht zurückgekommen wären. Die Identifikation? Natürlich überschaubar.

Aber typisch für die katastrophale Kaderplanung der vergangenen Jahre. Wo vor zehn Jahren Neuer, Raul und Huntelaar spielten, wurden vor dieser Saison McKennie, Caligiuri und Nübel abgegeben – vielleicht noch die besten Spieler. Dafür kamen der bei Hertha ausrangierte Tor-Opa Ibisevic und Frankfurt-Ersatz Paciencia – bestenfalls Verlegenheitstransfers.

Für neue Stars oder einen neuen Toptrainer fehlt das Geld. Dazu kommt das Theater um Ex-Boss Tönnies. Schalke hat so selbst den einzig verbliebenen Trumpf der vergangenen Jahre verspielt. Den Namen, der immer wieder Spieler anlockte. Heute gehen diese lieber nach Freiburg oder Frankfurt. Dort haben sie die bessere Perspektive.

Das einzig Positive auf Schalke war vergangene Woche der Corona-Test von Harit. Ohne Trainer, Stars, Geld und Ideen? So ist Schalke nicht zu retten.

Wer hat recht?

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen. 

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