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Neuer muss die Folgen zu spĂŒren bekommen

  • Florian Wichert
  • Robert Hiersemann
Von Robert Hiersemann und Florian Wichert

Aktualisiert am 11.01.2022Lesedauer: 2 Min.
Bei diesem Thema herrscht Uneinigkeit: Muss es in Zukunft eine Corona-Klausel in den VertrÀgen der Sportler geben? (Quelle: t-online)
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Die Bundesliga leidet unter coronabedingten AusfĂ€llen. MĂŒssen Klubs wie der FC Bayern die VertrĂ€ge kĂŒnftig pandemiefest machen, um Spieler an fahrlĂ€ssigem Verhalten zu hindern?

Die Bundesliga leidet unter Corona. Die Geisterspiele und die damit verbundenen finanziellen Einbußen belasten die Klubs massiv – nach der Winterpause haben die Vereine nun auch noch mehr denn je mit AusfĂ€llen aufgrund von Corona-Infektionen zu kĂ€mpfen.


Das verdienen die Stars des FC Bayern MĂŒnchen

Die Stars des FC Bayern haben allesamt MillionengehÀlter (Quelle: sport.de).
Josip Stanisic: 200.000 Euro
+24

Sehen Sie das Format "Zweikampf der Woche" hier, oben im Video oder auch ab 21 Uhr im Free-TV im Rahmen von "Bundesliga Analyse" auf Sport 1.

Am hĂ€rtesten hat es den FC Bayern getroffen. Der musste neun Stars ersetzen und mit diversen Jugendspielern auf der Bank den RĂŒckrundenauftakt gegen Gladbach bestreiten. Er vergeigte ihn (1:2) und haderte anschließend damit, dass das Spiel ĂŒberhaupt ausgetragen wurde.

Eine Wettbewerbsverzerrung kann t-online-Kolumnist Stefan Effenberg (Lesen Sie hier die ganze Kolumne) allerdings nicht erkennen. Er schrieb dazu: "Der FC Bayern ist selbst schuld an der prekĂ€ren Situation." Laut Effenberg haben sich die Spieler mit diversen Fernreisen einem unnötigen Infektionsrisiko ausgesetzt. Auch Nationaltorwart Manuel Neuer, der sich auf den Malediven infizierte und durch Sven Ulreich ersetzt werden musste – der wiederum keine gute Figur abgab.

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Effenberg schrieb: "Spielern werden heutzutage laut VertrĂ€gen teilweise gefĂ€hrliche FreizeitaktivitĂ€ten wie Skifahren untersagt, damit sie sich nicht verletzen. In einer Pandemie gehören fĂŒr mich Reisen, insbesondere Fernreisen, auch zu solchen gefĂ€hrlichen FreizeitaktivitĂ€ten. Deshalb muss es kĂŒnftig möglich sein, die Spieler daran zu hindern. Je nachdem wie lange die Pandemie uns noch begleitet, sollten deshalb auch Reiseverbote durchsetzbar sein."

Das fĂŒhrt zu der Frage:

Braucht es eine Vertragsrevolution in der Bundesliga, um den Pandemiebedingungen gerecht zu werden?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, die Spieler zwingen die Vereine zum Handeln

Reiseverbote? Arbeitsrechtlich unzulĂ€ssig. Impfpflicht? Nur schwer durchzusetzen. Die schĂ€rfste Waffe im Kampf gegen die Hallodris unter den Spielern ist bislang der Appell. Was er bringt, haben die Stars des FC Bayern gezeigt: nichts. Sie reisten in die Ferne, infizierten sich mit Corona und ließen ihre Mitspieler gegen Gladbach im Stich.

Das Chaos bei Bayern muss Folgen haben – und zwar fĂŒr die ganze Liga. Wenn diversen Spielern mit Appellen nicht beizukommen ist, dann mĂŒssen eben die VertrĂ€ge an die Pandemiebedingungen angepasst werden. Wo Skifahren aufgrund der Verletzungsgefahr verboten ist, muss auch die Fernreise aufgrund der Infektionsgefahr untersagt sein – genauso wie der Besuch im Club. Zumindest in der Pandemie.

Verpflichtendes Impfen, Verhaltensregeln – wahrscheinlich hilft nur eine Vertragsrevolution mit Passagen, in denen am besten gleich empfindliche Strafen bei Missachtung festgelegt sind.

Dem FC Bayern hĂ€tten solche Klauseln in den letzten Monaten einen immensen Schaden erspart. Bei bestehenden VertrĂ€gen ist leider nichts mehr zu Ă€ndern. Die, die kĂŒnftig geschlossen werden, mĂŒssen die Vereine pandemiefest gestalten. Am besten schon den von Neuer, wenn der ĂŒber 2023 hinaus verlĂ€ngert. Er war einer der Fernreisenden, infizierte sich auf den Malediven – und sollte genauso die Folgen spĂŒren wie alle anderen.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, denn der FC Bayern hat ein Problem, nicht die Liga

Die Ignoranz einiger Spieler darf nicht die Grundlage dafĂŒr sein, dass neue Klauseln in die ProfivertrĂ€ge gesetzt werden. Wenn einige so hochgelobte Superstars des Rekordmeisters aktuell ein schlechtes Vorbild abgeben, dann hat der FC Bayern ein Problem und nicht die Liga.

Zum Vergleich: Köln und Bielefeld haben momentan keine infizierten Fußballer, bei Mainz, Augsburg und FĂŒrth hat jeweils nur ein Akteur Corona. Bei Dortmund, Union Berlin und Frankfurt sind es zwei Profis pro Klub. Hier kommen die Spieler ja mit der Verantwortung klar, die Appelle der Bosse haben offensichtlich gefruchtet. Hinzukommt, dass eine Urlaubsreise auch nicht mit Skifahren zu vergleichen ist.

Klar: Fußballprofis mĂŒssen gerade wĂ€hrend der Corona-Pandemie ihrer Vorbildfunktion gerecht werden – und zwar auch und vor allem die Topstars aus MĂŒnchen. Am einfachsten wĂ€re es doch, wenn sich die Spieler, welche sich unverantwortlich verhalten, endlich mal eine Scheibe von den Vorbildern in der Liga abschneiden wĂŒrden. Denn es gibt durchaus viele Profis, die in der aktuell so brisanten Situation vorsichtig sind und auf Fernreisen verzichten. Denn sie sind sich der Tragweite ihres Handelns bewusst.

Also meckern wir am besten nicht nur ĂŒber die Bayern, sondern loben auch mal das vorbildliche Verhalten vieler anderer Spieler.

Wer hat recht?

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Im "Zweikampf der Woche" kommentieren wöchentlich Florian Wichert (Stellvertretender Chefredakteur bei t-online) und Robert Hiersemann (Head of Fußball und Sport) aktuelle Fußballthemen. Sehen Sie das Format oben im Video oder auch ab 21 Uhr im Free-TV im Rahmen von "Bundesliga Analyse" auf Sport 1.

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