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Immer wieder Weghorst: "Wölfe" jagen Champions-League-Beute

Von dpa
Aktualisiert am 07.02.2021Lesedauer: 3 Min.
Wolfsburger Erfolgsgarant: Torjäger Wout Weghorst.
Wolfsburger Erfolgsgarant: Torjäger Wout Weghorst. (Quelle: Peter Kneffel/dpa./dpa)
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Augsburg (dpa) - Als Angriffsriese Wout Weghorst einen Wolfsburger Konter aus dem Fußball-Lehrbuch ganz abgezockt mit einem Lupfer ins Tor vollendet hatte, reckte Oliver Glasner lächelnd den Daumen in die Höhe.

Der ehrgeizige Fußball-Lehrer aus Österreich mochte das 2:0 (1:0) beim FC Augsburg zunächst nicht mit einer "reinen Eins" benoten, rang sich dann aber doch zu einem "schon sehr gut" durch. Seine hungrigen "Wölfe" nähern sich in der Bundesliga gerade von Woche zu Woche der Champions-League-Reife. "Das war eine tolle Mannschaftsleistung", schwärmte der fleißige Entwickler Glasner.

Es passt aktuell alles zusammen beim Tabellendritten, der inklusive des Pokalerfolges gegen Schalke den fünften Zu-Null-Sieg am Stück bejubelte. Glasner hat eine Stammelf gefunden, die als Kollektiv imponiert. Und das Wolfsrudel will mehr, wie Nationalspieler Ridle Baku, verdeutlichte. "Auf die Bayern schauen wir nicht", sagte Baku beim Blick auf die Tabelle: "Aber wenn wir Woche für Woche die Punkte holen, bin ich überzeugt, dass wir uns oben festsetzen können."

Analog zum Liga-Dominator FC Bayern mit Welttorhüter Manuel Neuer und Weltfußballer Robert Lewandowski verfügt der VfL in Schlussmann Koen Casteels und Torjäger Weghorst vorne und hinten über zwei absolute Erfolgsgaranten. Der Belgier Casteels wirkt aktuell unbezwingbar. Und der Niederländer Weghorst hat schon 14 Mal getroffen. So viele Tore konnte noch kein VfL-Spieler nach 20 Spieltagen vorweisen.

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"Ich bin nicht der einzige, der bei uns vorne trifft", sagte der 28 Jahre alte Torjäger bescheiden. "Wir sind einfach in der Lage, vorne und auch aus dem Mittelfeld viele Tore zu machen und Möglichkeiten herauszuspielen." In Augsburg ragte er dennoch mal wieder heraus, beim 2:0 von Baku verdiente sich der Goalgetter einen Assist. Zwei weitere VfL-Treffer wurden nach Videobeweisen zurückgenommen. Ein 3:0 oder 4:0 wäre auch verdient gewesen. "Wolfsburg ist richtig im Flow", bemerkte Augsburgs Angreifer Florian Niederlechner anerkennend.

Internationale Qualität besitzt auch die Arbeit gegen den Ball. "Wir wissen, dass wir als Mannschaft sehr kompakt auftreten und defensiv ganz solide stehen", sagte Weghorst. Hinten stabil, vorne effektiv, "das sind Sachen, die stehen für Erfolg", betonte der Torjäger.

Der anhaltende Höhenflug macht die Wolfsburger selbstbewusst. Aber für Glasner gibt es keinen Grund, um nun abzuheben. "Wichtig wird sein, dass wir schön bescheiden bleiben", mahnte der 46-Jährige.

Eine übergroße Abhängigkeit von Weghorst, auf dessen Konto 44 Prozent der 32 Saisontore gehen, befürchtet der Trainer nicht. Tore sind für Glasner stets ein Produkt des Kollektivs, Paradebeispiel war das 1:0 mit dem finalen Zuckerpass von Yannick Gerhardt auf Weghorst. "Wie Wout das Tor dann macht, ist fantastisch", schwärmte Glasner über den Torjäger. Er sagte aber im selben Atemzug: "Wout steht oft am Ende der Nahrungskette. Ich fürchte keine Abhängigkeit von Wout."

Im kommenden Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach könnte der nächste großen Schritt Richtung Europas Königsklasse gelingen. Seit Einführung der Drei-Punkte-Wertung vor 25 Jahren landete nur eines von sieben Teams mit 38 Punkten nach 20 Spieltagen nicht unter den Top 4 (Kaiserslautern 1999).

Maximilian Arnold, der mit Xaver Schlager nach dem Münchner Top-Duo Kimmich/Goretzka die vielleicht beste Doppel-Sechs der Liga bildet, mahnte eindringlich dazu, weiterhin "step by step" voranzugehen: "Wir wissen, dass wir noch einen weiten Weg vor uns haben." Wo er enden soll, musste er nicht aussprechen.

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