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Fans ohne Masken in Bundesligastadien: Es gibt nur eine Lösung

MEINUNGFans ohne Masken in Fußballstadien  

Jetzt oder nie!

29.11.2021, 14:36 Uhr
Fans ohne Masken in Bundesligastadien: Es gibt nur eine Lösung. Viele Fans, nur ganz wenige mit Masken: Die Kölner Südkurve beim Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach. (Quelle: imago images)

Viele Fans, nur ganz wenige mit Masken: Die Kölner Südkurve beim Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach. (Quelle: imago images)

Während die Infektionszahlen weiter steigen und ganz Deutschland unter der Wucht der vierten Welle ächzt, feiern Tausende Menschen fröhliche Partys ohne Masken in Fußballstadien. Eine Partie wird zum mahnenden Beispiel. Es gibt nur eine Lösung.

Eine Frage: Wissen Sie noch, wie das Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach am Samstag ausgegangen ist?

Nein? Dann stehen Sie vermutlich nicht alleine da. Denn vom Bundesligaspiel zwischen den beiden Lokalrivalen redet aktuell niemand mehr. Tore, packende Szenen auf dem Rasen, die in Erinnerung bleiben? Weg. In Erinnerung bleiben dagegen andere Szenen – auf den Rängen im Kölner Stadion: Tausende Fans, dicht gedrängt, ohne Masken, ohne Abstände. Als hätte es Corona nie gegeben.

Zur Wahrheit gehört zwar auch, dass eben 50.000 Zuschauer unter Einhaltung der 2G-Regel in die Arena durften. Aber an diesem Samstag ist in Köln so einiges furchtbar, dramatisch, irrwitzig falsch gelaufen – und das gerade in der aktuellen Lage, mit weiter steigenden Infektionszahlen und einer möglichen neuen Gefahr durch die Omikron-Variante des Virus. Wer sich noch immer fragt, wie es zur vierten Welle in ihrer ganzen Wucht kommen konnte, der bekam in Köln ein Beispiel dieses Wusts aus kaum zu ertragender Behäbig- und Sorglosigkeit, der Deutschland im Kampf gegen Covid-19 wieder meilenweit zurückgeworfen hat und noch immer lähmt.

Bräsiges Gesundheitsamt, gedankenlose Fans

Zuallererst beim Kölner Gesundheitsamt: Die bräsige Behörde kommunizierte erst eine Stunde (ja, Sie haben richtig gelesen) vor der Partie, es sei ja vielleicht doch besser, im Stadion die Maskenpflicht aufrechtzuerhalten. Ein logischer, nachvollziehbarer, richtiger Gedanke – aber eben viel zu spät. Ganz zu schweigen von der Entscheidung, überhaupt eine Vollauslastung für das Spiel zuzulassen. Eine Behörde, allem Anschein nach im Tiefschlaf, während eine bereits seit anderthalb Jahren andauernde Pandemie gerade wieder Auftrieb erfährt.

Gästeblock beim Rheinderby in Köln: Auch unter den Gladbacher Anhängern waren Masken nur selten zu sehen. (Quelle: imago images/Revierfoto)Gästeblock beim Rheinderby in Köln: Auch unter den Gladbacher Anhängern waren Masken nur selten zu sehen. (Quelle: Revierfoto/imago images)

Dann bei leider viel zu vielen Fans, die in bestürzender Gedankenlosigkeit die wiederholten Aufforderungen des bemühten Kölner Stadionsprechers, doch bitte ihre Masken aufzusetzen, ignorierten, missachteten, verhöhnten. Erinnerungen werden wach an die EM 2021 im Sommer, als in vielen Stadien europaweit Tausende Fans von Budapest über Kopenhagen bis London und Glasgow unbeschwert fröhliche Fußballfeste feierten – und später scharenweise Meldungen über Corona-Infektionen einliefen. Einziger Unterschied: Wir wollten, sollten schon Monate weiter sein, sowohl in unserer Souveränität im Umgang mit der Pandemie als auch in ihrer Eindämmung.

Dem Fußball bleibt nur eine Möglichkeit

Das Gegenteil ist nun der Fall. So bleibt nur eine Möglichkeit: Meinen es alle Beteiligten ernst – mehr noch: Will der Fußball seine Rolle als "Vorreiter in der Pandemie", in der er sich so gerne sieht, nicht endgültig verspielen, dann muss jetzt gegen diese Fans durchgegriffen werden.

Stadionverbote wären das durchschlagendste Mittel, das den Vereinen – in diesem Fall Köln und Gladbach – zur Verfügung steht, ihnen Handhabe ermöglicht gegen den Irrsinn auf den Rängen. Dank personalisierter Tickets sollte eine Rückverfolgung kein Problem sein. Das sind die Bundesligisten der Gesellschaft schuldig. Es heißt schlicht und einfach: Jetzt oder nie!

Der Fußball geriert sich mit Vorliebe als Vorbild, als gemeinschaftsstiftend. Dann muss er auch jetzt vorangehen, muss zeigen, dass er es verdient, die Stadien für Zehntausende Menschen öffnen zu können, während Weihnachtsmärkte deutschlandweit abgesagt wurden oder schließen müssen.

Übrigens: Köln hat das Rheinderby 4:1 gewonnen. Der höchste Sieg gegen Gladbach seit 25 Jahren. Aber wer redet noch darüber?

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