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Neuer Torwart für DFB-Elf? Manuel Neuer entlarvt sich mit seiner Aussage selbst


Neuer hat sich mit seiner Aussage selbst entlarvt

  • Florian Wichert
  • Robert Hiersemann
Von Florian Wichert, Robert Hiersemann

Aktualisiert am 07.12.2022Lesedauer: 1 Min.
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"Nicht dran gedacht": So äußert sich Manuel Neuer direkt nach dem WM-Aus zu seiner eigenen Zukunft. (Quelle: t-online)
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Deutschland blamiert sich bei der WM in Katar. Altgediente Nationalspieler wie Müller denken über Rücktritt nach, Neuer dagegen will weitermachen. Ein Fehler?

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar startete am Wochenende in die K.-o.-Runde, doch die deutsche Nationalmannschaft ist aufgrund der teils blamablen Vorstellungen in der Vorrunde längst wieder zurück in der Heimat. Aus nach der Gruppenphase, ein Schock für ganz Deutschland.

Und natürlich sitzt die Enttäuschung darüber bei den direkt Beteiligten besonders tief: beispielsweise bei Kapitän Manuel Neuer. Doch an das Ende seiner Nationalmannschaftskarriere denkt der Bayern-Torwart trotz des dritten verkorksten Turniers in Folge noch lange nicht. Direkt nach dem Ausscheiden sagte er zu einem möglichen DFB-Rücktritt: "Wenn ich gefragt und weiterhin eingeladen werde und meine Leistungen bringe, dann komme ich."

Dabei ist Neuer inzwischen 36 Jahre alt und konnte bei der WM nicht überzeugen. In keinem einzigen Spiel blieb er ohne Gegentor. t-online bewertete seine Leistungen in allen drei Partien, also gegen Japan (1:2), Spanien (1:1) und Costa Rica (4:2). Am Ende sprang die enttäuschende Durchschnittsnote von 3,7 heraus.

Stefan Effenberg schrieb in seiner t-online-Kolumne nach dem peinlichen Vorrunden-Aus: "Thomas Müller hat seinen Rücktritt bereits angedeutet. Irgendwas muss passieren. Und man muss auch mal über die Zukunft von Ilkay Gündogan oder Manuel Neuer nachdenken." Auch Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisierte Neuer bei "Bild": "Er hat Fehler gemacht, die man von ihm nicht kennt."

Was zur Frage führt:

Muss Manuel Neuer raus aus der Nationalmannschaft?

Pro
Florian Wichert
Florian Wichert

Ja, und das sollte er eigentlich selbst erkennen

Er ist wahrscheinlich der Beste, der jemals für die Nationalmannschaft zwischen den Pfosten stand. Zumindest was seine Fähigkeiten als Torwart angeht. Für seine Qualitäten als Kapitän und Führungsspieler gilt das offensichtlich nicht.

"Ich gehe davon aus, dass ich weitermache. Es spricht nichts dagegen", so Neuer. Es spricht nichts dagegen? Mit dieser Aussage hat sich Neuer selbst entlarvt. Denn natürlich spricht einiges dagegen.

Neuer hat die DFB-Elf in seiner Amtszeit als Kapitän seit September 2016 in die größte Krise der deutschen WM-Geschichte geführt: gleich zweimal peinlich raus in der WM-Vorrunde, dazu noch einmal im EM-Achtelfinale. Neuer ist es offenbar nicht gelungen, seine Mitspieler zu inspirieren, motivieren, ihnen Werte und Überzeugungen geschweige denn Siegermentalität zu vermitteln. Er führt also entweder schlecht oder gar nicht.

Das Schlimmste ist, dass er das offenbar nicht merkt, sich nicht mal Gedanken darüber macht. Nachdem jetzt auch noch Neuers Leistungen nachgelassen haben, ist deshalb klar: Er muss seinen Platz räumen oder dazu gezwungen werden. Nach 117 Länderspielen und 56 als Kapitän muss Schluss sein in der Nationalmannschaft.

Kontra
Robert Hiersemann
Robert Hiersemann

Nein, stattdessen sollten andere zurücktreten

Die Nationalmannschaft muss nach der WM dringend umgebaut werden. Einige erfahrene Spieler wie Thomas Müller oder Ilkay Gündogan sollten zurücktreten, um Platz für Jüngere zu schaffen. Aber auf einen Mann kann die Mannschaft nicht verzichten: Manuel Neuer. Er ist Wortführer, Vorbild für Nachwuchsspieler und das Gesicht des deutschen Fußballs. Gerade erst hat er mit 19 Einsätzen Claudio Taffarel und Sepp Maier als WM-Rekord-Torhüter abgelöst. Es wäre dumm, künftig nicht mehr auf seine Erfahrung und Klasse zu setzen.

Neuer ist jetzt 36 Jahre alt, für einen Torhüter ist das kein Alter! Der Niederländer Edwin van der Saar war noch mit 38 Weltklasse und gewann die Champions League, der Italiener Gianluigi Buffon wurde noch mit 39 zum italienischen Fußballer des Jahres gewählt. Als Torhüter kannst du eben länger auf Topniveau spielen als im Feld.

"Manuel bringt weiterhin Weltklasse-Leistung und solange das so ist, das kann er ja auch noch bis 40 machen oder mit über 40", sagte Bayerns Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn zuletzt gegenüber Sky und bezog sich dabei auf die Zukunft Neuers beim Rekordmeister. Kahn muss es wissen. Wohl keiner kann Neuers Leistungsvermögen besser beurteilen als ein ehemaliger Weltklasse-Torhüter. Und solange Neuer bei Bayern – dem besten deutschen Verein – in der Startformation steht, bleibt er automatisch auch ein heißer Kandidat für die Nationalmannschaft.

Wer hat recht?

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Hintergrund zum Beitrag

Im "Zweikampf der Woche" kommentieren Florian Wichert und Robert Hiersemann wöchentlich ein aktuelles Fußballthema.

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