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Nach schwachem DHB-Deb├╝t: Gislason erwartet Steigerung

Von dpa
Aktualisiert am 06.11.2020Lesedauer: 3 Min.
War mit seinem Deb├╝t als Handball-Bundestrainer nur bedingt zufrieden: Alfred Gislason.
War mit seinem Deb├╝t als Handball-Bundestrainer nur bedingt zufrieden: Alfred Gislason. (Quelle: Bernd Thissen/dpa./dpa)
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Tallinn (dpa) - Nach dem schwachen Auftritt der deutschen Handballer beim m├╝hevollen 25:21 (9:13)-Auftaktsieg in der EM-Qualifikation gegen Bosnien-Herzegowina erwartet Bundestrainer Alfred Gislason in Estland am Sonntag (15.15 Uhr/ZDF) eine deutliche Steigerung.

"Wir wollen eine bessere Leistung bringen", sagte der 61 Jahre alte Isl├Ąnder nach seinem durchwachsenen Deb├╝t. Am Samstag fliegt der DHB-Tross nach Tallinn, wo sich die komplette Mannschaft einem Corona-Test unterziehen und bis zur Vorlage der Ergebnisse auf dem Hotelzimmer in Isolation begeben muss. "F├╝r uns sind zwei Etagen geblockt", berichtete Sportvorstand Axel Kromer am Freitag.

Mit an Bord sein werden Torwart Till Klimpke von der HSG Wetzlar und R├╝ckraumspieler Paul Drux von den F├╝chsen Berlin, die f├╝r Silvio Heinevetter beziehungsweise Fabian B├Âhm in den Kader r├╝ckten. "Beide Wechsel haben nichts mit den Leistungen zu tun. Wir wollen die Belastungen verteilen", begr├╝ndete Kromer.

Eigentlich wollte der WM-Vierte erst am Spieltag anreisen, doch die strengen Corona-Regeln in Estland lassen eine kurzfristige Anreise nicht zu. "Wir hatten extra einen Charterflieger gebucht", sagte Kromer. Ungeachtet der Begleitumst├Ąnde erwartet er wie Gislason einen anderen Auftritt als am Donnerstag in D├╝sseldorf: "Wir sollten eine Schippe drauflegen."

Das erste Spiel als Bundestrainer nach neunmonatiger Wartezeit hatte sich Gislason ganz anders vorgestellt - vor allem vor der Pause. Da war der WM-Vierte nur ein Schatten seiner selbst. Die Torh├╝ter waren nicht der gewohnte R├╝ckhalt, die Abwehr offenbarte ungewohnte L├╝cken, und im Angriff wurde viel verballert.

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Dennoch gab sich Gislason in der Analyse ungewohnt milde - und suchte die Schuld mehr bei sich als bei seinen Sch├╝tzlingen. "Nat├╝rlich war ich von der Leistung in der ersten Halbzeit entt├Ąuscht. Aber ich mache den Spielern keinen Vorwurf. Wir sind nach langer Zeit endlich einmal wieder zusammengekommen und hatten nur zwei Trainingseinheiten. Man hat gesehen, dass die Dinge, die ich neu einarbeiten wollte, schlechter gelaufen sind als das, was von fr├╝her eingespielt war", res├╝mierte Gislason.

Seinem Team fehlte im ersten Pflichtspiel nach 282 Tagen der Rhythmus - und vor leeren R├Ąngen in den schweren Phasen auch die Unterst├╝tzung der Fans. "Man muss sich erst einmal wieder daran gew├Âhnen, ein L├Ąnderspiel zu haben. Und dann auch noch ohne Zuschauer. Die h├Ątten sicher geholfen", sagte Melsungens Abwehrspezialist Finn Lemke. "Aber das darf nicht als Ausrede gelten." Sein Teamkollege Timo Kastening dr├╝ckte es etwas drastischer aus: "Das war nichts. Es war eine Art L├Ąhmung in der Mannschaft. Wir sind froh, dass wir am Ende trotz der trostlosen Kulisse noch zwei Punkte geholt haben."

Mitten in der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie hatte die DHB-Auswahl offenbar Probleme, sich zu 100 Prozent auf den Sport zu fokussieren. Kein Wunder, hatte der Gegner doch gleich zw├Âlf Corona-Ausf├Ąlle zu beklagen. "Wir haben alle ein bisschen Angst, quer durch Europa zu reisen", sagte Kreisl├Ąufer Patrick Wiencek vom deutschen Rekordmeister THW Kiel. "Es gibt derzeit Wichtigeres als Handball."

Dennoch geht es am Sonntag in Tallinn weiter. "Da wird es auch nicht einfach", prophezeite Gislason vor dem ersten L├Ąnderspiel gegen Estland. Kapit├Ąn Uwe Gensheimer lie├č jedoch keinen Zweifel an der Einstellung der Mannschaft: "Wir haben den Anspruch, die Dinge besser zu machen."

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