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Doping: Forscher belegen Wirkung beim Schach

Überraschendes Ergebnis  

Forscher belegen: Doping wirkt beim Schach

27.01.2017, 10:57 Uhr | sid, t-online.de

Doping: Forscher belegen Wirkung beim Schach. Forscher haben zum Thema Doping im Schach überraschende Erkenntnisse gewonnen.  (Quelle: imago images/VI Images)

Forscher haben zum Thema Doping im Schach überraschende Erkenntnisse gewonnen. (Quelle: VI Images/imago images)

Doping im Schach? Würde nichts bringen! So die gängige Meinung. Eine Studie ist nun zu einem anderen Ergebnis gekommen: Forschern ist erstmals der Nachweis einer Doping-Wirkung bei Schachspielern gelungen.

Psychiater aus Mainz haben in dem Fachmagazin "European Neuropsychopharmacology" die Studie veröffentlicht, die zeigt, dass sich durch die Einnahme von pharmakologischen Substanzen die kognitiven Fähigkeiten der Spieler verbessern. Es sei denn, sie stehen unter Zeitdruck.

Entscheidungsprozesse werden "vertieft reflektiert"

"Die Ergebnisse zeigen erstmals, dass auch hochkomplexe kognitive Fähigkeiten, wie sie beim Schachspiel nötig sind, durch Stimulanzien verbessert werden können. Offenbar sind die Probanden unter Stimulanzieneinfluss eher in der Lage, Entscheidungsprozesse vertieft zu reflektieren", sagte Studienleiter Andreas Franke.

Die Forscher gaben 39 männlichen Turnierschachspielern an vier Tagen entweder zweimal 200 Milligramm Modafinil (wirkt aufputschend, verhindert Müdigkeit), zweimal 20 Milligramm Methylphenidat (euphorisierend, steigert die Aufmerksamkeit), zweimal 200 Milligramm Koffein oder ein Placebo.

Die Analyse von mehr als 3000 Testpartien gegen einen Computer ergab, dass die Spieler länger über den besten Zug nachdachten und sich ihre Spielstärke steigerte, wenn sie die Substanzen nahmen. "Wir haben damit erste Hinweise, dass Doping im Schachsport durch die Stimulanzien Methylphenidat und Modafinil möglich ist", sagte Professor Klaus Lieb.

Kontrollen seit 2001

Dopingkontrollen gibt es im Schach seit 2001 - positive Tests sind nicht bekannt. Dass Doping im Schach leistungssteigernd wirken könne, war bisher bestritten worden.

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