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Nach H├Ârmann muss auch Vorstandschefin R├╝cker gehen

Von dpa
Aktualisiert am 12.11.2021Lesedauer: 3 Min.
Verliert zum Jahresende ihren Posten: Veronika R├╝cker, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).
Verliert zum Jahresende ihren Posten: Veronika R├╝cker, Vorstandsvorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). (Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - Die Vertrauenskrise um anonyme Vorw├╝rfe von Mitarbeitern beim Deutschen Olympischen Sportbund kostet nun auch Vorstandschefin Veronika R├╝cker ihren Job.

Der DOSB habe sich mit der 51-J├Ąhrigen auf "eine einvernehmliche Beendigung der Zusammenarbeit" zum Jahresende verst├Ąndigt, teilte der Dachverband mit. Damit wolle man "auch im Bereich des Hauptamtes eine personelle Neuaufstellung" erm├Âglichen. Zuvor hatte bereits DOSB-Pr├Ąsident Alfons H├Ârmann (61) angek├╝ndigt, sein Amt aufzugeben. Am 4. Dezember soll in Weimar ein neues Pr├Ąsidium gew├Ąhlt werden.

"Kultur der Angst"

Doch nun wird der personelle Umbruch noch gr├Â├čer. Nach vier Jahren im Amt muss R├╝cker wegen der Verwicklung in die j├╝ngste Aff├Ąre um juristische Attacken gegen das ehemalige Vorstandsmitglied Karin Fehres gehen. Ausl├Âser des Wirbels war ein im Mai ├Âffentlich gewordenes Schreiben, in dem Mitarbeiter ├╝ber eine "Kultur der Angst" in der Verbandszentrale klagten.

Vor wenigen Tagen war nun bekanntgeworden, dass die DOSB-F├╝hrung um H├Ârmann und R├╝cker unter Androhung einer Strafanzeige und Zivilklage Fehres aufgefordert hatten, sich als Verfasserin der anonymen Mail vom 6. Mai zu bekennen. Fehres hatte dies als "absurd und haltlos" zur├╝ckgewiesen. Der DOSB hatte sich im November 2020 unerwartet und ohne Begr├╝ndung von der 62 Jahre alten Sportfunktion├Ąrin getrennt.

Wegen des Drohbriefs an Fehres waren H├Ârmann und R├╝cker erneut in die Kritik geraten. Mehrere Spitzenorganisationen wie die Deutsche Sportjugend und der Deutsche Turner-Bund zeigten sich geschockt vom Umgang mit Fehres und stellten sich hinter die fr├╝here DOSB-Funktion├Ąrin.

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Versuche zu einer au├čergerichtlichen Kl├Ąrung

H├Ârmann und R├╝cker verteidigten ihr Vorgehen. "Wir sind nach wie vor davon ├╝berzeugt, dass es im Grundsatz richtig und unsere Verantwortung war, zum Schutze des DOSB den Hintergr├╝nden des Schreibens nachzugehen", teilten sie in einer Erkl├Ąrung mit. Der Verband und Sportdeutschland h├Ątten durch den Brief "erheblichen Schaden" genommen, auch wenn die Ethik-Kommission und die Studie eines Beratungsunternehmens die Vorw├╝rfe weitgehend entkr├Ąftet h├Ątten.

Hinweise h├Ątten auf eine Autorenschaft des Briefes au├čerhalb des Mitarbeiter-Kreises hingedeutet. Ein Sprachgutachter sei beauftragt worden. Aufgrund der Ergebnisse habe man auf Anraten der Rechtsberater zwei Versuche zu einer au├čergerichtlichen Kl├Ąrung der Sache mit Fehres unternommen, hie├č es weiter.

"Um den Vorgang nicht weiter eskalieren zu lassen, haben der Vorstand und Alfons H├Ârmann als pers├Ânlich Betroffener unmittelbar nach einer entsprechenden Empfehlung der Ethik-Kommission Ende Oktober entschieden, keine weiteren rechtlichen Schritte zu unternehmen", betonten H├Ârmann und R├╝cker. Die Kritik an einem unverh├Ąltnism├Ą├čigen Vorgehen sei in der R├╝ckschau berechtigt, r├Ąumten sie ein.

Ethik-Kommission: "geordneten ├ťbergang" sicherstellen

"Wir bedauern, wenn durch das Vorgehen der Eindruck entstanden ist, dass Frau Dr. Fehres in ungeb├╝hrender Form unter Druck gesetzt werden sollte", versicherten H├Ârmann und R├╝cker. Das scharf formulierte Schreiben eines Anwalts an Fehres sei allein von ihnen freigegeben worden.

Um weiteren Schaden vom Dachverband abzuwenden, habe sich das Pr├Ąsidium mit R├╝cker auf die Trennung geeinigt. Zudem seien die Anw├Ąlte beauftragt worden, "eine Dokumentation dieses aktuellen Vorgangs zu erstellen, um diese der Ethik-Kommission zur Einsch├Ątzung zu ├╝bergeben". Inmitten der Turbulenzen wolle man einen "geordneten ├ťbergang" f├╝r die neue Verbandsspitze sicherstellen.

Ruhe d├╝rfte damit beim DOSB nicht einkehren. Beginnt doch gerade erst der Wahlkampf um die H├Ârmann-Nachfolge. Als Kandidaten f├╝r das Pr├Ąsidentenamt empfahl eine Findungskommission zu Wochenbeginn die Ex-Weltklassefechterin Claudia Bokel, den CSU-Politiker Stephan Mayer und den scheidenden Tischtennis-Weltpr├Ąsidenten Thomas Weikert. Mit dem Aus f├╝r R├╝cker ist nun bald noch ein weiterer Spitzenjob zu vergeben.

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