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DOSB-Krise: VorstĂ€nde belasten Hörmann und RĂŒcker

Von dpa
Aktualisiert am 13.11.2021Lesedauer: 2 Min.
Hört als DOSB-PrÀsident auf: Alfons Hörmann.
Hört als DOSB-PrÀsident auf: Alfons Hörmann. (Quelle: Rolf Vennenbernd/dpa./dpa)
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Frankfurt/Main (dpa) - In der schweren Krise beim Deutschen Olympischen Sportbund gibt es neue VorwĂŒrfe gegen die scheidenden Verbandsspitzen Alfons Hörmann und Veronika RĂŒcker.

Nach Angaben von drei DOSB-VorstĂ€nden haben der VerbandsprĂ€sident und die Vorstandsvorsitzende mit ihrem juristischen Vorgehen gegen das frĂŒhere Vorstandsmitglied Karin Fehres gegen einen gemeinsamen Beschluss des Vorstandes gehandelt. Das geht aus einem Schreiben von Leistungssport-Vorstand Dirk Schimmelpfennig, Finanzvorstand Thomas Arnold und Sportjugend-GeschĂ€ftsfĂŒhrerin Christina Gassner an die Mitarbeiter des Deutschen Olympischen Sportbundes hervor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

"Den gesamten Vorgang bedauern wir zutiefst", heißt es in der Stellungnahme. Auslöser der Turbulenzen beim DOSB waren anonym veröffentlichte Beschwerden von Mitarbeitern ĂŒber eine "Kultur der Angst" in der Verbandszentrale. Zuletzt war bekanntgeworden, dass RĂŒcker und Hörmann unter Androhung einer Strafanzeige und Zivilklage Fehres aufgefordert hatten, sich als Verfasserin der anonymen Mail vom 6. Mail zu bekennen. Fehres hatte dies als "absurd und haltlos" zurĂŒckgewiesen.

Immer neue ErschĂŒtterungen

Hörmann und RĂŒcker waren wegen ihres Vorgehens in die Kritik geraten, mehrere Teilorganisationen des DOSB stellten sich auf die Seite von Fehres. Zwar verteidigten beide in einer gemeinsamen Stellungnahme ihr Handeln, dennoch wird RĂŒcker ihr Amt nun zum Jahresende aufgeben. Hörmann hatte schon vorher seinen RĂŒcktritt angekĂŒndigt, ein neuer DOSB-PrĂ€sident wird am 4. Dezember in Weimar gewĂ€hlt.

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Die VorstĂ€nde begrĂŒĂŸten die Klarstellung von Hörmann und RĂŒcker in der Brief-AffĂ€re. Sie seien "nicht oder nicht vollstĂ€ndig informiert sowie in wesentliche Entscheidungen nicht eingebunden" gewesen. Der Inhalt des Anwaltsschreibens an Fehres sei "mit keinem von uns abgestimmt" gewesen, betonen Schimmelpfennig, Arnold und Gassner.

Seit Monaten gibt es beim Dachverband immer neue ErschĂŒtterungen. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom Freitag verwiesen Hörmann und RĂŒcker auf den "erheblichen Schaden", den der DOSB und der deutsche Sport durch die AffĂ€re um den anonymen Mitarbeiterbrief genommen hĂ€tten. "Wir sind nach wie vor davon ĂŒberzeugt, dass es im Grundsatz richtig und unsere Verantwortung war, zum Schutze des DOSB den HintergrĂŒnden des Schreibens nachzugehen", teilten sie mit.

Geordneter Übergang angestrebt

In der RĂŒckschau sei die Kritik an einem unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸigen Vorgehen gegen Fehres aber berechtigt, rĂ€umten Hörmann und RĂŒcker ein. Das scharf formulierte Schreiben eines Anwalts an Fehres sei allein von ihnen freigegeben worden.

Um weiteren Schaden vom Dachverband abzuwenden, habe sich das PrĂ€sidium mit RĂŒcker auf ein Ende der Zusammenarbeit zum 31. Dezember geeinigt. Die 51-JĂ€hrige ist seit Januar 2018 im Amt. Zudem seien die AnwĂ€lte beauftragt worden, "eine Dokumentation dieses aktuellen Vorgangs zu erstellen, um diese der Ethik-Kommission zur EinschĂ€tzung zu ĂŒbergeben". Inmitten der Turbulenzen wolle man einen "geordneten Übergang" fĂŒr die neue Verbandsspitze sicherstellen.

Die neuen VorwĂŒrfe gegen die scheidenden Top-FunktionĂ€re dĂŒrften auch den offiziellen Beginn des Wahlkampfs um die Hörmann-Nachfolge ĂŒberschatten. Am Sonntag stellen sich die drei Kandidaten fĂŒr die DOSB-PrĂ€sidentschaft, die von einer Findungskommission empfohlen worden waren, in DĂŒsseldorf den Mitgliedsorganisationen des Dachverbandes vor. Ins Rennen gehen die Ex-Weltklassefechterin Claudia Bokel, der CSU-Politiker Stephan Mayer und der noch amtierende Tischtennis-WeltprĂ€sident Thomas Weikert.

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