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Teetrinker Wright verzĂŒckt Darts-Welt - NĂ€chstes Ziel: Nr. 1

Von dpa
Aktualisiert am 04.01.2022Lesedauer: 4 Min.
Peter Wright feiert mit seiner Frau Joanne und der Sid Waddell Trophy seinen Sieg.
Peter Wright feiert mit seiner Frau Joanne und der Sid Waddell Trophy seinen Sieg. (Quelle: John Walton/PA Wire/dpa./dpa)
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London (dpa) - Vor der gigantisch großen Sid Waddell Trophy kĂŒsste Weltmeister Peter Wright seine Frau Joanne, direkt danach kĂŒndigte der Mann mit dem roten Irokesenschnitt eine neue Darts-Ära an.

"NatĂŒrlich kann ich noch drei Weltmeisterschaften gewinnen, bevor ich zu alt bin", sagte der 51 Jahre alte Schotte nach seinem Triumph von London, der ihm neben 500.000 Pfund (etwa 595.000 Euro) auch jede Menge Ruhm und Anerkennung einbringt. "Snakebite" Wright ist nach einem weiteren Coup nach 2020 einer von nur sechs Spielern, der mehrere WM-Titel erobert hat.

Am Ende dieses Jahres will Wright Nummer eins sein

Als er das rund 25 Kilogramm schwere Pokal-Prachtexemplar bei seinem nĂ€chtlichen Interviewmarathon prĂ€sentierte, sagte Wright stolz: "Sie ist zurĂŒck. Das ist meine Lady." Der fĂŒr seine bunten Haare und bunten Kleider bekannte Paradiesvogel hat eine famose Saison gekrönt und liegt nun in der Weltrangliste nur noch rund 15.000 Pfund hinter Primus Gerwyn Price aus Wales. Das nĂ€chste Ziel ist klar: die erstmalige Eroberung des Spitzenplatzes. "Am Ende dieses Jahres sollte ich die Nummer eins sein und das als erster Schotte in der Geschichte", betonte Wright. Auch 2022 soll sein Jahr werden.

Die ganz wilde Sause, die er nach seinem Premierentriumph vor zwei Jahren gegen den NiederlĂ€nder Michael van Gerwen noch ankĂŒndigte, fiel diesmal nach Aussagen des Publikumslieblings aus. "Es gibt keine Party, aber ein oder zwei Tassen Tee", sagte Wright bei DAZN. Er sei einfach zu alt dafĂŒr. FĂŒr das Duell an der Scheibe galt das beim packenden 7:5-Finalsieg gegen den EnglĂ€nder Michael Smith nicht, dort setzte sich die Erfahrung durch. "Der alte Mann ist immer noch da", sagte der glĂŒckliche Wright mit einem Schuss Genugtuung.

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Wrights Karriere wie eine wilde Achterbahnfahrt

Er ist nun zweimaliger Weltmeister, aktueller Team-Weltmeister und Gewinner des World Matchplay, das als zweitwichtigstes Turnier des Jahres gilt. Wright gehört neben dem EnglÀnder Phil Taylor (14 Titel), van Gerwen (drei Titel) sowie Landsmann Gary Anderson, Englands Adrian Lewis und Kanadas John Part (je zwei TrophÀen) zum illustren Kreis der Spieler, die mehrere Male den wichtigsten Pokal des Weltverbandes PDC erobert haben. Dabei hÀtte er vor ein paar Jahren fast aufgehört, wenn seine Frau ihn nicht gehindert hÀtte.

FĂŒr Wrights Karriere ist der Begriff einer wilden Achterbahnfahrt absolut zutreffend. Er wuchs in Ă€rmlichen VerhĂ€ltnissen auf und warf als Kind Pfeile auf BĂ€ume, auf die er vorher eine Scheibe gemalt hatte. Danach spielte er lange nur auf regionaler Ebene, Ende 2013 wollte als Profi vorzeitig Schluss machen.

Es ist jedes Mal seine Frau, die ihn wieder auf den richtigen Weg bringt. Joanne ist nicht nur Partnerin und Vertraute, sondern fungiert auch als Managerin fĂŒr ihren Mann. Zudem ĂŒbernimmt sie die zeitintensive Aufgabe, Wrights Frisuren und Outfits vor den großen Auftritten zu gestalten. Dabei malt sie ihm auch stets den Schlangenbiss (Snakebite) auf den Kopf. Und wenn er jetzt gehen wĂŒrde, so als zweimaliger Weltmeister? "Ich trete nicht zurĂŒck, nicht jetzt. Jo wĂŒrde mich nicht lassen", stellte Wright klar und lachte.

Schlusspunkt einer schwer kritisierten WM

Noch auf der BĂŒhne betĂ€tigte sich der Schotte als Tröster seines Gegners Smith, der trotz eines furiosen Turniers mit Siegen ĂŒber Price und Jonny Clayton weiter auf einen wichtigen Titel warten muss. Auf der grĂ¶ĂŸten Darts-BĂŒhne der Welt weinte Smith hemmungslos, bevor ihn die knapp 3000 Fans im "Ally Pally" und der siegreiche Rivale Wright wieder aufmunterten.

"Halt den Kopf oben, Michael. Du weißt, dass du in Zukunft auch Weltmeister sein wirst", sagte Wright. Der völlig frustrierte Smith kommentierte: "Mein nĂ€chstes Finale werde ich gewinnen. Mir haben nur noch zwei SĂ€tze gefehlt." In der Arena im Norden Londons hatten sich zuvor bizarre Szenen zugetragen. Wright weinte, Smith weinte, plötzlich hĂŒpfte Wright zu seiner Einlaufmusik "Don't stop the party" von Pitbull hin und her, gefeiert vom Publikum.

Es war ein passender Schlusspunkt fĂŒr eine WM mit packenden Partien, großem Darts-Sport, aber auch reichlich SkurrilitĂ€t mit einer vollen Halle in Zeiten der Corona-Pandemie und positiven Tests von Spielern, die unter anderen den niederlĂ€ndischen Ex-Weltmeister van Gerwen und Vorjahreshalbfinalist Dave Chisnall aus England aus dem Turnier nahmen. Die PDC geriet in diesen drei Wochen so schwer in die Kritik wie nie zuvor und kommunizierte irgendwann nur noch das Nötigste.

FĂŒr Wright soll es nach einer großartigen Saison mit weiteren Erfolgen weitergehen. Der Premier-League-Titel fehlt ihm noch, die Ablösung von Muskelprotz Price als Nummer eins dĂŒrfte angesichts des starken Jahres 2021 nur eine Frage der Zeit sein. Wright sieht sich auf dem Olymp seiner Sportart angekommen. "Jetzt habe ich zwei! Das war kein GlĂŒck. Dieses Turnier ein zweites Mal zu gewinnen, ist ganz besonders", sagte Wright. Selbst wenn man nach eigener Scherzerei zu alt ist, um das noch groß zu feiern.

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