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Olympia: Loch selbstkritisch nach Patzer - Ludwig holt Bronze

Olympia  

Loch selbstkritisch nach Patzer - Ludwig holt Bronze

11.02.2018, 17:16 Uhr | dpa

Olympia: Loch selbstkritisch nach Patzer - Ludwig holt Bronze. Felix Loch war nach dem verpassten Olympiasieg bitter enttäuscht.

Felix Loch war nach dem verpassten Olympiasieg bitter enttäuscht. Foto: Daniel Karmann. (Quelle: dpa)

Pyeongchang (dpa) - Nachdem Felix Loch den ersten Schreck über seinen folgenschweren Patzer und den verpassten olympischen Gold-Coup überwunden hatte, ging der Ausnahmerodler hart mit sich ins Gericht.

"Mit so einem Fehler gehört man auch nicht da vorne hin", sagte der Berchtesgadener am Sonntag in Pyeongchang. Rund zwei Stunden zuvor hatte der 28-Jährige nach der Zieldurchfahrt einige Sekunden lang in sich zusammengesunken auf seinem Schlitten gesessen und musste von seinem Vater und Cheftrainer Norbert Loch getröstet werden. Statt sich zum dritten Mal nacheinander als Einzel-Olympiasieger küren zu lassen, war der 1,91 Meter große Athlet nach Platz fünf im Olympic Sliding Centre nur noch ein Häufchen Elend.

"Man hat den Fehler vor Augen. Man ärgert sich natürlich. Da fehlen einem ein wenig die Worte", beschrieb er seine Gefühle nach dem schlimmmen Missgeschick. "Da ist es eigentlich ganz schön, wenn der Vater einfach da ist." Solche Fehler würden geschehen. "Es ist aber schade, wenn er ausgerechnet im vierten Lauf passiert, 100 Meter vor dem Ziel. Aber es geht weiter", sagte Loch Junior.

Im Zielraum jubelte indes Olympia-Debütant Johannes Ludwig, der durch Lochs Fehler noch Bronze holte. "Ich weiß gar nicht, wie das funktioniert hat. Ich bin sprachlos, dass es gereicht hat. Es ist schade für ihn, aber Felix hat schon so viel erreicht im Leben", sagte der Oberhofer. "Johannes hat sich das Bronze wirklich erfahren in einem spannenden Rennen", meinte Cheftrainer Norbert Loch.

Olympiasieger wurde der Österreicher David Gleirscher vor dem US-Amerikaner Chris Mazdzer. "Ich habe nicht geglaubt, dass Felix so etwas passiert", meinte Gleirscher.

Da war er nicht der Einzige. "Unglaublich! Der Felix war eigentlich unglaublich sicher unterwegs. Ich war mir sehr sicher, dass er's macht", sagte Lochs Idol und Mentor Georg Hackl. "Aber man hat im Rennverlauf gesehen: Es war ein großes Favoritensterben. Fehler können nun mal jedem passieren. Der Felix Loch wird's überleben."

Loch hatte 2010 in Vancouver und 2014 in Sotschi triumphiert. Zudem hatte er vor vier Jahren auch den erstmals durchgeführten Teamwettbewerb gewonnen. Mit seinem insgesamt vierten Gold hätte er Legende Hackl überholt. Bei diesen Winterspielen wird er sein Vorbild nicht mehr in der Erfolgsbilanz angreifen können. Im Teamwettbewerb wird nun Ludwig starten. "Das freut mich für ihn. Da hat er gute Chancen auf eine weitere Medaille", sagte Loch. Er blickt schon vier Jahre weiter. "Mit 28 Jahren habe ich noch einige Jahre vor mir. In Peking wird man mich auf jeden Fall wiedersehen."

Als Führender war der fünfmalige Weltmeister bei Eiseskälte und Schneegestöber in den Final-Durchgang gestartet. Doch an der schwierigen Kurve neun, in der schon andere Fahrer gescheitert waren, unterlief ihm das folgenschwere Malheur. "Das ist der Scharfrichter, die Kurve neun - und da ist es nun mal geschehen!", meinte Hackl.

Loch verschwand zunächst wortlos in die Kabine und wurde dort auch von Verbands-Vorstandschef Thomas Schwab getröstet. IOC-Präsident Thomas Bach munterte ihn ebenfalls auf. Anschließend musste Loch noch zur Dopingprobe, ehe er seine Worte wiederfand. Dass Andi Langenhan zum Abschluss seiner Karriere seine erste Olympia-Medaille als Zehnter deutlich verpasste, ging da fast unter.

Loch tröstete sich damit, schon bald nach Hause zu seiner schwangeren Ehefrau Lisa und dem 17 Monate alten Sohn Lorenz zu fahren: "Die in den Arm nehmen. Dann geht es ganz schnell wieder bergauf."

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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