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Biathletinnen werden Vierte und denken an Ukraine: "Tut weh"

Von dpa
Aktualisiert am 03.03.2022Lesedauer: 3 Min.
Die ukrainische Flagge weht neben der finnischen Flagge w├Ąhrend des Biathlon-Weltcups in Kontiolahti.
Die ukrainische Flagge weht neben der finnischen Flagge w├Ąhrend des Biathlon-Weltcups in Kontiolahti. (Quelle: Vesa Moilanen/Lehtikuva/dpa./dpa)
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Kontiolahti (dpa) - An einem normalen Tag h├Ątte sich Vanessa Hinz vielleicht mehr ├╝ber ihre beiden Strafrunden ge├Ąrgert. Doch die Gedanken an die ukrainischen Rivalinnen lassen derzeit niemanden unber├╝hrt.

"Die Woche davor waren es noch Biathleten, jetzt sind es Soldaten. Das tut einfach im Herzen weh", sagte Hinz nach dem vierten Platz der deutschen Frauenstaffel beim Weltcup in Kontiolahti im ZDF.

Das deutsche Quartett, das bei den Olympischen Winterspielen von Peking gerade noch Bronze geholt hatte, leistete sich in Finnland zudem neun Nachlader und hatte beim Sieg Norwegens 1:57,1 Minuten R├╝ckstand. Platz zwei ging an Schweden vor Italien. Vanessa Voigt, Hinz, Franziska Preu├č und Denise Herrmann fehlten 57 Sekunden zum dritten Rang. Vor allem, weil Hinz im stehenden Anschlag eine ganz schwache Vorstellung zeigte. "Es ist mittlerweile wirklich eine Kopfsache", sagte Hinz entt├Ąuscht: "Da gibt es keine Ausreden, das ist einfach ein Fehler meinerseits. Das war einfach nix."

Wettkampf im Zeichen der Solidarit├Ąt

Ihre Patzer waren aber nur ein Randaspekt eines Wettkampfs, der ganz im Zeichen der Solidarit├Ąt mit der Ukraine stand. Neben den deutschen Frauen traten viele andere mit gelb-blauen Herzen an ihren Gewehren an. Das tschechische Team erschien mit winterlicher Kopfbedeckung in den ukrainischen Nationalfarben und Norwegens Weltmeisterinnen hatten allesamt die Worte "Keinen Krieg bitte" dick auf ihren Stirnb├Ąndern geschrieben. Zudem wurden vor dem Start Bilder der ukrainischen Skij├Ągerinnen und Skij├Ąger auf einer gro├čen Video-Leinwand gezeigt.

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"Klar denkt man viel an die Ukrainer. Es ist krass, das geht nicht spurlos an einem vorbei", sagte Preu├č. Hinz fiel es sichtlich schwer, die richtigen Worte f├╝r die Situation der Sportlerinnen zu finden, mit denen auch viele Deutsche seit Jahren eng befreundet sind. "Ich wei├č gar nicht, was ich dazu sagen soll", meinte die Bayerin.

Nach der russischen Invasion in ihr Heimatland hatte die ukrainische Mannschaft beschlossen, nicht mehr bei den verbleibenden drei Weltcups in diesem Winter an den Start zu gehen. In Ex-Weltmeister Dmytro Pidrutschnji und Staffel-Olympiasiegerin Julia Dschima k├Ąmpfen die besten Biathleten ihres Landes derzeit an der Front. Auch nicht mehr am Start sind Russen und Belarussen. Sie wurden vom Weltverband IBU bis auf Weiteres ausgeschlossen. Die Rennen in Kontiolahti finden nur gut 70 Kilometer von der russischen Grenze entfernt statt.

Am Freitag folgt die M├Ąnner-Staffel

Fortgesetzt wird der drittletzte Weltcup des Winters am Freitag (14.30 Uhr/ZDF und Eurosport) mit der Staffel der M├Ąnner. Dann beginnt f├╝r Erik Lesser die Zeit des Abschiednehmens. Der 33 Jahre alte Th├╝ringer verk├╝ndete am Donnerstag seinen R├╝cktritt am Ende der Saison in zweieinhalb Wochen. "F├╝r mich war's das. Ich packe jetzt hier meine Sachen zusammen, mache noch meine drei Weltcups und dann: Adios Amigos! Dann reicht es f├╝r mich und das passt auch ganz gut", sagte Lesser in seinem Podcast "Das Biathlon-Doppelzimmer".

Auch den Routinier besch├Ąftigt derzeit vor allem auch die Lage der Ukrainer. "Ich kann es mir nicht vorstellen, ich bin selber Soldat", sagte der Ex-Weltmeister dazu, dass seine sportlichen Gegner nun in der Kampfzone im Milit├Ąreinsatz sind und um ihr Leben f├╝rchten: "In so einer Situation nach Hause zu reisen und dann die Olympia-Uniform gegen die Milit├Ąr-Uniform zu tauschen, um dann Familie, Freunde und dein Land zu verteidigen. Das will ich mir nicht ausmalen."

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