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Du willst es doch auch: Das Baby-Arschgeweih von Bonnie Strange

MEINUNGDu willst es doch auch  

Das Baby-Arschgeweih von Bonnie Strange

Von Anja Rützel

22.09.2018, 12:10 Uhr
Du willst es doch auch: Das Baby-Arschgeweih von Bonnie Strange. Bonnie Strange: Vielleicht hat sie ein neues Tattoo, vielleicht aber auch nicht. (Quelle: imago/Future Image)

Bonnie Strange: Vielleicht hat sie ein neues Tattoo, vielleicht aber auch nicht. (Quelle: imago/Future Image)

Tattoos schocken schon lange nicht mehr, eigentlich. Model Bonnie Strange überraschte nun aber mit einer gestochenen Hommage an ihre Babytochter, die dann doch wieder einmal für Aufsehen sorgt. 

Tätowierte Babyporträts sind ein heikles Genre der Hautfräsekunst: Oft geraten die naturalistisch gemeinten Kindsköpfe irgendwie kloßig bis klopsig, an die dickbackigen Cabbage-Patch-Kids-Puppen gemahnend – oder, noch schauerlicher: Die tätowierten Babyabbilder erinnern mit ihrem starren Blick an die Gruselaugen von Chucky, der Mörderpuppe. 

Model und Moderatorin Bonnie Strange hat sich ihre Tochter mit dem exzellenten Namen Goldie Venus nun stilistisch höchst interessant unter die Haut malen lassen: Auf Instagram zeigte sie ein individualisiertes Arschgeweih, das statt aus kryptischen Schnörkeln und Tribal-Verschwänzelungen aus dem stilisierten Gesicht ihres Babys samt Flügelchen besteht – tätowiert an der klassischen Stelle über dem Steiß. Ob das Tattoo wirklich echt ist oder doch nur ein Photoshop-Kunstwerk zu Provokationszwecken, ist noch unklar und tatsächlich auch gar nicht so wichtig: Viel nachdenkenswerter ist die kreative Umdeutung, die Strange dem leider ja inzwischen etwas in Vergessenheit geratenen Arschgeweih angedeihen ließ.

In den späten Neunzigern und frühen Nullerjahren wurde diese Tattoovariante zeitgleich mit dem Aufblühen der tief hängenden Hüfthosen- und Bauchfreimode populär – nur ein offen getragenes Arschgeweih spielt schließlich seinen Tätowierpreis wieder ein, umgerechnet in die harte Währung Aufmerksamkeit. Damals mussten die Trägerinnen (die männlichen Arschgeweihbesitzer sind deutlich in der Unterzahl) ihre Mittelplauzteile noch im echten Leben freilegen und derart teilgelüftet durch die Fußgängerzonen paradieren, weil es eben noch kein Instagram gab, mit dem man die neue, herzeigenswürdige Körperbeschriftung bequem von zu Hause aus publik machen konnte. Früher war wirklich nicht alles besser, das sollten auch die größten Nostalgiker langsam mal einsehen.

Kleingeistige Brummbürger bezeichneten das Arschgeweih damals auch gerne als "Schlampenstempel", analog zum englischen Fachbegriff "tramp stamp", was natürlich eine völlig inakzeptable Be- und Verurteilung der angeblich also eher lockerlebigen Trägerin darstellte. Bonnie Stranges Echt-oder-auch-nicht-Tattoo dreht diese übergriffige Konnotation mit ihrem Goldiegeweih nun komplett um: Das Steißtattoo als flammendes Bekenntnis liebender Mütterlichkeit, eine herrlich subversive Schnapsidee. Tätowierwillige Mütter, die die Idee dahinter mögen, aber vor einem Arschgeweih zurückschrecken, könnten sich von einem anderen Bonnie-Tattoo inspirieren lassen: Auf Ring-, Mittel- und Zeigefinger ihrer linken Hand hat sie die Buchstaben M O M verteilt. Je nach Handhaltung lassen sie sich als Bekenntnis zu ihrer Mutterrolle lesen – oder als WOW!-Staunen darüber, was ein eigenes Kind so mit einem anstellt.

Baby-Arschgeweih: ab 250 Euro.
Für die schmerzfreie Fake-Version: Edding, 2,29 Euro.

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