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Film - Berlinale-Wettbewerb: Top oder Flop?

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Film  

Berlinale-Wettbewerb: Top oder Flop?

24.02.2018, 02:03 Uhr | dpa

Film - Berlinale-Wettbewerb: Top oder Flop?. Die Berlinale neigt sich langsam dem Ende zu.

Die Berlinale neigt sich langsam dem Ende zu. Foto: Ralf Hirschberger. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Bei den 68. Internationalen Filmfestspielen Berlin sind 19 Filme im Rennen um die begehrten Bären-Preise. Am Samstag (24. Februar) gibt die Jury ihr Urteil bekannt. Die Deutsche Presse-Agentur schätzt die Filme mit Pro und Contra ein.

"ISLE OF DOGS" von Wes Anderson (USA): Animationsfilm über einen Jungen, der mit Hilfe einer Gruppe geächteter Hunde seine japanische Heimatstadt vor einem Tyrannen rettet. PRO: Die satirische Parabel ist äußerst aufwendig, liebevoll und doppelbödig inszeniert - mit wunderbaren, prominent besetzten Stimmen wie Bill Murray, Greta Gerwig und Tilda Swinton. CONTRA: Die Anspielungen auf die politische Gegenwart, der Kampf Gut gegen Böse kommt manchmal arg plakativ daher.

"DIE ERBINNEN" von Marcelo Martinessi (Paraguay): Tragikomisches Drama über eine alternde Frau, deren Freundin im Gefängnis landet und die dann einen Taxi-Service für reiche Damen anbietet. PRO: Die feinsinnige Studie über die Lebenskrise eines lesbischen Paares zeichnet ein fesselndes Porträt der paraguayischen Gesellschaft - mit einer preisverdächtigen Hauptdarstellerin (Ana Brun). CONTRA: Manche Details aus dem Alltag Paraguays könnten einem Publikum außerhalb Südamerikas nicht so gut verständlich sein.

"DAMSEL" von David & Nathan Zellner (USA): Western-Parodie mit Robert Pattinson als Tölpel auf der Suche nach der Liebe und Mia Wasikowska als emanziertem Flintenweib. PRO: Der Film entlarvt überholte Geschlechterklischees mit bissigem Spott und viel Situationskomik. CONTRA: Die oft betont langsame Erzählweise strapaziert die Geduld des Publikums.

"DOVLATOV" von Alexey German jr. (Russland): Porträt über den Schriftsteller Sergei Dovlatov (1941-1990), dessen brillant ironische Texte in der Sowjetunion der Breschnew-Ära nicht gedruckt werden durften. PRO: Der Regisseur zeichnet anhand weniger Tage in Dovlatovs Leben das ganze Zeitbild einer Gesellschaft, die das freie Denken unterdrückt - ein Film von erschreckender Aktualität. CONTRA: Wenig. Allerdings ist angesichts der epischen Erzählweise und der Vielzahl der Figuren viel Aufmerksamkeit gefordert.

"TRANSIT" von Christian Petzold (Deutschland): Ausgehend von dem gleichnamigen Roman von Anna Seghers erzählt der vielfach preisgekrönte Regisseur ("Barbara") von Flucht, Trennung und Entwurzelung. PRO: Hauptdarsteller Franz Rogowski gibt dem Film eine schier ungeheure Intensität, die Ansiedlung im heutigen Marseille verbindet kunstvoll beide Zeitebenen. CONTRA: Die Inszenierung wirkt manchmal etwas gewollt, die darübergelegte Erzählstimme ist Geschmackssache.

"EVA" von Benoit Jacquot (Frankreich): Isabelle Huppert spielt eine Edelprostituierte, die einen betrügerischen Schriftsteller in die Hörigkeit und schließlich in die Katastrophe treibt. PRO: Huppert zeigt als elektrisierende Femme fatal die ganze Palette ihres Könnens. Von anschmiegsam bis zynisch buchstabiert sie das Alphabet der Emotionen virtuos durch. CONTRA: Die Adaption des Romans von James Hadley Chase wirkt gelegentlich weniger wie eine Erzählung denn eine psychologische Versuchsanordnung.

"DAS GEBET" von Cédric Kahn (Frankreich): Ein jugendlicher Drogenabhängiger versucht, in den Bergen mit Hilfe des Glaubens von der Sucht loszukommen. PRO: Ruhiger, klassischer Erzählstil, eindringlich und emotionsgeladen, ohne ins Sentimentale abzurutschen. CONTRA: Ganz zum Schluss wird es ein wenig zu vordergründig.

"MEINE TOCHTER" von Laura Bispuri (Italien): Drama um ein kleines Mädchen auf Sardinien zwischen zwei Frauen, die ein Geheimnis verbindet. PRO: Valeria Golina und Alba Rohrwacher zeigen die ganze Palette ihrer Schauspielkunst und zeichnen packende Porträts komplizierter Charaktere. CONTRA: Die Erzählung um zwei Frauen, die um die Liebe desselben Kindes ringen, rutscht zu oft ins Didaktische ab.

"THE REAL ESTATE" von Måns Månsson und Axel Petersén (Schweden): Eine Frau kehrt aus dem Süden in ihre Heimat zurück, weil sie ein Mietshaus in Stockholm geerbt hat - die Immobilie hat ihre Tücken. PRO: Handfeste Satire über den Immobilienwahn und die Anbetung des Mammons in der bürgerlichen Welt. CONTRA: Je länger der Film dauert, umso absurder wird er inhaltlich und formal, so sehr, dass viele Zuschauer dem kaum mehr folgen können.

"UTØYA 22. JULI" von Erik Poppe (Norwegen): 69 Menschen kamen bei dem Attentat des Rechtsextremisten Anders Breivik auf der norwegischen Insel Utøya ums Leben. Knapp sieben Jahre später zeichnet Regisseur Poppe das Grauen aus der Sicht der Opfer nach. PRO: Mit einer brillanten Hauptdarstellerin entsteht in einer einzigen, 72 Minuten langen Einstellung eine erschütternde Atmosphäre. CONTRA: Ist es wirklich legitim, ein derart schreckliches Ereignis in einem Spielfilm aufzuarbeiten?

"3 TAGE IN QUIBERON" von Emily Atef (Deutschland): Auf der Grundlage des berühmten "Stern"-Interviews von 1981 mit der späten Romy Schneider erzählt der Film von einer Leinwandlegende, die nach dem frühen Ruhm als österreichische Kaiserin "Sissi" am Leben zerbricht. PRO: Marie Bäumer erobert als himmelhoch jauchzende, zu Tode betrübte Romy die Herzen des Publikums. CONTRA: Stilistisch kommt das Porträt kaum über ein schlichtes Kammerspiel hinaus.

"In ZEITEN DES TEUFELS" von Lav Diaz (Philippinen): In einer ungewöhnlichen Mischung aus Gesangs- und Historienfilm klagt der Regisseur die Verhältnisse unter der Herrschaft von Diktator Marcos (1917-1989) an. PRO: Diaz bleibt sich in seinem Vier-Stunden-Epos bewundernswert treu und kreiert eine ganz eigene Kunstwelt. CONTRA: Außerhalb des philippinischen Kulturkreises ist der Film mit seinen vielen Anspielungen auf Historie, Mythen und Gegenwart kaum verständlich.

"DON'T WORRY, WEGLAUFEN GEHT NICHT" von Gus Van Sant (USA): Bittersüßes Biopic über den amerikanischen Karikaturisten John Callahan (1951-2010), der als Alkoholiker einen Autounfall querschnittsgelähmt überlebt. PRO: Joaquin Phoenix spielt den Cartoonisten mit hinreißendem Charme und bewegender Offenheit - und empfiehlt sich damit für einen Schauspiel-Bären. CONTRA: Der Film schildert allzu vorhersehbar den Kampf Callahans gegen seine Sucht im Geist des amerikanischen Erbauungskinos.

"MEIN BRUDER HEIßT ROBERT UND IST EIN IDIOT" von Philip Gröning (Deutschland): Drei-Stunden-Drama über ein Zwillingspaar, dessen fatale Hassliebe in einer Katastrophe endet. PRO: Der Regisseur fängt in kaum erträglicher Intensität das Verlorensein von jungen Menschen zwischen Kindheit und Erwachsensein ein. CONTRA: Der Film strapaziert die Geduld des Publikums mit einem Zuviel an philosophisch aufgeheizten Dialogen, die Eruption am Schluss wirkt künstlich aufgesetzt.

"SCHWEIN" ("Khook") von Mani Haghighi (Iran): Farce um einen egomanischen Künstler, der darunter leidet, trotz seiner Genialität nicht auf der Liste des in der Branche umgehenden Serienkillers zu stehen. PRO: Der Film entlarvt mit schwarzem Humor und einer hintergründigen Story das Leben in einem Land, in dem das Wort Freiheit ein Fremdwort ist. CONTRA: Dadurch, dass die Story im Filmbusiness angesiedelt ist, wirkt sie über weite Strecken doch arg selbstbezogen und lässt die durchschnittlichen Zuschauer außen vor.

"MUSEO" (Museum) von Alonso Ruizpalacios (Mexiko): Die Komödie rekonstruiert den spektakulären Kunstraub aus einem Nationalmuseum in Mexiko-Stadt von 1985, der damals das ganze Land in Schock versetzte. PRO: Launig inszenierte Geschichte um zwei kleine Gauner, die durch Zufall das ganz große Ding drehen und letztlich doch scheitern. CONTRA: Die Geschichte ist recht vorhersehbar und zieht sich deshalb arg in die Länge.

"TOUCH ME NOT" von Adina Pintilie (Rumänien): In losen Szenenfolgen erzählt die Regisseurin von unterschiedlichsten Spielarten der menschlichen Sexualität, deren Grenzen und Möglichkeiten. PRO: Der Film punktet mit einem kühlen Inszenierungsstil, einer fast laborartig anmutenden Versuchsanordnung. CONTRA: Die Darstellung von sexuellen Praktiken ist oft überdeutlich. Statt Schamgrenzen in Frage zu stellen, werden sie niedergetrampelt.

"GESICHT" ("Twarz") von Małgorzata Szumowska (Polen): In der bösen Farce geht es um ein Unfallopfer, das nach einer Gesichtstransplantation von vielen in seiner Familie und in seinem Umfeld abgelehnt wird. PRO: Die Regisseurin sucht die Auseinandersetzung mit einer verlogenen und rein aufs Materielle ausgerichteten Gesellschaft. CONTRA: Die eindimensionale Erzählweise nimmt dem Drama viel Wirkung, satirische Momente wirken aufgesetzt.

"IN DEN GÄNGEN" von Thomas Stuber (Deutschland): Poetische Liebesgeschichte um zwei Wendeverlierer, die in den seelenlosen Gängen eines Großmarkts ihr kleines Stück Glück finden. PRO: Nach einer Erzählung von Clemens Meyer behutsam inszeniertes Kino-Kleinod - von Franz Rogowski und Sandra Hüller hinreißend gespielt. CONTRA: Nichts zu meckern.

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