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Elvis in Bronze: Wie aus einem Foto ein Denkmal werden soll

Elvis in Bronze  

Wie aus einem Foto ein Denkmal werden soll

16.09.2019, 17:26 Uhr | dpa

Elvis in Bronze: Wie aus einem Foto ein Denkmal werden soll. Der Techniker Michael Lenz streicht dem Prototypen des 3D-Kopfes Bronzefarbe auf.

Der Techniker Michael Lenz streicht dem Prototypen des 3D-Kopfes Bronzefarbe auf. Foto: Roland Weihrauch. (Quelle: dpa)

Mülheim/Bad Nauheim (dpa) - Angela Storm ist Elvis-Fan mit Leib und Seele: "Ich war acht Jahre alt, da habe ich Elvis singen gehört und habe meine Mutter gefragt: Wer singt da?", erzählt die 52-Jährige Dekorateurin aus Lübeck. Seitdem habe der "King of Rock'n'Roll" sie nicht mehr losgelassen.

Zusammen mit Meike Berger (44), Sozialarbeiterin aus Bochum, will Storm ihrem Idol jetzt ein Denkmal setzen. Und zwar im hessischen Bad Nauheim, wo der "King" von Oktober 1958 bis März 1960 wohnte. In dieser Zeit war er als US-Soldat im benachbarten Friedberg stationiert.

Die beiden Frauen wollen Elvis Presley (1935-1977) als lebensgroße Bronze-Statue auf eine Fußgängerbrücke über den Fluss Usa stellen. Der geplante Standort auf der Brücke ist kein Zufall: Es gibt ein vermutlich 1959 aufgenommenes Foto, auf dem Elvis in Uniform lässig am damals noch schmiedeeisernen Brückengeländer lehnt. Die Statue soll genau an dieser Stelle stehen. Das Foto dient jetzt als Vorlage für die Statue.

Doch wie kommt man von einem Foto zu einer lebensechten Figur? Ein auf digitale Bildhauerei spezialisiertes Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr konnte helfen. Nach dem Studium vieler hundert Elvis-Fotos entwarf der ausgebildete Künstler Immanuel Günther von der Firma EGO3D eine dreidimensionale Figur am Bildschirm. Den Rest erledigen jetzt mehrere 3D-Drucker.

"Man muss sich das wie eine Heißklebepistole vorstellen in sehr fein", erklärt der 40-Jährige. Beim Druck wird in dünnen Lagen Kunststoff Schicht für Schicht aufgeschmolzen - tausende von Lagen ergeben dann etwa einen Fuß, ein Bein oder den Kopf. Am Ende werden die Einzelteile noch zusammengefügt. Dieser Kunststoff-Elvis ist dann wiederum die Vorlage für eine Gießerei. Rund 200 Kilogramm wird die Bronzefigur vermutlich wiegen.

Das Ganze dauert. "Etwa 42 Stunden der Druck eines Beins ohne Fuß, 32 Stunden der Kopf mit Mütze." In den nächsten Wochen soll der Kunststoff-Elvis aber fertig werden. Meike Berger hofft, dass die Statue spätestens zum 85. Geburtstag des Sängers am 8. Januar 2020 vollendet sein wird.

Mit ihrer Denkmal-Idee stießen die beiden Fans bei der Stadt Bad Nauheim auf offene Ohren. "Die Stadt hat den Vorschlag gemacht, Elvis auf die Brücke zu bringen", erzählt Storm. Seit einem Jahr sammeln sie nun Geld. Mehr als 15 000 Euro Spenden haben die Frauen schon aufgetrieben. Jetzt hoffen sie auf weitere Unterstützung für den Guss der Figur.

Anruf in Bad Nauheim. "Wir freuen uns wahnsinnig darauf", sagt Katja Heiderich. Sie ist Geschäftsführerin der Stadtmarketing-Gesellschaft. Das Interesse an Elvis in Bad Nauheim habe in den vergangenen Jahren zugenommen. So gebe es inzwischen Sonder-Stadtführungen zum Thema Elvis in Bad Nauheim. "Es werden immer mehr, die fragen." Und zum jährlichen "European Elvis Festival" kämen jeweils rund 10 000 Besucher. "Da ist die Stadt ausgebucht." Die Statue soll nach einer Sanierung der Brücke aufgestellt werden. Die Planungen für die Sanierung hätten bereits begonnen. Wann die Statue fertig ist und aufgestellt werden kann, ist aber noch offen. Berger hofft, dass die Bauarbeiten für die Brücke 2020 ausgeschrieben werden.

Elvis in Bronze gibt es schon, sagt Storm. In Dänemark oder Australien etwa. Und natürlich in seinem Geburtsort Tupelo im US-Bundesstaat Mississippi. Aber noch nicht in Deutschland, ist sie sich sicher. In Bad Nauheim ist Elvis derweil schon lange präsent. Es gibt einen Rundgang, der Fans zu verschiedenen Elvis-Orten führt. An einer "Elvis Stele" auf dem Elvis-Presley-Platz können sie Blumen und Geschenke ablegen. Seit Anfang Juli nimmt Elvis sogar wieder am Straßenverkehr teil: als Ampelmännchen.

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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