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Die Puhdys feiern Geburtstag ohne Comeback

Von dpa
18.11.2019Lesedauer: 3 Min.
Die Puhdys mit dem S├Ąnger Dieter Birr (2.
Die Puhdys mit dem S├Ąnger Dieter Birr (2.v.r.) nach der Verleihung des Musikpreises Echo in der Kategorie "Lebenswerk". (Quelle: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa./dpa)
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Berlin (dpa) - "Der Saal war besser gef├╝llt als sonst. Eine Band aus Berlin, kann man ja mal hingehen." So beschreibt der Club "Tivoli" aus dem s├Ąchsischen Freiberg das Konzert vom 19. November 1969. Auf der B├╝hne stand eine Cover-Band mit einem h├╝nenhaften S├Ąnger.

Er hie├č Dieter Birr und sang englisch. Das Repertoire der "Tanzveranstaltung" umfasste 15 Titel - etwa von Deep Purple, Uriah Heep und Led Zeppelin. Es war das offiziell erste Konzert der Puhdys. Eine der erfolgreichsten Bands der DDR w├Ąre damit nun 50 Jahre alt. Seit Januar 2016 gehen die Musiker getrennte Wege. Ein Wiedersehen mit einigen von ihnen gibt es dennoch - am 19. November in Rostock.

Birr alias "Maschine", inzwischen 75 und Verfasser vieler (deutscher) Puhdys-Hits, hat damals in einer Sprache gesungen, die er bis heute nicht gelernt hat. "Die Songtexte haben wir damals phonetisch abgeh├Ârt", berichtet er der Deutschen Presse-Agentur. Das hei├čt: "Wir haben ein Englisch nach unserer Auffassung gesungen, das mit Englisch nix zu tun hatte." Den Fans war es egal: "Wir waren eine Ersatzband f├╝r die internationalen Bands - f├╝r die Leute war es wichtig, dass sie ihre Lieblingsmusik h├Âren."

Doch die Band war nicht jedermanns Sache. Der B├╝rgermeister des St├Ądtchens Brand-Erbisdorf etwa verbot den Puhdys den Auftritt in seinem Ort, weil ihm die M├Ąnner mit den langen Haaren, den englischen Liedern und der Nebelmaschine suspekt waren. Doch das konnte die steile Karriere der Gruppe, deren Name sich aus den ersten Buchstaben der Vornamen der Musiker zusammensetzte, nicht aufhalten.

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Schon nach einigen Jahren erlaubten ihnen die DDR-Oberen, auch im Westen aufzutreten. Das erste Konzert dort f├╝hrte sie 1975 nach Holland. Regelm├Ą├čig umjubelten in Berlin Zehntausende Zuschauer die DDR-Vorzeigeband in der Waldb├╝hne im damaligen Westteil der Stadt.

In der DDR wurden die Puhdys zw├Âlf Mal zur beliebtesten Rockgruppe gew├Ąhlt. Trotz der vielen Fans auf beiden Seiten der Mauer l├Âsten sie sich 1989 auf - mit einer "Good-Bye-Tour" 20 Jahre nach der Gr├╝ndung. "Wir hatten alles erreicht, was wir erreichen konnten. Es war uns ernst mit dem Ende", meinte Keyboarder Peter Meyer (79) Jahre sp├Ąter. Doch mit dem Mauerfall sei es wieder spannend geworden - und wenig sp├Ąter ging es weiter.

Vor zehn Jahren, zum 40. Puhdys-Geburtstag, sagte Puhdys-Senior Meyer mit Blick auf 1969: "Keiner von uns konnte sich damals vorstellen, dass es jemals 20 Jahre werden w├╝rden - und schon gar nicht 40 - und jetzt sind wir davon ├╝berzeugt: Wir werden 100." Doch 2015 teilte eine der erfolgreichsten Bands aus dem Osten ├╝berraschend mit, dass sie sich aufl├Âsen wird. Im Januar 2016 beendeten die f├╝nf Musiker im Rentenalter in Berlin vor 11 500 Fans ihre Abschiedstour. In der "Rockerrente" ist seitdem aber keiner der Musiker - obwohl einige von ihnen zwischenzeitlich schwer krank waren.

Birr etwa produziert Solo-Alben, steht regelm├Ą├čig mit wechselnden Musikern verschiedener Generationen auf der B├╝hne, tourt mit einer Talk-Show "50 Jahre Puhdys". Dieter Hertrampf (74) alias "Quaster" berichtet, er habe mehrere Projekte; etwa seine eigene Show "Quaster - Ich bereue nichts", in der er durch sein Leben f├╝hre. Derzeit produziere er eine neue Platte. Vermisst er die Puhdys? - Die Antwort: "Nein."

Keyboarder Meyer ist mit dem S├Ąnger Frank Proft unterwegs. Und er bildet mit seinem Enkel Ludwig das Duo LuPu, gemeinsam interpretieren sie den 80-er-Jahre-Puhdys-Song "TV-Show" neu. Schlagzeuger Klaus Scharfschwerdt (65) hat mit seiner Band Scharfschwerdts Neuland j├╝ngst das Album "Made in Europe" herausgebracht. Peter Rasym (66) ist nun Bassist bei Lift.

In der Stadthalle Rostock hei├čt es am 19. November: "Stamping Feet feiert 50 Jahre Puhdys". Stamping Feet ist die Band von Hertrampfs Sohn Sven, der die Idee f├╝r das Wiedersehen hatte. Als G├Ąste dabei sind Meyer, Hertrampf und Rasym sowie die Gr├╝ndungsmitglieder Harry Jeske (82/Bass) und Gunther Wosylus (Schlagzeug). "Jeder von uns erz├Ąhlt, wie es ihm geht nach dem Ende der Puhdys", sagte "Quaster" der dpa. "Zum Schluss sind wir alle zusammen auf der B├╝hne." Birr ist nicht dabei und sagt: "Die Puhdys sind bei mir Geschichte."

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