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Umjubelter Tour-Auftakt: Peter Maffay wird für politische Botschaft gefeiert

"Es ist geil mit euch"  

Peter Maffay wird für politische Botschaft gefeiert

27.02.2020, 10:22 Uhr | dpa, t-online.de

Umjubelter Tour-Auftakt: Peter Maffay wird für politische Botschaft gefeiert. Peter Maffay wird gefeiert: Bei seinem Tour-Auftakt in Kiel gibt es auch Applaus für politische Appelle.  (Quelle: imago images / Future Image)

Peter Maffay wird gefeiert: Bei seinem Tour-Auftakt in Kiel gibt es auch Applaus für politische Appelle. (Quelle: imago images / Future Image)

Peter Maffay hat seine neue Tour gestartet und feierte ein umjubeltes Comeback auf der Bühne. Neben der Musik sorgte der Rockmusiker auch mit einem Appell gegen Rassismus für Aufsehen. 

Die Bühne in Gitarrenform ist Sinnbild und Verheißung zugleich: Peter Maffay, in schwarzer Lederkluft mit Nietenjacke, stürmt unter Ovationen der 8.000 Fans in der ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena über den langen "Gitarrenhals", einen Steg, auf die Bühne, um mit "Jetzt!" loszulegen.

Der Titelsong seines aktuellen gleichnamigen Albums ist eine Hymne darauf, den Augenblick zu leben: "Nur der Moment ist wirklich / Die Zeichen stehen auf 'jetzt'." Der Auftakt der Tournee zu Maffays 50. Bühnenjubiläum gerät am Mittwochabend in der Arena zu einem zweieinhalbstündigen musikalischen Fest unter Freunden, so vertraut sind der inzwischen 70-Jährige und seine Community. Satte Rockmusik, aber auch leise Klänge prägen den durchweg gelungenen Abend als musikalische Zeitreise – mit Gastmusikern aus früheren Zeiten wie Frank Diez (mit Krückstock) oder Steffi Stephan, die mit Maffay noch mal "Steppenwolf" aus dem Jahr 1979 spielen.

Aufruf gegen Rassismus – Jubel brandet auf

Politische Akzente setzt der Rockmusiker auch. Bereits als zweites Lied bringt Maffay seinen Song "Morgen" – einen Weckruf gegen Umweltzerstörung und Krieg, gegen religiösen Fanatismus, Antisemitismus und Populismus. Darin heißt es: "Politiker hetzen und hören sich gern reden, ihre Worte sind wie Öl, das sie ins Feuer geben." Später kündigt Maffay den Tabaluga-Song "Ich wollte nie erwachsen sein" mit den Worten an, die kleine grüne Figur stehe für Freundschaft, für Koexistenz, nicht für Gewalt, nicht für Rassismus – Applaus brandet auf.

Zu einem Höhepunkt des Abends gerät der Song "Für immer jung", den Maffay mit Überraschungsgast Johannes Oerding im Duett singt. Die Fans sind begeistert, klatschen rhythmisch mit. Und schließlich, von Maffay aufgefordert, intonieren sie begeistert selbst den Refrain. Das Lied erinnert wie im Zeitraffer an große Hits von Maffay. "Das Bindemittel zwischen den Leuten und uns ist die Zeit, die man zusammen verbracht hat mit den Emotionen, mit den Erlebnissen – und möglicherweise mit den Haltungen, die daraus resultieren", erklärte Maffay vor der Tour die Grundidee des Songs.

Maffays Migrationsgeschichte 

Die Karriere Maffays hat etwas Märchenhaftes. Der Sohn einer Deutschen und eines Ungarn wächst in Siebenbürgen in Rumänien in einfachen Verhältnissen auf. Mit seinen Eltern – der Vater war mehrfach vom rumänischen Geheimdienst Securitate verhaftet und schwer misshandelt worden – darf er 1963 in die Bundesrepublik ausreisen. Die Schlagerschnulze "Du" bringt 1970 den Durchbruch. In den Jahrzehnten bewegt sich Maffay musikalisch stark in Richtung Rockmusik. Als Vorgruppe der Rolling Stones werden Maffay und seine Band 1982 "gnadenlos ausgepfiffen", schreibt er in seinem gerade erschienenen Buch "Hier und Jetzt": "Es flogen Eier, Tomaten und Cola-Büchsen. Das war unser persönliches Waterloo."

Allerdings: "Wenn wir damals nicht so aufs Maul gekriegt hätten, hätten wir womöglich nicht zur Normalität zurückgefunden", schreibt Maffay angesichts Millionen verkaufter Alben und der Gefahr, die Bodenhaftung zu verlieren. "Unterm Strich war das also gut." Längst ist Maffay Deutschlands erfolgreichster Rockmusiker – mit 19 Alben, die Platz eins in den Charts erreichten.

Maffay, musikalisch und auch körperlich in Topform, hatte schon vorher geschwärmt: "Es ist geil mit euch." Und: "Es ist ein wunderschöner Abend für uns, ich kann das kaum in Worten sagen, es ist ein Genuss, für euch spielen zu dürfen."

Bis Ende März gibt Maffay mit seiner Band noch 21 Konzerte in großen Hallen, bis auf ein Gastspiel in Zürich alle in deutschen Städten. Die rund 200.000 Tickets für die Konzerte sind nach Angaben von Maffays PR-Agentur bis auf Restkarten ausverkauft.

Verwendete Quellen:

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