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The Killers im Interview: Darum will die Erfolgsband keine Livekonzerte geben

INTERVIEWThe Killers  

Darum will die Erfolgsband keine Livekonzerte geben

Von Sebastian Berning

19.08.2020, 22:03 Uhr
The Killers im Interview: Darum will die Erfolgsband keine Livekonzerte geben. The Killers: Mittlerweile sind die Indie-Helden nur noch zu dritt. (Quelle: Olivia Bee)

The Killers: Mittlerweile sind die Indie-Helden nur noch zu dritt. (Quelle: Olivia Bee)

Mit "Imploding the Mirage" melden sich The Killers zurück. Im t-online.de-Interview spricht Ronnie Vannucci über die neue LP, Corona und die Anfänge der Indie-Helden.

Für Menschen um die 30 sind The Killers wohl eine der größten Rockbands des Planeten. Mit Hits wie "Somebody Told Me", "Human", "When You Were Young" oder "Mr. Brightside" rockten sie nicht nur die Charts, sondern auch mit den Indie-Hymnen auch unzählige Studi-Partys. Am 21. August melden sie sich mit ihrem neuen Album "Imploding the Mirage" zurück. Drummer Ronnie Vannucci stellte sich den Fragen von t-online.de und spricht über die Auswirkungen der Corona-Pandemie, seine musikalischen Anfänge – und erklärt, ob er "Mr. Brightside" noch gerne spielt.

t-online.de: Sie veröffentlichen nun ein neues Album, dessen Release wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste. Wie haben Sie die letzten Monate erlebt?

Ronnie Vannucci (44): Es ging mir und der Band ganz gut. Ich mache mir natürlich Sorgen und schaue mir an, wie der Rest der Welt damit umgeht. Ich lebe in keiner großen Stadt, und vor Ort ist die Lage okay.

Wie beschäftigen Sie sich während des Lockdowns?

Ich habe mir ein Mountainbike gekauft und fahre viel rum. Ich koche auch gerne und mache viel Musik. Wir haben so viel Zeit, um an Musik zu arbeiten, dass wir schon am neuen Album arbeiten könnten. Ich verbringe viel Zeit mit meiner Frau. Aber die Situation ist schon eine Herausforderung. Ich kann den Lockdown zumindest mit jemandem verbringen, den ich gerne habe. (lacht)

Wie war es mit der Band? Wie blieben Sie in Kontakt?

Unser Sänger Brandon Flowers und ich leben nicht weit auseinander, also sehen wir uns schon mal. Mit den anderen Bandmitgliedern bleibe ich über FaceTime in Kontakt. Das Leben soll sich alles so normal wie möglich anfühlen.

Mittlerweile wird viel darüber gesprochen, ob Bands wieder auftreten können. In den USA gab es schon erste Gigs, in Deutschland werden die ersten geplant. Wie ist Ihre Meinung aktuell zu Shows?

Ich würde so gerne wieder auftreten, aber ich denke, dass es gerade nicht die beste Idee ist. Ich fühle mich besser, wenn ich mich sozial verantwortungsbewusst verhalte und warte auf Medikamente oder einen Impfstoff. Wir wissen zu wenig über das Virus, um jetzt auf die Bühne zu gehen und Shows spielen. Ich habe einen Freund, der an Covid-19 erkrankt ist. Es ging ihm nicht wirklich schlecht und er war auch nicht im Krankenhaus, aber das kann auch anders ausgehen. Ich denke, wir müssen noch ein wenig warten. Wir als Band müssen, auch wenn es blöd klingt, an unsere Fans denken und Social Distancing befürworten. Das geht auf Konzerten nicht.

Sie haben aufgehört, Tickets für die US-Tour zu verkaufen und die UK-Tour auf 2021 gelegt. Glauben Sie, dass nächstes Jahr wieder Konzerte stattfinden können?

Das kann leider niemand mit Sicherheit sagen. Wir schauen uns die Berichte und Zahlen an. Und die ändern sich leider immer.

Sie sind eine große Band, die um die 30 Millionen Platten verkauft hat. Wie sehr bedroht der Tour-Stopp Ihre finanzielle Situation – oder haben Sie den Puffer, das auch ein wenig auszusitzen?

Es ist keine schöne Situation und die ist auch für unsere Finanzen nicht super. Wir haben ja auch eine Crew, die gerade nicht arbeiten kann. Wir versuchen unsere Mitarbeiter weiter zu bezahlen. Wir versuchen mit kleinen Aktionen, Geld einzuspielen, das wir an sie weitergeben können.

Ihr Sänger Brandon Flowers sagte, dass ein Gottesdienst aktuell das ist, was einem Konzert am nächsten kommt. Was kommt dem für Sie nah?

Leider kann das nichts ersetzen. Ich versuche, die Zeit mit Camping und Roadtrips zu überbrücken. Es gibt wohl nichts auf der Welt, was mit dem Touren vergleichbar ist.

Wenn Sie wieder live spielen können: Auf welchen Song freuen Sie sich am meisten?

Ich freue mich am meisten auf die neuen Songs. Ich bin gespannt, wie die Fans auf sie reagieren werden.

Ich bin jetzt 30 und wenn ich so an die letzten zehn, fünfzehn Jahre zurückdenke: Egal, ob im Auto, auf einer Party oder sonst wo. Irgendwo hat immer jemand "Mr. Brightside" angemacht. Das ist so einer der großen Songs meiner Generation. Können Sie den Song denn noch hören, live spielen oder ertragen?

Haha, nein, ich mag die Nummer noch. Auch live. Wir haben, was die Setlist angeht, eh eine sehr gleiche Meinung innerhalb der Band. Klar, es gibt auch Songs, die wir länger nicht gespielt haben und ich vielleicht gerne mal wieder auf die Setlist setzen würde, aber im Grunde bin ich sehr zufrieden. Die Fans mögen "Mr. Brightside" auch sehr.

Nun erscheint Ihr neues Album "Imploding the Mirage". Ich finde, es hat einen gewissen 80er Charme. Wie würden Sie denn die Songs beschreiben?

Im Vergleich zum Vorgänger "Wonderful Wonderful" klingt die Platte ein bisschen leichter. "Wonderful Wonderful" war klang etwas schwerer und hatte echt harte Themen. Die neuen Songs sind positiver und wirken wie das nächste Kapitel.

Ich möchte Sie gerne nach einem ersten Mal fragen. Was war die erste Platte, die Sie sich gekauft haben?

Das müsste eine Crowded House LP gewesen sein. Und die höre ich noch heute.

Wann haben Sie das erste Mal darüber nachgedacht, Musiker zu werden?

Ich weiß es nicht, vielleicht wurde ich mit diesem Wunsch einfach geboren (lacht). Ich war schon immer ein Drummer und werde das immer sein. Dabei habe ich sogar mal Gitarre und danach Klavier gespielt, aber ich bin dann einfach bei den Drums geblieben.

Erinnern Sie sich noch an das erste Treffen mit den anderen Bandmitgliedern?

Ja, das war am letzten Tag des Semesters auf dem College. Ich habe einen Anruf von meinem Mitbewohner bekommen, weil er für einen Gig einen Drummer brauchte. Der Gig war mit The Killers. Damals hatten sie noch einen anderen Drummer. Wir kamen ins Gespräch und sie sagten, dass sie mit ihrem Schlagzeuger nicht ganz so glücklich wären. Ich bot ihnen meine Hilfe bei der Suche nach einem Nachfolger an. Als ich sie dann hörte, wollte ich selbst einsteigen (lacht).

Heute spielen Sie in Arenen auf der ganzen Welt. Doch wie war der erste Gig der Killers?

Da waren vielleicht fünf Menschen (lacht). Aber es war unheimlich aufregend. Wir waren so gespannt, wie Leute auf unsere Songs reagieren. Unser Musikstil war damals nicht so bekannt, wie heute.

Verwendete Quellen:
  • Eigenes Gespräch mit Ronnie Vannucci von The Killers
  • Instagram-Account von The Killers

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