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Der Soundtrack der Woche (18. Juni)

Von Sebastian Berning

Aktualisiert am 18.06.2021Lesedauer: 4 Min.
Liebe in Zeiten von Corona: Pietro Lombardi singt ein flottes "Ich liebe dich".
Liebe in Zeiten von Corona: Pietro Lombardi singt ein flottes "Ich liebe dich". (Quelle: IMAGO / Future Image)
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t-online hat offene Ohren für die wichtigsten Alben der Woche und gibt Ihnen Musiktipps. Diese Woche mit Pietro Lombardis musikalischem "Ich liebe dich", dem XXL-Reunionalbum von Helloween und mehr.

Wenn Sie mal wieder richtig Lust auf neue Sounds haben, Ihnen aber die Zeit fehlt, sich durch die Veröffentlichungen der Woche zu hören, stimmt t-online Sie mit der wöchentlichen Rubrik "Schon gehört?" ein.

Pietro Lombardi – Ti Amo

Eine Liebeserklärung von Pietro Lombardi. Wer davon schon immer mal geträumt hat, der kriegt genau das jetzt auf die Ohren. "Ti amo", also italienisch für "Ich liebe dich", singt der ehemalige DSDS-Gewinner, dessen Ex-Frau Sarah Engels gerade erst wieder geheiratet hat.

Apropos Sarah: Die hatte, damals noch als Sarah Lombardi, mit "Mi Amor" vor gut einem Jahr ein thematisch ähnliches Lied veröffentlicht. Doch das wird wohl eher für Julian als für Pietro gewesen sein. Schwamm drüber! Und auch wenn Pietro offiziell keine Dame hat, der er die magischen zwei italienischen Worte sagen kann, versprüht er mit dieser Nummer ein bisschen Sommerfeeling bei durchschnittlich über 30 Grad in Deutschland.

Und er glaubt wohl an Liebe auf den ersten Blick. Oder er fällt gleich mit der Tür ins Haus. Wie man mag. Denn er singt zu Beginn der Nummer "Girl, das erste Mal, als ich dich vor mir sah, dacht ich, sowas wie dich gibt es nur einmal, ey. Ich sag dir 'Ti amo'". Vieles was hier gesungen wird, lässt natürlich tief in die Sprache der Liebe 2021 blicken. Soziologe Niklas Luhmann, der mit "Liebe als Passion" einen Bestseller für junge Germanistikstudenten geschrieben hat, müsste sein Werk nach Hören dieses Songs updaten oder glatt umschreiben. "Booty wie Shakira, Baby, 'Hips Don't Lie'" oder "Verliebt in deinen Vibe, so süß wie Lemonpie" (der kann nach Omas Rezept übrigens auch schön zitronig-säuerlich schmecken) seien hier mal als Textbeispiele genannt.

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Helloween – Helloween

Altbacken? Das könnte man vielleicht auch bei den Hamburger Heavy-Metal-Urgesteinen Helloween denken. Aber nix da. Die Band hat zu großen Reunion angesetzt, ohne dass jemand die Gruppe verlassen muss. Man hat sich Originalsänger Kai Hansen und seinen Nachfolger Michael Kiske zurückgeholt und agiert nun mit drei Stimmen. Andi Deris bleibt den Headbangern nämlich auch erhalten.

Musikalisch mixt man alles, was Helloween in den letzten knapp 40 Jahren ausgemacht hat. Viel Speed und Doublebass, viel Melodie und Gitarrenaction, teilweise progressive Passagen und manchmal einfach nur straightes Songwriting ohne (allzu) viele Schnörkel. Schon der Opener "Out for the Glory" zeigt, dass Helloween in dieser Konstellation so stark ist wie seit mindestens "The Dark Ride" nicht mehr. Und das liegt bereits 21 Jahre zurück. Klar, danach konnte man noch nette bis gute Alben machen, aber so viel Helloween-Feeling wie auf "Helloween" hatten Helloween schon lange nicht mehr.

Die knapp über 60 Minuten Spielzeit gehen durch weitere Hits wie "Best Time", "Rise Without Chains" oder das ausladende "Skyfall" besten rum. Man kann sich glatt wünschen, dass die Hamburger in genau dieser Formation weitermachen und es nicht nur bei dieser LP bleibt.

Styx – Crash of the Crown

Styx... Ja, das ist so eine Band, die in den späten 70er mit ihrem progressiven wie poppigen Rock Millionen Alben verkaufen konnte. Aber einen Zugang zu ihnen hatte ich lange nicht. "Paradise Theater", "Pieces of Eight" oder "The Grand Illusion" sind Klassiker des Prog Rocks und mittlerweile finde ich sie auch ganz passabel und erträglicher als vieles von Yes oder Kansas.

"Crash of the Crown", das neue Werk der Millionenseller, ist ebenfalls ganz gut. Es klingt arg nach den Heydays der späten 70er Jahre, aber durch die moderne Produktion nicht direkt outdated. Schon der Einstieg mit "The Fight for Our Lives" macht das deutlich. Die nächsten 40 Minuten hören sich gut, lassen aber dann auch zu selten aufhorchen. Zumindest nicht nach den ersten Durchläufen.

Joan Armatrading– Consequences

Ihre größten Erfolge hatte Powerstimme Joan Armatrading in den späten 70ern und eigentlich die kompletten 80er Jahren. Doch seitdem hat die 70-Jährige stets weiter gearbeitet. Mit "Consequences" liefert sie nun ihr 20. Studioalbum ab.

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Dass sie als farbige und lesbische Sänger vor 40 Jahren solch Erfolge feiern konnte, verrät einiges über das Können von Armatrading. Auch auf den neuen Songs zeigt sie, dass sie noch immer relevant ist und nicht nur altbekanntes aufwärmt. Was in ihrem Fall eh nicht so leicht wäre. Rock, Blues, R'n'B, Jazz, Kraftwerk-Synthies. Armatrading hat alles schon gemacht und ausprobiert. "Consequences" befasst sich eher mit erwachsenem Pop, etwas R'n'B und gar Gospel. Obwohl ihr Debütalbum knapp 50 Jahre zurückliegt, klingen die neuen Tracks auf eine ihr gebührende Weise modern.

Alle Alben sind am 18. Juni 2021 in digitaler sowie physischer Form erschienen. Wir hören uns wieder!

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