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Michael Patrick Kelly im Interview: Darum sage ich Steffen Henssler immer ab


Darum sage ich Steffen Henssler immer wieder ab

Von Sebastian Berning

13.12.2021Lesedauer: 4 Min.
Interview
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Der Gesprächspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschließend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

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Michael Patrick Kelly: Er wurde durch die Kelly Family berühmt.Vergrößern des Bildes
Michael Patrick Kelly: Er wurde durch die Kelly Family berühmt. (Quelle: IMAGO / Future Image)

Seit seinem Comeback kann sich Michael Patrick Kelly vor Anfragen kaum retten. Der Sänger der Kelly Family hat aber noch immer keine Lust, ein Promi zu sein, wie er t-online verrät.

Als Sänger der Kelly Family wurde Michael Patrick Kelly zum Teeniestar der 90er-Jahre. Nach dem Trubel um die Familienband zog sich der Musiker zurück, checkte Ende 2004 ins Kloster ein und war jahrelang nicht mehr gesehen.

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Im Jahr 2010 verließ er dann den Orden und kehrte auch wieder in die Öffentlichkeit zurück. Seitdem häufen sich die Anfragen bei dem heute 44-Jährigen, der mit seiner neuen LP "B.O.A.T.S." gerade auf Platz 2 einsteigen konnte. Doch die meisten Einladungen für TV-Shows sagt der gebürtige Ire ab. Wieso? Er hat schlichtweg keine Lust auf Reality-Formate. Da muss unter anderem auch Starkoch Steffen Henssler drunter leiden.

t-online: Ihr letztes Album "ID" ist Ihr bisher erfolgreichstes. Es folgten Touren, TV-Shows wie "Sing meinen Song" oder "The Voice" und noch mehr Touren. Wie ging es Ihnen danach?

Michael Patrick Kelly: Mental ging es mir sehr gut, ich war aber auch ziemlich erschöpft. Besonders nach so vielen Konzerten. Das ist anstrengend. Ich wusste, dass wenn ich nach diesem Zyklus direkt ein neues Album aufnehmen würde, dann hätte das zum Burnout führen können.

Daher haben Sie eine Pause eingelegt?

Genau. Ich habe mich bewusst entschieden, erst einmal Kraft zu tanken und zur Ruhe zu kommen, um dann wieder aus echten Inspirationen Musik schaffen zu können. Meine Plattenfirma war Gott sei Dank sehr verständnisvoll. Ich bin nun einmal ein Mensch und kein Produkt.

Wenn der Terminkalender so voll war: Ehrt es Sie denn, dass das Interesse 30 Jahre nach den ersten Alben mit der Kelly Family noch so groß ist?

Natürlich freut mich das Interesse, aber ich sage ehrlich gesagt mehr Anfragen ab als zu. Alles, was ich mache, entscheide ich heute selbst. Würde ich immer zusagen, wäre mein Kalender dreimal so voll. Die frequenteste Antwort von mir ist ein Nein (lacht). Wenn ich aber Ja sage, dann stehe ich voll dahinter.

Nein sagen zu können, muss man sich in dieser Branche erarbeiten. Ecken Sie damit an?

Kann sein. Wer eine Anfrage stellt, der hofft natürlich auf eine Zusage. Rein zeitlich ist schon nicht alles umsetzbar, daher hoffe ich, dass niemand ein Nein persönlich nimmt.

Was haben Sie denn schon so abgesagt?

Ich bin Musiker und möchte nicht als Celebrity wahrgenommen werden. Zum Beispiel sind Gameshows, Quizshows, Tanzshows, Kochshows oder Reality Shows nicht so mein Ding. Ich weiß nicht auf alles eine Antwort, ich kann nicht tanzen, ich kann nicht kochen.

Nicht?

Nein, ich kann dafür aber Musik machen. Ich bin nicht an die Öffentlichkeit zurückgekommen, um den Leuten mit einer "Hauptsache überall dabei sein"-Attitüde auf den Keks zu gehen. Weder in Sendungen noch auf möglichst vielen roten Teppichen. Ich weiß nicht, wie oft Steffen Henssler gefragt hat, ob ich in seine Show kommen will. Er ist wahrscheinlich ein super Typ, aber ich kann nicht gut kochen. Das geplatzte Spiegelei wollen die Leute doch nicht sehen. (lacht)

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Also eher Prinzip "Schuster bleib bei deinen Leisten" – in Ihrem Fall bei der Musik. Da geht es teilweise düsterer zu. Im Song "Home" singen Sie über den Tod. Wie kommt's?

Ich habe in kurzer Zeit leider vier Menschen verloren, die mir nahestanden. Das war teilweise unerwartet und plötzlich. Ich habe das Gefühl, dass wir Menschen den Tod gerne aus unserem Bewusstsein verdrängen. Ich wollte mich meinen Ängsten stellen, wie Will Smith sagt: "Face your fears". Ich habe mich viel gefragt, ob ich Angst vor dem Tod habe oder was danach kommt.

Was ist Ihre Antwort darauf?

Ich habe keine Angst vor dem Tod, aber ich habe auch keinen Bock zu sterben. Ich stelle mir den Prozess des Sterbens als schmerzhaft vor. Nicht nur für die Leute, die man hinterlässt, sondern auch für einen selbst, wenn die Seele den Körper verlässt. Aber ich habe akzeptiert, dass wir alle irgendwann hier auschecken und in einer ewigen Heimat einchecken.

Zurück ins Weltliche. Hatten Sie während des Lockdowns Ängste?

Die Leidtragenden des Lockdowns waren besonders Menschen, die freiberuflich zum Beispiel im Theater arbeiten oder in kleinen Clubs spielen. Ich habe letztes Jahr ein paar dieser Autokinokonzerte gemacht, nur damit meine Crew und meine Band etwas verdienen kann. Ich hatte keine Existenzängste, weil ich davon ausgehe, dass es irgendwie weitergehen wird.

Wie könnte das der Fall sein?

Ich weiß nicht, was die perfekte Lösung ist. Mein Album "B.O.A.T.S." habe ich ja zum Großteil in London und Südengland aufgenommen und habe drei Monate wie ein Maulwurf dort im Studio verbracht. Mein Team war zwischendurch auch mal auf Konzerten oder Festivals. Dort galt die 2G+-Regel. Die mussten sich testen lassen und einen Impfausweis vorzeigen.

Bei 2G kommt nicht mehr jeder in die Halle. Schließt man Leute da aus oder ist es ein notwendiges Übel, um dieser Pandemie Herr zu werden?

Ich denke, dass wir in der derzeitigen Situation lieber auf Nummer sicher gehen sollten. Ich kenne Menschen, die an oder durch Corona gestorben sind. Diese Pandemie ist kein Joke. Ich habe mich deshalb impfen lassen. Ich verstehe aber, dass jeder die Freiheit haben möchte, das für sich selbst zu entscheiden. Der dauerhafte Verzicht auf Kunst, Kultur, Schönheit würde einer strapazierten Gesellschaft auf jeden Fall nicht guttun.

Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit Michael Patrick Kelly
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