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Collien Ulmen-Fernandes im Interview: "Ich war zutiefst schockiert"


Collien Ulmen-Fernandes: "Ich war zutiefst schockiert"

Von Sebastian Berning

20.11.2022Lesedauer: 4 Min.
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Der Gesprächspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschließend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

Collien Ulmen-Fernandes: Bei Instagram folgen der Schauspielerin und Moderatorin über 130.000 Fans.
Collien Ulmen-Fernandes: Bei Instagram folgen der Schauspielerin und Moderatorin über 130.000 Fans. (Quelle: IMAGO / Sven Simon)
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Sie zählt zu den bekanntesten Gesichtern im deutschen TV. Dennoch sieht sich Collien Ulmen-Fernandes mit Rassismus konfrontiert. Auch mit ihrer Tochter sprach sie über das Thema.

Durch "Bravo TV" wurde sie bekannt. Es folgte die Moderation von diversen Formaten beim obsoleten Musiksender Viva. Sie spielt in "jerks.", der Comedyserie ihres Mannes Christian Ulmen mit. Auch beim "Traumschiff" konnte Collien Ulmen-Fernandes für eine Rolle anheuern. Zudem ist sie als Bestseller-Kinderbuch-Autorin erfolgreich, hat vor Kurzem erst ihren dritten Schmöker "Lotti und Otto: Neue Geschichten von Jungssachen und Mädchenkram" veröffentlicht.

Dennoch muss die 41-Jährige kämpfen. Wegen ihrer Herkunft, wegen ihrer Hautfarbe, wie sie im Interview mit t-online anlässlich ihres neuen Buches verrät. Denn die Geschichten von Lotti und Otto behandeln Themen wie Integration, Immigration, das Anderssein, aber auch Freundschaft und Zusammenhalt.

Wie Ulmen-Fernandes verrät, habe sie Rassismus gerade in den jüngsten Jahren vermehrt wahrgenommen. Die sozialen Medien machen es möglich. Auch mit ihrer zehn Jahre alten Tochter musste die Schauspielerin schon sprechen, wie Ulmen-Fernandes im Gespräch mit t-online berichtet.

t-online: Was war Ihr liebstes Kinderbuch?

Collien Ulmen-Fernandes: Ich war immer riesiger Fan von Pippi Langstrumpf.

Haben Sie aus diesen Geschichten etwas fürs Leben lernen können?

Pippi hat mich fasziniert, weil sie cool und stark war. Bis dahin dachte ich, dass Jungs stärker sind. Dass aber Pippi kräftiger als die Jungs war, das hat mich als kleines Mädchen sehr beeindruckt. Damals hat mir das viel Selbstbewusstsein gegeben.

In Ihren Kinderbuchgeschichten greifen Sie auch diesen Tausch der Rollenbilder auf. Ändert sich da etwas in der Gesellschaft? Wie erleben Sie das als Mutter?

Wir haben unserer Tochter mal einen Roboter geschenkt. Da kam dann prompt die Bemerkung, warum wir ihr denn so etwas schenken würden, sie sei doch ein Mädchen. Ich glaube, viele Leute sind sich ihrer Klischees nicht bewusst. Wenn ein Junge mit Puppen spielen will und ein Mädchen mit Robotern, dann ist das doch völlig okay. Man sollte Kinder nicht in vorgefertigte Geschlechterrollen zwängen.

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An wem testen Sie die Kurzgeschichten von Lotti und Otto?

Ich betreibe die Marktforschung ausschließlich an meiner Tochter. Ich lese ihr alle Geschichten vor, frage sie, wie sie sie findet. Sie ist meine schärfste Kritikerin.

Sie behandeln in einer Geschichte mit dem Titel "Amigo" das Thema Einwanderung. Das verbindet man nicht direkt mit Kinderbüchern.

In dem Alter wird gesetzt, was Kinder als Norm empfinden und was nicht. Mir ist es daher wichtig, da schon früh anzusetzen. Es gibt Studien, die belegen, dass die Angst vor Immigranten dort am größten ist, wo es die wenigsten Einwanderer gibt. Das Unbekannte, das Fremde macht vielen erst mal Angst. Ein Thema, das wir im zweiten Teil von "Lotti und Otto" bereits ausführlich behandelt haben und nun wieder. Kinder müssen nicht die gleiche Sprache sprechen, um miteinander befreundet sein zu können.

Muss man bei Themen wie Fremdenfeindlichkeit so früh wie möglich ansetzen?

Ja. Ich habe mir daher schon für das letzte Buch Bärndt, den besorgten Bürger ausgedacht – einen Bären, der ziemlich aufgebracht ist, weil Tiere aus einem fremden anderen Land zuziehen. Es war mir damals und auch jetzt wichtig, an diesem Punkt anzusetzen und zu zeigen, dass eine andere Herkunft etwas völlig Normales ist.

Erleben Sie Rassismus im Alltag?

Leider ja. In meiner Kindheit hatte ich kaum mit Rassisten zu tun. Aber gerade in den letzten Jahren hat das enorm zugenommen. Auch durch die Hasskommentare in den sozialen Medien.


Diese Promis wurden durch Viva berühmt

Heike Makatsch: Ja, auch sie war von 1993 bis 1997 für Viva tätig. Mittlerweile ist sie sowohl in Deutschland als auch im Ausland als Schauspielerin erfolgreich.
Aleksandra Bechtel: 1999 flimmerte sie zum ersten Mal als Viva-Moderatorin über die Bildschirme. Sechs Jahre lang stand sie für den Sender vor der Kamera. Heute ist es etwas ruhiger um die Moderatorin geworden.
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Kommt Rassismus auch in Ihrer Branche vor?

Vor einiger Zeit hat ein Sender mir eine Rolle angeboten. Ich hätte die beste Freundin der Hauptrolle spielen sollen. Die Hauptdarstellerin und ich hätten genauso viele Drehtage gehabt. Man bot mir darüber hinaus einen festen Vertrag an, über mehrere Filme, aber eben immer nur als beste Freundin der Hauptrolle oder ähnlich. Als ich fragte, warum nie die Hauptrolle selbst, wurde mir gesagt, dass man Leute mit Migrationshintergrund nicht in einer Hauptrolle besetzen könne.

Uff.

Ich war zutiefst schockiert. Als ich darüber mit anderen Schauspielerinnen mit Migrationshintergrund sprach, erzählten die mir, dass sie so etwas auch schon erlebt haben.

Ich nehme an, Sie haben bei dem Projekt nicht zugesagt, oder?

Nein. Aber es ist eben leider so, dass meist nur Weiße als sogenanntes "Love Interest", also die Frau, in die sich der männliche Darsteller verliebt, besetzt werden. Es sei denn der Migrationshintergrund spielt inhaltlich eine Rolle und man braucht aus Handlungsgründen jemanden Nicht-Deutsches.

Sie sagten, Sie betreiben "Marktforschung" an Ihrer Tochter, somit haben Sie auch über Bärndt, den besorgten Bürger, und die Geschichte "Amigos" gesprochen. Mussten Sie mit Ihrem Kind schon über das Thema Rassismus sprechen?

In ihrem Kindergarten gab es fast nur deutsche Kinder. Da war das Thema nicht so präsent. Hin und wieder fragte mal jemand, warum ihre Mama denn keine "normale" Hautfarbe habe. Aber sie weiß, dass alle Kinder gleich sind. Auch wenn sie aus anderen Ländern stammen und eine andere Sprache sprechen. Als Eltern sollte man sich mit seinen Kindern mit dem Thema auseinandersetzen, damit bei ihnen keine Vorurteile entstehen. Das versuche ich auch ihr mit auf den Weg zu geben.

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Verwendete Quellen
  • Eigenes Interview mit Collien Ulmen-Fernandes
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