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"Tatort"-Star Maria Furtwängler im Interview: "Das beschäftigt mich sehr"


"Das beschäftigt mich natürlich sehr"

Von Benedikt Amara

10.12.2023Lesedauer: 4 Min.
Interview
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Zum journalistischen Leitbild von t-online.
Maria Furtwängler: Die Schauspielerin ist in einem Weihnachtsfilm zu sehen.Vergrößern des Bildes
Maria Furtwängler: Die Schauspielerin ist in einem Weihnachtsfilm zu sehen. (Quelle: Gerald Matzka/Getty Images)

Maria Furtwängler erzählt eine moderne Weihnachtsgeschichte im TV. Was der Film mit ihrem Leben zu tun hat und warum er ihr so am Herzen liegt, erzählt sie t-online.

Wie nehmen wir die Welt durch das Fernsehen wahr? Und wie sehr entspricht das dortige Bild der Realität? Diesen Fragen hat sich Maria Furtwängler angenommen. Mit ihrer Tochter Elisabeth Furtwängler hat die Schauspielerin 2016 die MaLisa-Stiftung gegründet. Diese untersucht mit Studien, wer und was im deutschen Fernsehen gezeigt wird. Es geht um die Präsenz von Frauen, die Darstellung von Diversität und die Behandlung der Klimakrise in den Medien.

Maria Furtwängler will die Narrative im deutschen Fernsehen ändern, die Lebensrealität der Menschen in Deutschland auf den Bildschirm bringen und sich nicht länger an alten Bildern festhalten. Was bietet sich da besser an als das Weihnachtsfest mit all seinen Widersprüchen – zwischen Tradition und Moderne, Liebe und Streit sowie Besinnlichkeit und Krisen in der Welt? Die von ihr mitproduzierte Komödie "Abenteuer Weihnachten – Familie kann nie groß genug sein", in der Furtwängler eine der Hauptrollen spielt, zeigt ein modernes Patchwork-Chaos unterm Christbaum. Die 57-Jährige lebt privat selbst in einem großen Patchwork-Konstrukt und kämpft in ihrer eigenen Familie gegen alte Bräuche an.

t-online: Ein Satz Ihrer Filmfigur ist sehr prägnant: "Wir brauchen einander in dieser Welt, in der es Kriege gibt, in der die Welt vor die Hunde geht. Wie sollen wir das hinbekommen, wenn nicht mal wir als Familie das hinbekommen? Oma konnte das." Was konnte Oma, was wir nicht mehr können?

Maria Furtwängler: Oma konnte Empathie, Kompromisse und Verzicht. Unser Miteinander muss ein Geben und Nehmen sein. Das genaue Gegenteil zeigen wir im Film: Ein Haufen egoistischer Erwachsener ohne Kompromissbereitschaft, die sich in Streitereien verzetteln.

Wie erleben Sie persönlich momentan unsere Zeit, in der das Miteinander härter und rauer geworden ist?

Die Kriege, der zunehmende Antisemitismus oder offene Homophobie beschäftigen mich natürlich sehr. Und dann kommt noch die größte Herausforderung unserer Zeit hinzu: die Klimakrise, die unsere Nahrungsmittel und Sicherheit bedroht – Dinge, die wir vielleicht noch nicht so klar vor Augen haben. Angesichts der Krisen ist der Welt aber nicht geholfen, wenn wir den Kopf in den Sand stecken. Wir sollten uns auf das besinnen, was wirklich wichtig ist: Zeit mit unseren Liebsten. Ich glaube, soziale Kontakte sind sehr wichtig. Nur wenn es uns gut geht, haben wir auch wieder die Kraft, uns für eine bessere Welt einzusetzen.

Welche privaten Erfahrungen haben Sie in den Film einfließen lassen?

Es ist ja eh schon so schwierig, Weihnachten ohne allzu schwere Blessuren zu überstehen. Und dann kommt noch die Herausforderung "Patchwork" dazu. Je mehr Familienkonstellationen zusammenkommen, desto schwieriger wird es natürlich. Wir feiern Weihnachten in diesem Jahr auch in großer Runde: mit vielen Familienmitgliedern, generationenübergreifend und als Patchworkfamilie. Meine Stiefmutter mit meinen Halbbrüdern aus der dritten Ehe meines Vaters oder mein Bruder mit der dritten Frau. Alle sind dabei. Das ist ein schönes, großes Durcheinander.

Ihre Figur ist eine lesbische Frau, die gemeinsam mit ihrer Partnerin und einem schwulen Mann ein Kind bekommen möchte. Erwarten Sie Gegenwind von konservativen Zuschauenden?

Nein. Vielleicht bin ich da zu naiv. Aber ich finde, wir kommen nicht mit erhobenem Zeigefinger daher, sondern erzählen das ganz selbstverständlich einfach mit. Wir können die heutige Realität von Familien nicht ignorieren. Man muss heute nur in den Supermarkt gehen und sieht: Die Welt hat sich verändert. Es ist nicht mehr so, wie es vielleicht noch vor 50 Jahren war.

Welche Weihnachtstradition haben Sie?

Ich bin an Weihnachten sehr traditionsbewusst. Wir haben immer noch die Krippe meines Urgroßvaters, die immer mal wieder von einer Kerze angekokelt wird. Dann wird der Baum jedes Jahr mit Bienenwachskerzen geschmückt, die ich seit einiger Zeit aus dem Wachs meiner eigenen Bienen herstelle. Es wird gesungen, musiziert oder ein Gedicht vorgetragen. Und Gerüche sind mir auch wichtig: Die Orangen gespickt mit Nelken oder die Äpfel, die ich am Vorweihnachtsabend mit meiner Mutter zusammen an den Baum hänge.

Mit welchen Traditionen an Weihnachten haben Sie gebrochen?

Meine Mutter hat den Baum immer nur mit Strohsternen und bemaltem Holzspielzeug geschmückt. Irgendwann habe ich mich dann mühsam mit Kugeln und etwas mehr Kitsch durchgesetzt. Ich finde es hübsch, wenn es an Weihnachten auch etwas glitzert. Ich glaube, mittlerweile toleriert meine Mutter das.

Haben Sie schon alle Weihnachtsgeschenke?

Ich habe mir noch keinen einzigen Gedanken über die Geschenke in diesem Jahr gemacht und bin davon manchmal auch gestresst. Ich finde es furchtbar und wünschte, wir wären längst beim Wichteln angekommen. Die Vorweihnachtszeit kann sehr anspruchsvoll sein – bis alles geschmückt ist, besorgt und vorgekocht wurde. Aber mit dem Weihnachtsabend ist der größte Stress dann vorbei.

Die Komödie "Abenteuer Weihnachten – Familie kann nie groß genug sein" erzählt von einer Bewährungsprobe an Heiligabend: Als sich die Erwachsenen einer Patchworkfamilie streiten, machen sich die Kinder heimlich davon, um allein zu feiern. Der Film mit Maria Furtwängler in einer der Hauptrollen läuft am 15. Dezember 2023 um 20.15 Uhr im Ersten und ab dem 13. Dezember in der ARD Mediathek.

Verwendete Quellen
  • Telefonisches Interview mit Maria Furtwängler
  • Das Erste: "Abenteuer Weihnachten – Familie kann nie groß genug sein"
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