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Kollegah und Farid Bang besuchen Auschwitz

Nach Echo-Skandal  

Kollegah und Farid Bang besuchen Auschwitz

03.05.2018, 15:49 Uhr | dpa, lc

Kollegah und Farid Bang besuchen Auschwitz. Kollegah und Farid Bang: Jetzt besuchen sie die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz. (Quelle: dpa)

Kollegah und Farid Bang: Jetzt besuchen sie die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz. (Quelle: dpa)

Nach den Antisemitismus-Vorwürfen wollen die Rapper Kollegah und Farid Bang die KZ-Gedenkstätte in Auschwitz besuchen. Die Idee dafür hatte Marius Müller-Westernhagen.

Die Rapper Farid Bang und Kollegah wollen die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besuchen. Beide hätten die Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees über ihr Management angenommen, teilte das Komitee am Donnerstag in Berlin mit. "Es soll eine Ehrerbietung gegenüber den Opfern und den Überlebenden sein", sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Über die Modalitäten und den Termin müsse noch gesprochen werden.

"Fortbildungskurs in Sachen Menschlichkeit"

Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung über den geplanten Besuch berichtet. Im Gespräch ist der 3. Juni. An diesem Datum werden deutsche und polnische Jugendliche vor Ort sein, um den Mitarbeitern der Gedenkstätte auf dem Gelände zu helfen. "Der Besuch soll ein Fortbildungskurs in Sachen Menschlichkeit sein", sagte Heubner. Die Anregung dazu war vom Musiker Marius Müller-Westernhagen gekommen.

Christoph Heubner: "Es soll eine Ehrerbietung gegenüber den Opfern und den Überlebenden sein." (Quelle: dpa)Christoph Heubner: "Es soll eine Ehrerbietung gegenüber den Opfern und den Überlebenden sein." (Quelle: dpa)

Farid Bang und Kollegah waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen mit dem Musikpreis Echo ausgezeichnet worden. Besonders kritisiert wurde die Liedzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitz-Insassen". Die Verleihung des Musikpreises Echo an die beiden Rapper hatte für einen Skandal gesorgt, der schließlich zur Abschaffung des Preises führte. Etliche Musiker hatten zuvor ihre eigenen Echo-Preise aus Protest zurückgegeben.

"ECHO"-Auszeichnung für Kollegah und Farid Bang: Viele Künstler haben bereits ihre Trophäen zurückgegeben. (Quelle: t-online.de)

Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt

Unterdessen wurde am Mittwoch bekannt, dass die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung gegen die beiden Gangster-Rapper ermittelt. Nachdem zwei Strafanzeigen eingegangen seien, habe man ein Verfahren eingeleitet, hatte die Behörde mitgeteilt. Geprüft werde nicht nur das aktuelle Album "Jung, Brutal, Gutaussehend 3".

Bei der Echo-Verleihung: Der Aufritt von Kollegah und Farid Bang sorgte für Wirbel. (Quelle: dpa)Bei der Echo-Verleihung: Der Aufritt von Kollegah und Farid Bang sorgte für Wirbel. (Quelle: dpa)

Als heikel gilt Kollegahs 13-Minuten-Video "Apokalyse": "Das ist eine eindeutig antisemitische Erzählung", sagte der Direktor der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf, Michael Szentei-Heise, am Donnerstag auf dpa-Anfrage. "Da werden die Juden für alles Übel der Welt verantwortlich gemacht."

"Buddhisten, Muslime und Christen" 

In der Video-Erzählung wird Krieg um Jerusalem geführt. Der Vertreter des Teufels sitzt in einem Londoner Finanzturm und hat einen Davidstern am Fingerring. Er wird schließlich besiegt. Nach dem Ende des Krieges, so heißt es, lebten "Buddhisten, Muslime und Christen" friedfertig zusammen und bauten gemeinsam die zerstörten Städte wieder auf.

Die Zeile von den Auschwitz-Insassen sei dagegen lediglich "äußerst geschmacklos" und zeige, "wessen Geistes Kind sie sind". Szentei-Heise begrüßte den geplanten Auschwitz-Besuch der Rapper. "Dialog kann nicht falsch sein, obwohl ich mir bei den beiden nicht sicher bin, ob sie noch diesseits der Grenze für einen sinnvollen Dialog stehen."

Grenze überschritten

Gangster-Rapper Bushido sagte in der ARD-Sendung "Maischberger" über Kollegah und Farid Bang: "Ich würde jetzt den beiden keinen antisemitischen Hintergrund unterstellen, weil dafür kenne ich sie jetzt persönlich nicht zu gut." Mit ihren Texten hätten sie aber definitiv die moralische Grenze überschritten. "Ich würde sowas nicht machen", sagte er.

Verwendete Quellen:
  • dpa

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