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Promi-Geburtstag vom 12. August 2019: Mark Knopfler

Von dpa
Aktualisiert am 12.08.2019Lesedauer: 3 Min.
Auch im Alter bescheiden geblieben: der britische Musiker Mark Knopfler.
Auch im Alter bescheiden geblieben: der britische Musiker Mark Knopfler. (Quelle: Britta Pedersen./dpa)
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Berlin (dpa) - Es ist typisch f├╝r Mark Knopfler, wie er sein au├čergew├Âhnliches Talent herunterspielt.

Der Brite, seit seiner Zeit mit der Band Dire Straits einer der gro├čen Gitarrenhelden, sagte k├╝rzlich in Interviews staubtrocken: Er spiele "wie ein Klempner", ├╝be immer noch viel, aber es reiche eigentlich nicht: "Liederschreiben und Liederspielen entfernt einen von seinem spielerischen K├Ânnen. W├╝rde man nur Instrumentalmusik spielen, dann w├╝rde auch das spielerische Verm├Âgen wachsen."

An diesem Montag (12. August) wird der so bescheidene wie (letztlich dann doch) geniale Gitarren-Handwerker, S├Ąnger, Songwriter, Produzent und Filmmusikkomponist 70 Jahre alt. Wer ihn zuletzt voller Energie und guter Laune bei seiner Welttournee zum neunten Solowerk "Down The Road Wherever" (2018) gesehen hat, wird sich auf noch so einige sch├Âne Knopfler-Alben freuen d├╝rfen: Songs zwischen Rock, Folk, Pop, Blues und Jazz von einem Virtuosen, der den Megastar-Stress mit Stadionkonzerten und immer aufwendigeren Hochglanzproduktionen vor fast 30 Jahren bewusst hinter sich lie├č - und zu seinen eigenen Bedingungen trotzdem erfolgreich blieb.

"Ich h├Ârte meinen Onkel Kingsley auf dem Piano Boogie-Woogie spielen, als ich ungef├Ąhr acht oder neun war", erz├Ąhlte der in Glasgow geborene, im Nordosten Englands aufgewachsene Knopfler einmal einem Journalisten ├╝ber seine Anf├Ąnge. "Und ich dachte mir, dass diese drei Akkorde die gro├čartigste Sache auf der Welt seien - und das tue ich bis heute." Als Teenager lernte er Gitarre zu spielen, trat in Clubs auf und kratzte Geld f├╝r ein Journalistik-Studium in Leeds zusammen, das er 1973 abschloss.

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Doch Rockmusik zu machen war viel attraktiver, als dar├╝ber zu schreiben: Also gr├╝ndete Knopfler 1977 mit seinem Bruder David, dem Bassisten John Illsley und dem Schlagzeuger Pick Withers die Dire Straits. Der Bandname, zu Deutsch etwa "ernsthafte Notlage", spielte auf die anfangs schwierige finanzielle Lage des Quartetts an, das mit seinem traditionellen Stil so gar nicht in die von Punk und New Wave dominierte musikalische Landschaft passte. Doch dann kam "Sultans Of Swing".

Der quirlige Gitarrenpop-Song vom selbstbetitelten Deb├╝talbum (1978) war der Treibstoff f├╝r eine 18-j├Ąhrige atemberaubende Bandkarriere. Sechs Studioplatten ver├Âffentlichten die Musiker, rund 120 Millionen Exemplare sollen davon ├╝ber die Ladentheken gegangen sein. Auf das formidable "Love Over Gold" (1982) folgte der ├╝ber 30 Millionen Mal verkaufte kommerzielle H├Âhepunkt "Brothers In Arms" (1985) - nicht zuletzt erfolgreich als High-End-Vorzeigealbum f├╝r die damals neue Compact-Disc (CD).

In den glitzernden 80er Jahren waren die Dire Straits mit ihrem fr├╝hzeitig kahl werdenden Frontmann sehr untypische globale Stars, weil allesamt ohne jeden Glamour-Faktor. Doch den Nummer-eins-Platzierungen, Platin-Auszeichnungen und ausverkauften Tourneen zum Trotz - der dreimal verheiratete, zur├╝ckgezogen lebende Vater von vier Kindern wollte etwas Anderes. "Es war mir alles zu laut und zu gro├č geworden. Es ging nicht mehr um die Musik", sagte Knopfler sp├Ąter ├╝ber das Ende der Band.

Mit dem Soundtrack zur schottischen Romantikkom├Âdie "Local Hero" hatte er bereits 1983 sein erstes, noch instrumentales Solowerk herausgebracht - ein vor allem k├╝nstlerischer Triumph. Auf diesem selbstst├Ąndigen, selbstbewussten Weg ging Knopfler weiter. Er fuhr sein Engagement f├╝r die Dire Straits immer weiter zur├╝ck und legte dann unter eigenem Namen "Golden Heart" (1996) sowie das immens erfolgreiche "Sailing To Philadelphia" (2000) vor.

Seither halten seine treuen Fans alle zwei bis drei Jahre eine weitere mindestens solide, h├Ąufig hervorragende Platte von Mark Knopfler in den H├Ąnden - zuletzt das sich verst├Ąrkt dem Balladen-Jazz n├Ąhernde "Down The Road Wherever" (Platz 3 der deutschen Albumcharts). Seine sonore, angeraute Baritonstimme passt perfekt zu den ausgeruhten Liedern, die er heute vorwiegend einspielt. Auch als Mitspieler von Legenden wie Bob Dylan, Emmylou Harris, Randy Newman, Tina Turner oder Van Morrison beweist Knopfler sein enormes K├Ânnen. Das Fachblatt "Rolling Stone" listet ihn unter den 50 besten Gitarristen der Musikgeschichte.

Und doch kommt immer wieder mal die Frage nach einer Dire-Straits-Reunion auf - auch gut 20 Jahre nach der Aufl├Âsung. Knopfler hat dazu erst k├╝rzlich ein Zeichen gesetzt, als er im April 2018 die offizielle Aufnahme der Band in die "Rock And Roll Hall Of Fame" schw├Ąnzte.

Das sei nat├╝rlich "eine tolle Auszeichnung, sehr liebensw├╝rdig, doch ich war zum Zeitpunkt der Feier sehr besch├Ąftigt", sagte Knopfler nonchalant der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Und f├╝gte in der "S├╝ddeutschen Zeitung", auf Wiedervereinigungspl├Ąne angesprochen, ganz deutlich hinzu: "Oh nein. Auf keinen Fall." Es bleibt also wohl beim freiwilligen, w├╝rdevollen Zur├╝cktreten eines der gro├čen Rock-Superstars in die zweite Reihe.

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