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Guido Maria Kretschmer: "Mich stört, dass Frauen in Schubladen gesteckt werden"

Guido Maria Kretschmer  

"Mich stört, dass Frauen in Schubladen gesteckt werden"

05.03.2021, 19:05 Uhr | mbo, t-online

Guido Maria Kretschmer: "Mich stört, dass Frauen in Schubladen gesteckt werden". Guido Maria Kretschmer: Im Interview mit t-online spricht er unter anderem über seine Herzensangelegenheit, Frauen zu bestärken. (Quelle: L’Oréal Paris)

Guido Maria Kretschmer: Im Interview mit t-online spricht er unter anderem über seine Herzensangelegenheit, Frauen zu bestärken. (Quelle: L’Oréal Paris)

Guido Maria Kretschmer setzt sich seit Jahren auf unterschiedliche Weise für die Stärkung von Frauen ein. "Wenn das männliche Geschlechtsteil genügen würde, um alles zu dürfen, dann würde unsere Welt untergehen", stellt der Designer im Gespräch mit t-online klar.

Beim Telefonat mit Guido Maria Kretschmer wird schnell deutlich, mit welcher Leidenschaft er sich für Themen engagiert, die ihm am Herzen liegen – so auch für "Women's Empowerment", also die Stärkung der Frauen. Woher sein Engagement dafür rührt und bei welchen bedauerlichen alltäglichen Beobachtungen er sofort einschreitet, berichtet er am anderen Ende der Leitung. 

Guido Maria Kretschmers Engagement für "Women's Empowerment" ist einerseits Teil seiner "eigenen Geschichte als frauenbezogener Junge", wie der 55-Jährige im Gespräch mit t-online erzählt. Er habe immer viel mit Frauen zu tun gehabt, viel von ihnen gelernt. "Auch mit meinem Beruf als Designer hat mein Einsatz zu tun und als schwuler Mann bin ich dem Thema nahe", so Kretschmer.

Der "Shoppingqueen"-Juror findet: "Eine Frau soll die Frau werden, die sie sein möchte." Das ist leider häufig noch immer nicht so einfach, wie es sein sollte, "weil ihnen teilweise durch ihr Geschlecht allein Steine in den Weg gelegt werden".

"Da wird oft eine Grenze überschritten"

Besonders schlimm findet es der prominente Modemacher, "dass ich immer wieder erlebe, dass Frauen in Schubladen gesteckt werden und viele Männer der Meinung sind, sie hätten das Recht dazu, abfällige Kommentare über sie zu machen, sie anzugreifen, anzumachen, anzufassen. All das unter dem Deckmantel des Flirtens. Da wird oft eine Grenze überschritten."

Geschieht ein solch sexistischer Vorfall in seiner Gegenwart, handelt er. Kretschmer: "Da schreite ich sofort ein. Sofort! Es ist unglaublich, wie häufig ich Sexismus gegenüber Frauen erlebe – in allen Gesellschaftsschichten." Aufgebracht erzählt er von seinen Erfahrungen, berichtet, dass er "bei Anproben schon Männer rausgeschickt" hat, weil sie abwertend mit ihren Frauen gesprochen haben.

"Manche Männer sind total geschockt, wenn ich sie auf ein solches Verhalten anspreche", so Kretschmer, "aber ich schalte mich da immer gerne ein, um zu zeigen: Das reicht jetzt, die Message ist angekommen. Wenn das männliche Geschlechtsteil genügen würde, um alles zu dürfen, dann würde unsere Welt untergehen."

"Lockerungen bringen eine weitere Gefahr mit sich"

Aus diesem Grund unterstützt er aktuell auch die "Stand Up"-Initiative von L'Oréal Paris und Hollaback!. Diese bietet Trainings an, bei denen Teilnehmende lernen können, wie man sich am besten verhält, wenn man in der Öffentlichkeit belästigt wird oder einen solchen Vorfall beobachtet. Es geht dabei um den Mut einzuschreiten. Gerade jetzt zur Corona-Zeit, wo das Zwischenmenschliche doch an vielen Stellen fehlt, könne "Stand Up" helfen, so Kretschmer.

"Ich glaube, die Initiative, die sich mit dem Problem von Belästigung in der Öffentlichkeit beschäftigt und Möglichkeiten an die Hand gibt, in solchen Situationen richtig zu handeln und diese zu entschärfen, kam genau zum richtigen Moment, weil mögliche Lockerungen eine weitere Gefahr in der Öffentlichkeit mit sich bringen: Wenn alle wieder auf Teufel komm raus unterwegs sind, könnten viele Menschen noch mehr die Grenzen überschreiten." Er hoffe deshalb, dass das Programm dabei helfen kann, "die Frauen zu stärken und die Öffentlichkeit zu einem sicheren Ort zu machen".

Den Grund dafür, dass Belästigung in der Öffentlichkeit überhaupt vorkommt, sieht Guido Maria Kretschmer im Übrigen vor allem in schlechten Vorbildern: "Wenn der Vater respektlos mit der Mutter umgeht, abwertend mit ihr redet, wie soll ein junger Mann dann verstehen, dass das nicht der normale Lauf der Dinge ist? Ich glaube auch deshalb, dass Frauen früh beigebracht werden muss, wie sie sich durchsetzen."

Zwar seien junge Frauen heutzutage sehr gut in den sozialen Netzwerken organisiert, aber "was habe ich schon für verbale Äußerungen von Männern gegenüber ihren Partnerinnen gehört. Das Sexismusproblem besteht leider weiterhin."

Verwendete Quellen:

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