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Interview
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Der Gespr├Ąchspartner muss auf jede unserer Fragen antworten. Anschlie├čend bekommt er seine Antworten vorgelegt und kann sie autorisieren.

"Ich habe mir schon fr├╝h Gedanken um das Sterben gemacht"

Von Nicole Morgenstern

Aktualisiert am 26.05.2022Lesedauer: 6 Min.
Olivia Pascal: Die Schauspielerin feiert heute ihren 65. Geburtstag.
Olivia Pascal: Die Schauspielerin feiert heute ihren 65. Geburtstag. (Quelle: imago images / Sp├Âttel Picture)
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Sie war Kinderm├Ądchen, Kriminalkommissarin, Richterin und die Christl in "Irgendwie und Sowieso". Zum 65. Geburtstag hat Schauspielerin Olivia Pascal mit t-online ├╝ber das ├älterwerden und ihre Freundschaft ├╝ber den Tod hinaus gesprochen.

1976 wurde Olivia Pascal f├╝r den Film entdeckt. Bekannt wurde die geb├╝rtige M├╝nchnerin vor allem durch die Musik-Comedyshow "Bananas" und als Kinderm├Ądchen Carola in der legend├Ąren "Schwarzwaldklinik". F├╝r die Serie "SOKO 5113" ermittelte sie acht Jahre als Kriminalkommissarin Lizzy Berger und wurde daf├╝r zur Ehrenkommissarin ernannt. Unvergessen ist sie auch als Jacqueline in "Monaco Franze."


Jahrgang 1957: Diese Stars wurden im selben Jahr geboren

Moderator Frank Plasberg: 18. Mai 1957
Medienunternehmer Frank Otto: 7. Juli 1957
+9

Obwohl sich die Schauspielerin gerade im "R├╝ckzug" befindet, um in Ruhe an einem Buch zu schreiben, stimmt sie spontan einem Interview zu. "Ich muss meinen Namen nicht unbedingt lesen, aber Sie haben so nett geschrieben", sagt Olivia Pascal zu Beginn des Gespr├Ąches. Daf├╝r legt sie Bleistift und Radiergummi beiseite, denn die 65-J├Ąhrige schreibt mit der Hand. "Auf dem Computer zu schreiben, finde ich unsinnlich", sagt sie. Worum es in dem Buch geht, verr├Ąt sie nicht. Daf├╝r sprechen wir ├╝ber viele andere interessante Themen.

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t-online: Frau Pascal, gibt es zu Ihrem Geburtstag eine gro├če Party?

Olivia Pascal: Ich feiere meine Geburtstage grunds├Ątzlich nicht mit gro├čen Partys. Selbst an meinem 60. gab es keine, weil ich diese Zahl so gruselig fand. Damit hatte ich echt ein Problem. Als mein Mann mich fragte, was ich machen m├Âchte, habe ich ihm geantwortet: "Gar nichts." Ich wollte auch nicht, dass mir jemand gratuliert. Wir sind aufs Land gefahren und haben Urlaub auf dem Bauernhof gemacht. Mit den kleinen K├Ąlbchen um mich herum war alles wunderbar. Das hat mich entspannt.

Finden Sie die 65 denn genauso gruselig?

Nach der 60 war und ist mir die Zahl egal. Allerdings finde ich, dass 65 h├╝bscher klingt als 64 und auch optisch besser ausschaut.

Aber daf├╝r ist es ein weiteres Jahr, das Sie ├Ąlter sind. Wie gehen Sie mit dem ├älterwerden um?

Ich habe insofern ein Problem damit, weil sich die verbleibende Zeit verk├╝rzt. Und dass dir andere immer sagen wollen, was altersentsprechend ist. "Daf├╝r bist du zu jung oder zu alt." Diese Kategorisierungen mochte ich noch nie ÔÇô schon als Kind nicht. Ich trage auch mit ├╝ber 60 noch lange Haare. Und ich ziehe mich nicht so an, wie es vielleicht f├╝r mein Alter passend w├Ąre. Es interessiert mich nicht, was andere dar├╝ber denken. Das Alter hat eigentlich gar keine gro├če Bedeutung f├╝r mich. Es ist die Au├čenwelt, die es so bedeutend macht ÔÇô das ├Ąrgert mich. Gerade wir Frauen stehen beim Prozess des ├älterwerdens unter Beobachtung, besonders in Zeiten von Social Media. Zu M├Ąnnern wird gesagt, ihre Falten machen sie interessant. Haben Sie solch eine Aussage schon mal gegen├╝ber einer Frau geh├Ârt?

Olivia Pascal an der Seite von Klaus Wildbolz und Christian Kohlund in der "Schwarzwaldklinik".
Olivia Pascal an der Seite von Klaus Wildbolz und Christian Kohlund in der "Schwarzwaldklinik". (Quelle: imago images / United Archives)

Dann sind Sie kein Fan von sozialen Netzwerken?

F├╝r mich sind diese Plattformen nicht "sozial", deshalb verdient Social Media diese Bezeichnung auch gar nicht. Den Menschen fehlen die pers├Ânliche Anbindung und das Vertrauen. Ich glaube, es gab noch nie so viel Einsamkeit wie in dieser aktuellen Zeit. Daran sind f├╝r mich auch die sozialen Netzwerke schuld. Deshalb werden Sie mich auch nicht bei Instagram finden. Allerdings bin ich mit meiner K├╝nstleragentur OPAL bei Facebook. Dies aber auch nur, weil ich mir damals habe einreden lassen, dass ich mir unbedingt einen Account erstellen muss. Aber wirklich aktiv bin ich nicht. Ich gucke nicht nach, ob mir jemand schreibt, und mein letzter Post ist schon zwei Jahre alt.

Ihre Agentur besteht mittlerweile seit zehn Jahren. Wie kam es dazu?

Am Anfang dachten viele, dass ich diesen Schritt gegangen bin, weil es "drehm├Ą├čig" nicht mehr bei mir lief, aber das stimmte nicht. Es hatte private Gr├╝nde. Ich habe mich um meine damals 90-j├Ąhrige Tante gek├╝mmert. Sie war zwar kein Pflegefall, aber ich war t├Ąglich bei ihr und habe f├╝r sie gesorgt. Mit allem, was es rund um ihren Alltag zu organisieren gab ÔÇô f├╝nf Jahre lang. In dieser Zeit konnte ich M├╝nchen nicht mehr reinen Gewissens verlassen f├╝r einen Dreh. Da habe ich den Entschluss gefasst, es nicht mehr zu tun und habe die Agentur gegr├╝ndet.

Sich k├╝mmern, f├╝r die Familie da sein. Das scheint f├╝r Sie ein wichtiges Thema.

Ja, unbedingt! Mein Vater, ├╝brigens f├╝r mich der beste Vater der Welt, war die letzten Jahre seines Lebens ein Pflegefall. Wir haben es als Familie so lange zu Hause versucht, bis es nicht mehr ging. Dann ging die Suche nach einem passenden Heim los. Aber es hat gedauert, bis ich eins gefunden habe, das finanzierbar war. In dieser Zeit habe ich Heime besichtigt, wo man in meinen Augen keinen Menschen unterbringen konnte, so schlimm war es dort. Einfach nur unglaublich! Als wir endlich einen Platz gefunden hatten, ging alles, was ich verdient habe, f├╝r die Heimkosten drauf, weil die Rente meines Vaters viel zu niedrig war.

Einen Angeh├Ârigen ins Heim geben zu m├╝ssen, ist bestimmt keine leichte Entscheidung.

Nein, ist es nicht. Aber mein Vater war zum Gl├╝ck jemand, der sich bis zum Schluss sein kindhaftes Gem├╝t erhalten hat. Jeder liebte ihn, und wenn er den Raum betrat, ging die Sonne auf. Er ist der einzige Mensch, den ich kenne, der immer zufrieden war. Aus jeder bl├Âden Situation machte er etwas Gutes. Dadurch, dass eine Zufriedenheit in ihm herrschte, hat er auch im Heim nichts vermisst. Ich habe viel gelernt in dieser Zeit, weil man eine andere Ebene mitbekommt. Den Pflegenotstand gibt es ├╝brigens nicht erst seit Corona. Das war schon so bei meinem Vater. Und so sozial, wie es uns unsere Politiker vormachen wollen, ist Deutschland nicht. Warum sieht man immer mehr alte Menschen, die Flaschen sammeln m├╝ssen, weil ihre Rente nicht ausreicht? Warum m├╝ssen Kinder zur Tafel gehen, um ein warmes Mittagessen zu erhalten, weil zu Hause das Geld daf├╝r fehlt? Ich finde das alles so absurd.

1986 war Olivia Pascal als Christl in "Irgendwie und Sowieso" zu sehen.
1986 war Olivia Pascal als Christl in "Irgendwie und Sowieso" zu sehen. (Quelle: imago images / United Archives)
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Sie haben die letzten Lebensjahre Ihrer Tante und Ihres Vaters intensiv begleitet. Denken Sie h├Ąufig ├╝ber den Tod nach?

Der Tod geh├Ârt ja zum Leben dazu und ich habe mir schon ganz fr├╝h Gedanken um das Sterben gemacht. Ich finde zum Beispiel, dass der Moment des Sterbens vielleicht der intimste Moment des ganzen Lebens ist. Wenn Sie mich heute fragen, ob ich mir w├╝nsche, dass jemand an meinem Bett sitzt, wenn bei mir dieser Moment da ist, kann ich die Frage nicht beantworten. Ich bin mir nicht sicher, ob ich es m├Âchte, dass man mir dabei in mein Gesicht schaut.

Leider ist Ihr Schauspielkollege und guter Freund Helmut Fischer auch schon vor langer Zeit gestorben. Mit ihm hat Sie eine ganz besondere Freundschaft verbunden. Wie ist diese entstanden?

Unsere Freundschaft baute sich ├╝ber unsere ├╝berdimensionale Tierliebe auf. Wir haben sehr oft miteinander telefoniert und anstatt mich zu fragen, wie es mir geht, sagte er: "Gib mir mal dei Katz." Dann holte ich eine meiner Katzen und habe sie so lange gekrault, bis sie in den Telefonh├Ârer schnurrte. "Jetzt bin ich beruhigt", lautete seine Antwort. Wir hatten beide den gleichen Humor und waren auch nie als "Mann und Frau" aneinander interessiert. Noch heute unterhalte ich mich manchmal gedanklich mit ihm und sage: "Helmut, du w├╝rdest schreiend davonlaufen, wenn du sehen k├Ânntest, wie sich das hier alles entwickelt hat."

Es ist also eine Freundschaft ├╝ber den Tod hinaus. Welchen Stellenwert hat Freundschaft in Ihrem Leben?

Einen sehr gro├čen! Ich habe fantastische Freunde, die ich nicht missen m├Âchte und sehr liebe. Mein Freundeskreis ist multikulturell, das finde ich wundersch├Ân! Wir w├╝rden f├╝reinander bis ans Ende der Welt gehen, aber wir m├╝ssen uns nicht t├Ąglich sehen, um eine enge Verbindung zueinander zu haben. Ich k├Ânnte bestimmt auf vieles verzichten in meinem Leben, aber niemals auf meine Freunde.

Von 1988 bis 1997 verk├Ârperte sie in der "SOKO 5113" die Kriminalkommissarin Lizzy Berger.
Von 1988 bis 1997 verk├Ârperte sie in der "SOKO 5113" die Kriminalkommissarin Lizzy Berger. (Quelle: imago images / teutopress)

Gibt es noch etwas, auf das Sie niemals verzichten k├Ânnten?

Ein Leben ohne B├╝cher, Musik und Tiere kann ich mir nicht vorstellen. Meine Mama war Buchh├Ąndlerin und ich bin mit B├╝chern aufgewachsen. Lesen habe ich schon als Kind geliebt, das hat sich bis heute nicht ge├Ąndert. Und Musik bringt mich halt sofort in die Stimmung, in der ich sein m├Âchte. Klassik und Blues begleiten mich schon mein ganzes Leben. Aber ich mag auch spanische Volksmusik, Rock'n'Roll und Heavy Metal. Wenn Tiere in meiner N├Ąhe sind, dann geht mein Herz auf. Zu ihnen verbindet mich eine gro├če Liebe.

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Haben Sie auch mal Langeweile?

Ich habe mich noch nicht eine Sekunde im Leben gelangweilt und kann es auch nicht nachvollziehen, dass Menschen Langeweile haben k├Ânnen. Selbst wenn ich nur am Fenster sitze und meinen Gedanken freien Lauf lasse, finde ich es spannend genug. Es muss nicht immer was passieren, damit der Tag erfolgreich ist. Heute ist es zum Beispiel ein guter Tag, weil wir beide so ein nettes Telefonat miteinander f├╝hren.

Ich w├╝rde unser Gespr├Ąch gerne mit der Frage abschlie├čen, wie Sie sich selbst beschreiben w├╝rden?

Als einen guten Menschen, mit viel Empathie. Ich bin ehrlich, treu und wahnsinnig neugierig aufs Leben. Und ich bin immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen, der Wahrheit und dem Sinn des Lebens.

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