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Stefan Mross bemängelt das "herzlose Konzept" der "Stadlshow"

Kult-Unterhaltungssendung an die Wand gespielt  

Stefan Mross ätzt gegen die "Stadlshow"

14.09.2015, 17:46 Uhr | t-online.de, dpa

Stefan Mross bemängelt das "herzlose Konzept" der "Stadlshow". Stefan Mross kritisiert die "Stadlshow". (Quelle: dpa)

Stefan Mross kritisiert die "Stadlshow". (Quelle: dpa)

Verjüngungskur fehlgeschlagen: Der aufgemotzte "Musikantenstadl", der unter dem Namen "Stadlshow" am Samstagabend erstmals über die Bühne ging, fiel bei TV-Kritikern wie Zuschauern gleichermaßen durch. Auch Volksmusikant Stefan Mross hält mit seiner Meinung nicht hinterm Berg und ätzt in der "Bild"-Zeitung nun über das "herzlose Konzept".

Mross, der in der ARD "Immer wieder sonntags" moderiert, ist "traurig und enttäuscht, dass man mit Gewalt eine der letzten Kult-Unterhaltungssendungen an die Wand spielt." Er fragt sich, was das für ein Bühnenbild gewesen sein soll, moniert den "furchtbaren" Ton und die schlechte Stimmung im Saal.

Doch nicht nur das: "Und dann dieses Abfeiern von 25 mehr oder minder unbekannten Sängern mit kruden Songs und einem herzlosen Konzept", kritisiert der 39-Jährige weiter. So habe der "Stadl" keine Zukunft. Mit ihm wäre das sicherlich anders gewesen, ist Mross überzeugt: "Andy Borg und ich hätten das Ding aus dem Dreck gezogen", gibt er sich selbstbewusst.

Gute Miene zum bösen Spiel macht derweil dagegen "Stadlshow"-Moderatorin Francine Jordi: Sie sei mit der Sendung sehr zufrieden, teilte sie der "Bild" mit. In Österreich habe man über 20 Prozent Marktanteil eingefahren, das sei "sensationell".

Ernüchternde Quoten

Von sensationell war die ARD in Deutschland allerdings meilenweit entfernt: Keine jungen Zuschauer dazugewonnen, dafür Stammpublikum vergrault, so lautete aus Quoten-Sicht das Fazit nach der ersten Show. Nur 2,46 Millionen Zuschauer (Marktanteil von 9,6 Prozent) schalteten am Samstagabend ein, das waren rund zwei Millionen weniger als bei Andy Borgs (54) Abschied im Juni und ein neues Allzeittief für den "Stadl". Beim jungen Publikum konnte die Show ebenfalls nicht punkten - mehr als 280.000 Zuschauer in der Altersgruppe der 14- bis 49-Jährigen lockte die Sendung nicht an. Da hatte Andy Borg ähnliche Werte.

Kaum Zeit mehr zum Schunkeln

Die Bierbänke waren noch da, darüber hinaus hatte die "Stadlshow" rein optisch nicht mehr viel mit dem "Musikantenstadl" gemein. Die Bühne führte die Zuseher mit Lounge-Landschaften eher in ein Chalet in einem Nobel-Skiort. Zeit zum Schunkeln blieb dem Publikum auch nur wenig. Technische Tonprobleme und Musiker, die ihr Playback bei den Live-Auftritten teilweise schwer vermissten, ließen die Stimmung nur langsam auftauen.

Die kurzen Gespräche der neuen Moderatoren Alexander Mazza (42) und Francine Jordi (38) mit den Gästen auf der Leder-Couch mit dem Rücken zum Publikum erinnerten eher an "Wetten, dass..?". Jordi im roten Spitzenkleid und Mazza in Jeans und mit dezentem Trachten-Gilet ließen auch kaum Verbindung zur Schlagerwelt erahnen. Um die jüngere Zielgruppe wurde die ganze Sendung über heftig gebuhlt: Die Jungs der "Dorfrocker" wurden mit der Anzahl ihrer Youtube-Klicks und den Freunden auf Facebook angekündigt. Die Combo der "Powerkryner" vertonte "Sex Bomb" auf volkstümliche Weise. 


Der futuristische Auftritt des Showmagier-Duos "Ehrlich Brothers" war eine Mischung aus einer Zaubershow und dem Song Contest. Plötzlich fuhr einer der Magier mit einem Motorrad aus einem überdimensionalen Tablet auf die Bühne. Die Stimmung im Publikum brachten aber vor allem die Auftritte von altbekannten Gesichtern in Fahrt: Jürgen Drews stimmte "Ein Bett im Kornfeld" am Banjo an. Florian Silbereisen und Peter Kraus sorgten für Applaus. DJ Ötzi wünschte dem neuen Moderatorenduo viel Erfolg, obwohl ihm die Sendung bei Karl Moik und Andy Borg gut gefallen habe. "The Show must go on", sagte der österreichische Sänger. 

Jordi, die auch als Schweizer Helene Fischer bezeichnet wird, erkundete in verschiedenen Einspielfilmen die Gastgeber-Region am Oberrhein. Mit Sänger Marc Marshall fuhr sie von Offenburg bis nach Straßburg, ließ sich die Herstellung von Kuckucksuhren erklären und half bei der Produktion einer riesigen Schwarzwälder Kirschtorte. 


Nächste "Stadlshow" an Silvester

"Servus, Baba und auf Wiedersehen" verabschiedet sich Mazza am Ende der Sendung und bedankt sich für den "gelungenen Abend". Zu Silvester wird die nächste "Stadlshow" aus dem österreichischen Linz gesendet. Es wird sich zeigen, ob die 1981 in Österreich vom ORF gegründete Show auch darüber hinaus Bestand hat. Angesichts der ernüchternden Zahlen zum Einstand dürfte die Zukunft der "Stadlshow" doch eher fraglich sein.

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