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ZDF erklärt: Darum waren die Serientode unausweichlich

Von Maria Bode

Aktualisiert am 25.03.2021Lesedauer: 3 Min.
"Ku'damm 63": Joachim (Sabin Tambrea) und Monika (Sonja Gerhardt) genießen die Zeit am Meer.
"Ku'damm 63": Joachim (Sabin Tambrea) und Monika (Sonja Gerhardt) genießen die Zeit am Meer. (Quelle: ZDF/Boris Laewen)
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Am Mittwochabend ging der Dreiteiler "Ku'damm 63" im linearen Fernsehen zu Ende. Die letzte Szene zeigt die drei Schöllack-Töchter allein auf der titelgebenden Straße in Westberlin.

Zu Beginn der neuen Staffel der "Ku'damm"-Reihe, die im Jahr 1963 angesiedelt ist, leben die drei Töchter von Tanzschulinhaberin Caterina Schöllack (Claudia Michelsen) in Ehen, die zumindest nach außen hin als glücklich dargestellt werden. Viele der Figuren sind eingeengt von gesellschaftlichen Zwängen der damaligen Zeit, die teilweise auch heute noch von Relevanz sind und die letztlich zu dramatischen Schicksalen für mindestens zwei Charaktere führen.


"Ku'damm 63": Die schönsten Bilder aus Staffel drei

Helgas (Maria Ehrich) und Wolfgangs (August Wittgenstein) Ehe ist auf dem Tiefpunkt angekommen.
Deutschland 1963: Eva (Emila Schüle, Mitte) hat gelernt, mit den Umständen ihrer Ehe umzugehen und sich zu nehmen, was sie braucht. (Im Anschnitt: Sonja Gerhardt, li, Trystan Pütter, re).
+7

Achtung, Spoiler!

Wenn Sie die drei Folgen von "Ku'damm 63" noch nicht geschaut haben, dies aber in der ZDF-Mediathek noch nachholen wollen, dann sollten Sie ab hier nicht mehr weiterlesen.

Denn schon lange war klar, dass die Ehen genau das nicht sind: glücklich. Der schwule Mann von Helga (Maria Ehrich) hat nun seinen Freund wiedergefunden, den seine Gattin zuvor verraten hatte, und verlässt seine Familie für ihn. Die Schicksale der anderen beiden Ehemänner sind am Ende weit tragischer.

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Helga (Maria Ehrich) und Wolfgang von Boost (August Wittgenstein) müssen sich eingestehen, dass sie beide große Fehler begangen haben: Dann verlässt der Anwalt seine Frau.
Helga (Maria Ehrich) und Wolfgang von Boost (August Wittgenstein) müssen sich eingestehen, dass sie beide große Fehler begangen haben: Dann verlässt der Anwalt seine Frau. (Quelle: ZDF/Boris Laewen)

Besonders der von Joachim Franck (Sabin Tambrea) lässt einen Großteil des Publikums erschüttert zurück. Er ist mit seiner Frau Monika (Sonja Gerhardt) ans Meer gefahren, schickt sie mit dem Vorwand noch etwas erledigen zu müssen allein zurück nach Berlin und nimmt sich das Leben. Damit endet die zweite von drei "Ku'damm 63"-Folgen. Im Staffelfinale dann tötet Eva, die dritte Tochter von Caterina Schöllack, gespielt von Emilia Schüle, ihren Ehemann Jürgen Fassbender (Heino Ferch), der ihr zuvor häusliche Gewalt angetan hatte. Eva schubst ihn im Streit die Treppe runter.

Damit sterben zwei Hauptdarsteller den Serientod und besiegeln damit relativ sicher, in einer möglichen Fortsetzung der "Ku'damm"-Reihe nicht mehr dabei zu sein. Ob es aber überhaupt einen weiteren Dreiteiler geben wird, dazu konnte das ZDF auf Anfrage von t-online "noch keine Aussage machen", auch wenn die Quoten wieder einmal dafür sprechen dürften. Allein das Finale sahen knapp fünf Millionen Zuschauer im linearen Fernsehen.

"Ich brauche ein Warum"

Die meisten Fans wären bereit für eine weitere Staffel, wie sie auf Twitter betonen. Viele stellen aber auch klar, dass jemand fehlen wird.

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Einige weisen aber auch darauf hin, dass Joachim Monika in "Ku'damm 56" vergewaltigt hat und finden dafür harte Worte.

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Eine Userin bringt es letztlich auf den Punkt:

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t-online hat beim ZDF nachgefragt: Warum mussten gleich zwei Hauptfiguren sterben? Die Antwort des Senders lautet wie folgt: "Die Erzählweise der 'Ku'damm"-Reihe ist stark figurengetrieben und die Protagonistinnen und Protagonisten bewegen sich weiter im Zwiespalt zwischen äußeren Zwängen und inneren Bedürfnissen." Dabei habe man bei "Ku'damm 63" bewusst auch gegenwärtige, gesellschaftlich relevante Themen aufgegriffen, "wie zum Beispiel häusliche Gewalt oder die Krankheit 'Depression'. Worüber Anfang der 60er Jahre keinerlei Aufklärung herrschte, ist auch heute noch tabubehaftet."

"Konsequent und schonungslos zu Ende geführt"

Demnach sei es laut ZDF der Anspruch, "die biografischen Entwicklungen der Figuren unterhaltsam aber dennoch verantwortlich zu erzählen. In diesem Sinne sind die Rollen des Joachim Frank (Sabin Tambrea) und des Professors Jürgen Fassbender (Heino Ferch) konsequent und schonungslos zu Ende geführt." Ob es dabei der konkrete Wunsch der beiden Schauspieler gewesen sei, "auszusteigen" ließ der Sender unbeantwortet.

Eva (Emilia Schüle) muss damit fertig werden, dass sie von ihrem Mann Jürgen (Heino Ferch) keine Beachtung mehr findet: Am Ende stößt sie ihn die Treppe herunter.
Eva (Emilia Schüle) muss damit fertig werden, dass sie von ihrem Mann Jürgen (Heino Ferch) keine Beachtung mehr findet: Am Ende stößt sie ihn die Treppe herunter. (Quelle: ZDF/Boris Laewen)

Nach dem Tod von Jürgen Fassbender folgten Evas Inhaftierung und der Prozess gegen seine Frau, nach dem Suizid von Joachim Franck intensive Gespräche über das Thema Depressionen, die Erkennung von Anzeichen, Hinweise auf den Umgang mit möglichweise Betroffenen. "Der Suizid eines Menschen ist ein höchst sensibles Thema, welches mit besonderer Vorsicht und dem nötigen Feingefühl erzählt werden sollte. Dies war unser Anspruch bei der Entwicklung der Drehbücher und deren Umsetzung", so das ZDF zu dem einordnenden Umgang mit dem Thema.

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