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TV-Tipp: Die dunkle Seite des Mondes

TV-Tipp  

Die dunkle Seite des Mondes

28.08.2019, 00:03 Uhr | dpa

TV-Tipp: Die dunkle Seite des Mondes. Moritz Bleibtreu als Wirtschaftsanwalt Urs Blank.

Moritz Bleibtreu als Wirtschaftsanwalt Urs Blank. Foto: Felix Cramer/AlamodeFilm/SWR. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Jeder Mensch hat dunkle Seiten, viele wissen nur nichts davon. Manchmal zeigen sie sich unerwartet und entwickeln eine enorme zerstörerische Kraft. Ist es das Böse, das sich dann Bahn bricht? War es schon immer da, aber gut versteckt?

Für den abgebrühten Wirtschaftsanwalt Urs Blank sind das Fragen, die auf einmal ein bedrohliches Gewicht bekommen und ihn an die Grenzen seiner Kräfte bringen. Moritz Bleibtreu (48, "Das kalte Herz", "Lommbock") spielt ihn in "Die dunkle Seite des Mondes" mit beeindruckendem Einfühlungsvermögen: Die Hilflosigkeit und die Angst angesichts dessen, was da mit ihm passiert, lässt er die Zuschauer immer wieder spüren.

Der außergewöhnliche Film des deutschen Regisseurs Stephan Rick ("Unter Nachbarn"), der zusammen mit Catharina Junk auch das Drehbuch dazu geschrieben hat, kam Anfang 2016 ins Kino. Die Vorlage ist der gleichnamige Roman des Schweizer Schriftstellers Martin Suter. Das Erste zeigt ihn am Mittwoch (28. August) um 20.15 Uhr.

Urs Blank ist ein abgebrühter Wirtschaftsanwalt in Frankfurt, einer von der Sorte, den Verhandlungspartner fürchten: eiskalt, instinktsicher, einer, der die Schwächen seines Gegenübers sofort spürt. Gerade hat er das wieder eindruckvoll unter Beweis gestellt und die Fusion zweier Pharma-Unternehmen erfolgreich vorbereitet. Pius Ott (Jürgen Prochnow), für den er die Verhandlungen geführt hat, ist beeindruckt. Aber dann kommt einer der betroffenen Geschäftspartner zu ihm ins Büro und erschießt sich vor Blanks Augen.

Das Leben des coolen Juristen mit PS-starkem Auto und hipper Wohnung gerät bald darauf komplett aus den Fugen. Seine Frau (Doris Schretzmayer) kann ihm nicht helfen. Blank versucht, aus der Welt zu fliehen, in der er bisher gelebt hat. Dabei begegnet er Lucille (Nora von Waldstätten), die so ganz anders lebt als er und ihn überredet, halluzinogene Pilze auszuprobieren. Aber der Trip hat furchtbare Folgen: Der Wirtschaftsanwalt verliert vollständig die Kontrolle über sich, tötet erst Noras Katze aus blanker Wut, dann einen ihrer Bekannten, verursacht einen tödlichen Unfall, vernachlässigt seine Arbeit, verstört seine Freunde.

Blank ist sicher, der Trip war die Ursache für seine Persönlichkeitsveränderung. Aber ist das Böse wirklich eine Folge halluzinogener Substanzen? Und ist seine dunkle Seite, seine Bereitschaft zur Gewalt, nicht nur das Gegenstück zu den Eigenschaften, mit denen er als Anwalt Erfolg hatte?

"Er ist von Anfang an eine gebrochene Figur, wird dann vom Leben eingeholt und gegen die Wand geknallt, um schließlich spät eine Katharsis zu erfahren und erstmals in seinem Leben zu sich zu finden", sagt Bleibtreu im Interview mit dem Ersten.

Der Schauspieler verkörpert die Rolle des erfolgsverwöhnten Alpha-Mannes, der plötzlich völlig hilflos wird, mit großer Präzision und Glaubwürdigkeit. Am Schluss wird Urs Blank selbst zum Gejagten. Ausgerechnet Pius Ott, dem er so viel zu verdanken schien, will ihn beseitigen, weil der Anwalt zum Risikofaktor bei der geplanten Fusion der Pharmakonzerne geworden ist. Jürgen Prochnow (78, "Das Boot") spielt seinen skrupellosen Gegner ausgesprochen überzeugend: Auf seine Weise legt er eine Brutalität an den Tag, die schlimmer ist als die von Blank.

"Kein Mensch wird als Mörder geboren. Aber genauso muss man auch sagen, dass die Fähigkeit, so etwas zu tun, in jedem von uns ist", sagt Bleibtreu. "Es muss nur ein Funke Chemie in unserem Hirn falsch überspringen, und schon kann alles aus dem Ruder laufen." 

Anmerkung der Redaktion: Diese Nachricht der Deutschen Presse-Agentur (dpa) ist Teil eines automatisierten Angebots, das auf unserer Webseite ausgespielt wird. Weder der Inhalt noch die Rechtschreibung wurden durch die t-online.de-Redaktion geprüft. Die dpa arbeitet aber streng nach journalistischen Standards. Sollten Sie dennoch Fehler entdecken, freuen wir uns über eine Rückmeldung. Herzlichen Dank!

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