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E-Autos: So viel kostet der Unterhalt von Elektroautos wirklich


Unterhalt: So viel kosten E-Autos wirklich

  • Christopher Clausen Porträt
Von Christopher Clausen

Aktualisiert am 12.09.2022Lesedauer: 5 Min.
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Audi Q4 an der Ladesäule: Wie groß sind die Kostenvorteile wirklich?
Audi Q4 an der Ladesäule: Wie groß sind die Kostenvorteile wirklich? (Quelle: Audi)
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Diesel, Benzin oder doch Elektro? Wie viel ein Auto wirklich kostet, zeigt sich erst auf längere Sicht. Für t-online hat der ADAC exklusiv berechnet, wie teuer welcher Antrieb ist.

Das Wichtigste im Überblick


  • Preisvergleich: So wurden die Kosten berechnet
  • Deshalb ist die Kostenberechnung für E-Autos schwierig
  • Die Ergebnisse: E-Autos fahren häufig günstiger
  • Steigende Energiepreise: Wann wird das E-Auto teurer als der Verbrenner?

Einfach den Verbrauch vergleichen – so einfach ist es nicht, wenn man die Kosten fürs Autofahren errechnen will. Und welcher Antrieb ist eigentlich am günstigsten? Rechnet sich das E-Auto auch dann noch, wenn die Förderprämie ab kommendem Jahr gekappt und später ganz gestrichen wird?

Anhand mehrerer Beispiele und auf Basis ihrer Daten haben die Experten vom ADAC mit möglichst ähnlichen Autos aus jeweils einer Kategorie ermittelt, womit Sie nach aktuellem Stand am günstigsten fahren.

Preisvergleich: So wurden die Kosten berechnet

Im exklusiven Kostenvergleich für t-online hat der ADAC zunächst verschiedene Autotypen festgelegt:

  • Der Audi Q4 45 e-tron (Elektro, 195 kW) wird bei den größeren SUV mit dem Audi Q5 TFSI 45 (Benziner, 195 kW) und dem Q5 40 TDI (Diesel, 150 kW) verglichen.
  • Bei den Kompakt-SUV tritt der Hyundai Kona an, als 1.6 GDI Hybrid (Benzin, 104 kW), 1.6 CRDi Mildhybrid (Diesel, 100 kW) und als Elektro (100 kW). Auch der Kia Niro ist dabei, als Plug-in-Hybrid mit Benziner (134 kW) und als reines E-Auto (100 kW).
  • Im Mittelklasse-Vergleich sind das Tesla Model 3 (Elektro, 239 kW) sowie die BMW 330i (Benziner, 180 kW) und 330d (Diesel, 210 kW).
  • Bei den Kompakten ist Elektro-Kandidat ID.3 (150 kW) im Rennen mit dem Golf 2.0 TDI (Diesel, 110 kW) und dem 2.0 TSI (140 kW).
  • Und bei den Kleinwagen bietet Opel den Corsa als Trio aus E-Auto (100 kW), 1.5er Diesel (75 kW) und 1.2er Benziner (96 kW).

Eingeflossen sind der Grundpreis plus typische Extras nach ADAC-Standard, der monatliche Wertverlust inklusive einer einmaligen Pauschale von 500 Euro für Überführung und Zulassung. Außerdem monatliche Fixkosten in Form von Kfz-Steuer und Versicherung (Vollkasko) sowie eine allgemeine Kostenpauschale, zum Beispiel für Parkgebühren oder die HU (200 Euro/Jahr), Betriebskosten (Öl, Kraftstoff, Verbrauch nach Herstellerangaben), AdBlue bei Dieseln und eine Pauschale für Wagenpflege und -Wäsche von 250 Euro im Jahr sowie monatliche Werkstatt- und Reifenkosten. Die Berechnung erstreckt sich über eine Haltedauer von fünf Jahren und geht von einer durchschnittlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr aus.

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Die Gesamtkosten setzen sich also zusammen aus Wertverlust, Fix- und Betriebskosten sowie Werkstattkosten pro Monat. Natürlich ist der Wertverlust nicht monatlich im Portemonnaie sichtbar – doch spätestens beim Wiederverkauf ist er dafür deutlich spürbar.

Bei den Spritkosten wurde vom tagesaktuellen Preis (8.9.2022) von 2,16 Euro für Diesel, 2,06 für Superbenzin sowie einem kombinierten Durchschnittspreis von 44 Cent für die Kilowattstunde (kWh) Strom ausgegangen.

Deshalb ist die Kostenberechnung für E-Autos schwierig

Besonders schwierig sei die Kostenberechnung für Strom bei E-Autos, sagt ADAC-Experte Peter Sobotta: Hier komme es auf den jeweiligen Stromvertrag und das Ladeverhalten der Fahrer an: "Wo in Deutschland ist das E-Auto angemeldet und welche Stromtarife gibt es dort? Wird Strom aus der eigenen Fotovoltaikanlage genutzt, lädt man beim Arbeitgeber kostenlos nach, hat man einen Tesla mit kostenlosem Schnellladen am Supercharger? All dies kann einen großen Unterschied bei den Kosten ausmachen." Deshalb handele es sich bei den 44 Cent nur um einen Mittelwert zur Orientierung.

Was aber abzusehen ist: Ende des Jahres werden die Förderungen für E-Autos gekürzt. Der ADAC hat deshalb drei Optionen durchgerechnet: mit der aktuellen Prämie, mit der Prämie ab 2023 und ganz ohne Förderung.

Kia Niro: Das Basismodell schafft nur vier Punkte im Crashtest der Euro NCAP.
Kia Niro: Elektrisch und als Plug-in erhältlich. (Quelle: www.weigl.biz)

Die staatliche Umweltprämie: Was sich ändert

Der Kauf von E-Autos bis 40.000 Euro wird ab 2023 mit 4.500 Euro statt bisher 6.000 Euro gefördert. Für teurere Modelle bis 65.000 Euro gibt es 3.000 statt 5.000 Euro. Plug-in-Hybride fliegen aus der Förderung. Geld gibt es nur noch für private Käufer, nicht mehr für Handwerker und Gewerbe. Hier erfahren Sie mehr zu den Änderungen.

Die Ergebnisse: E-Autos fahren häufig günstiger

Auffällig ist, dass meist alle E-Modelle, die entsprechend fair und in etwa der Höhe eines vergleichbaren konventionellen Modells eingepreist sind, selbst ohne Förderung am günstigsten im Unterhalt und somit die Gewinner im ADAC-Autokostenvergleich sind. Dies sieht man deutlich am Beispiel Audi Q4, Tesla Model 3 oder VW ID.3.

  • SUV: Im Vergleich von Audi Q5 bzw. Q4 ist das E-Auto mit Gesamtkosten von 74,9 Cent pro gefahrenem Kilometer am günstigsten: Der Benziner liegt bei 93,8 Cent, der Diesel bei 90,1 Cent. Auch mit dem gesenkten Rabatt ab 2023 ist der Q4 mit 77,8 Cent noch günstiger. Selbst ohne Förderung läge der Q4 mit 82,1 Cent immer noch vorn.
  • Kompakt-SUV: Beim Hyundai-Kona-Trio kostet das E-Auto mit 49,3 Cent weniger als der Diesel (51,3 Cent) und der Benzin-Hybrid (52,3 Cent). Mit dem neuen Rabatt steigen die Kosten fürs E-Auto auf 51,7 Cent, ganz ohne Prämie wären es 58,8 Cent und damit Schlusslicht.
  • Anders beim Kia Niro: Hier ist der Plug-in-Hybrid mit 51,2 Cent pro Kilometer etwas günstiger als das E-Auto (52,6 Cent), das dreht sich allerdings mit dem Auslaufen der Förderung für Plug-ins ab 2023: Dann gewinnt der E-Wagen gegen den Plug-in-Hybriden (54,8 gegen 57,2 Cent). Mit dem vollkommenen Wegfall der Prämie gewinnt wiederum der Plug-in, da sich die Kilometerkosten bei der E-Variante auf 61,4 Cent erhöhen würden.
  • Mittelklasse: Im Vergleich zum BMW 3er liegt das Tesla Model 3 mit 69 Cent pro Kilometer deutlich unter den BMW 330i (Benziner, 86,7 Cent) und 330d (Diesel, 91 Cent), ab 2023 kostet der Tesla 71,9 Cent pro Kilometer. Und selbst ohne Prämie ist das Model 3 mit 76,1 Cent noch am günstigsten
  • Das VW-Markenduell gewinnt der ID.3 (49,7 Cent) gegen den VW Golf Diesel (65,5 Cent) und den Golf mit Benziner (66,6 Cent). Ab kommendem Jahr steigen die Kosten für den ID.3 auf 52 Cent. Auch ohne Prämie liegt der ID.3 noch am günstigsten (59 Cent).
  • Kleinwagen: 48,2 Cent pro Kilometer: So steht der Opel Corsa mit aktueller Förderung da. Ab 2023 sind es 50,7 – immer noch weniger als Diesel (51,2 Cent) und Benziner (53,3 Cent). Mit Wegfall sämtlicher Prämien werden es beim e-Corsa jedoch 58 Cent – und damit wäre er Schlusslicht.

Steigende Energiepreise: Wann wird das E-Auto teurer als der Verbrenner?

Bislang galt das E-Auto auf längere Dauer als günstigere Option: Zwar ist der Anschaffungspreis höher, doch durch günstiges Laden, teils auch kostenlos an Supermärkten, hatten Fahrer das schnell wieder drin. Doch aktuell geht es nicht nur beim Sprit mit dem Ende des Tankrabatts wieder bergauf. Auch beim Strom klettern die Kosten immer weiter nach oben.

Ob und wann möglicherweise die Unterhaltkosten für E-Autos teurer sind als für Verbrenner, vermag der ADAC nicht zu sagen: "Es hängt auch hier von der individuellen Ladesituation, aber auch von der weiteren Entwicklung der Energiekosten ab, die schwer vorauszusehen sind", sagt Sobotta. Sprich: Zwar wird der Strom aktuell teurer, aber wie es bei Diesel und Benzin weitergeht, ist auch nicht abzusehen.

Die steigenden Energiekosten könnten die Mobilitätswende in der kommenden Zeit ausbremsen, befürchtet Experte Don Dahlmann. Er schätzt, die Preislücke zwischen E-Autos und Verbrennern dürfte kleiner werden, der Vorteil der Stromer schrumpfen. Laut "Business Insider" könnten aber zuerst E-Scooter-Anbieter getroffen werden, deren Gewinnmargen durch höhere Strompreise schrumpfen – Preiserhöhungen nicht ausgeschlossen. Aber auch viele Privathaushalte könnten sich die Mehrkosten nicht leisten. Gleichzeitig, so sagt er, sei die E-Mobilität entscheidender Faktor für die Mobilitätäwende und um die CO2-Ziele einzuhalten.

Doch wie sieht es bei künftigen Preisänderungen aus? Mit einer einfachen Faustformel könne man dies relativ leicht selbst errechnen, sagt Sobotta:

Bei einem Preisanstieg des Kraftstoffs oder Strom um beispielsweise zehn Cent pro Liter oder zehn Cent pro kWh beträgt der Mehrpreis je Kilometer bei einem Verbrauch von zehn Litern oder kWh pro 100 km genau einen Cent pro Kilometer.

Sprich: Bei einem Fahrzeug mit fünf Litern Verbrauch wären dies demnach 0,5 Cent – bei einem Elektrofahrzeug mit 20 kWh somit 2 Cent je gefahrenem Kilometer.

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Verwendete Quellen
  • Gespräch mit Peter Sobotta vom ADAC
  • ADAC-Kostenrechner
  • businessinsider.de: "Düsterer Ausblick: Diese Folgen hat die Energiekrise für E-Auto-Fahrer"
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Von Markus Abrahamczyk
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