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Das Elektroauto – wirklich eine saubere Alternative?

Wirklich umweltfreundlich?  

Ein Rohstoff ruiniert die Öko-Bilanz des E-Autos

Von Markus Abrahamczyk

31.05.2019, 15:57 Uhr
Das Elektroauto – wirklich eine saubere Alternative?. Elektroauto: Dass es weniger sauber ist als sein Image, zeigt eine neue Dokumentation. (Quelle: imago images/PicturePoint)

Elektroauto: Dass es weniger sauber ist als sein Image, zeigt eine neue Dokumentation. (Quelle: PicturePoint/imago images)

Umweltkiller E-Auto? Es stimmt natürlich, dass Batteriefahrzeuge keine Abgase erzeugen. Zur Wahrheit gehört allerdings noch eine andere Seite – die das strahlende Bild vom sauberen Antrieb ziemlich eintrübt.

Elektroauto gegen Verbrenner: Zumindest bei gleicher Reichweite verliere der scheinbar saubere Antrieb das Umwelt-Rennen, sagen Experten wie die Forscher des Wuppertaler Instituts für Klimaforschung. Zwar fahren die Stromer tatsächlich sauber – ihre Produktion aber ist es nicht. Dieses Problem beleuchtet eine ARD-Doku ("Kann das Elektro-Auto die Umwelt retten?", 3. Juni um 22.45 Uhr).

"Weißes Gold" bedroht Ökosystem

Beispiel Lithium: Das "weiße Gold" ist ein Hauptbestandteil der Batterien. Und deshalb heiß begehrt. Sein Preis hat sich in den vergangenen 15 Jahren versiebenfacht. Allerdings gibt es weltweit nur wenige Lithium-Bestände. Das Metall zu gewinnen, ist aufwendig – und hat weitreichende Folgen für die Bevölkerung der Förderregionen.

Etwa für die Bauern der Anden in Südamerika. In den unwirtlichsten Gegenden des Gebirges regnet es teils nur einmal im Jahr. Und doch genügte das Wasser bisher zum Überleben.

Nun wird hier aber Lithium gewonnen. Und dafür sind gigantische Wassermengen nötig. Aus 450 Metern Tiefe wird das Wasser emporgepumpt, um daraus das Metall zu gewinnen – indem man genau dieses Wasser in riesigen Becken verdunsten lässt.

Es dauerte zehntausende Jahre, bis sich dieses Wasser angesammelt habe, so die ARD-Reportage, und binnen weniger Jahre werde es vergeudet. Dabei sei es die Basis des Ökosystems der Region.

Lithium-Gewinnung in Südamerika: In riesigen Becken wird das aus der Tiefe geförderte Wasser aufgefangen – um unter der Sonne zu verdunsten. (Quelle: imago images/Danita Delimont)Lithium-Gewinnung in Südamerika: In riesigen Becken wird das aus der Tiefe geförderte Wasser aufgefangen – um unter der Sonne zu verdunsten. (Quelle: Danita Delimont/imago images)

Dadurch versiegen die Quellen der Bauern, sie können ihre Böden und ihr Vieh nicht mehr mit Wasser versorgen. Und es geht noch weiter: Beim Verdunsten des Wassers kommen Chemikalien zum Einsatz, die der Wind als giftigen Staub abträgt. Er lässt die wenigen Tiere der Bauern erkranken und ihre Pflanzen verdörren.

Zwei Millionen Liter Wasser für eine Tonne Lithium

Das Ausmaß für die Bauern beschreiben zwei Zahlen: "Für eine Tonne Lithium verdunsten zwei Millionen Liter Wasser," sagt Sarah Lincoln von der Organisation "Brot für die Welt" – in einer schon heute extrem trockenen Region.

Besserung ist für sie nicht in Sicht: Der weltweite Lithium-Bedarf werde sich bis 2030 verzehnfachen, sagt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

Die Hersteller der Elektroautos kennen diese Probleme natürlich. Teilweise versuche man, ihnen zu begegnen. BMW etwa setze nur Rohstoffe ein, die den eigenen Nachhaltigkeitsanforderungen entsprechen, so ein Unternehmenssprecher in der ARD-Doku.


Allerdings: Woher das Lithium stammt, das BMW verwendet, und wie es gewonnen wird – BMW weiß es nicht, heißt es in der Reportage.

Das E-Auto als Saubermann: Dieses Versprechen können die Hersteller offenbar noch längst nicht einhalten.

Verwendete Quellen:
  • ARD
  • Eigene Recherche

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